Neuzugänge in eurer Reichsmünzensammlung

So wie ich es verstehe, sind MS 61 und aufwärts nur unzirkuliert. Eigentlich müsste MS63 ein gutes vz sein. 64-65 ist vz-st, 66 f.st, erst darüber kann man über st reden. Ist so die Wirklichkeit? Wie Händler das verkaufsfördernd übersetzen ist wieder eine andere Sache.
Es bleibt schwierig. Aber, wenn dem wirklich so wäre dann gibt es im Kaiserreich definitiv kaum Stempelglanz und Jaeger hätte sich die Spalte im Katalog sparen können.
 
Nicht nur das, die Preise für st müssten dann dafür durch die Decke gehen.
Was ja auch schon der Fall ist. Wenn wir mal das Beispiel der bei NGC als MS67 gegradeten Doppelkrone aus Württemberg nehmen (über die hier im Forum ja schon hinreichend diskutiert wurde), der Katalogpreis lt Jäger in der 28. Auflage für stempelglanz = 1000 €.
Erzielter Auktionserlös jetzt im Herbst in Osnabrück 3800 € (plus Aufgeld). Also 4,75 X so viel.
MS64er Stücke erzielen bereits Preise von 1200-1500 €, also 20 bis 50% über dem Stempelglanz-Preis im Katalog.
Und es gibt einige weitere Beispiele.
Also von daher trifft es das ja schon voll und ganz.

Und hinzu kommt, der preisliche Sprung im Katalog für „echte“ vorzügliche Stücke ist auch deutlich zu niedrig angesetzt in Relation zu der sehr schön Kategorie.

Aber wir wissen auch, Katalogpreise sind nur Richtpreise und spiegeln oft nicht die Seltenheit und Realität am Markt wieder.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nicht nur das, die Preise für st müssten dann dafür durch die Decke gehen.
Das ist ja bereits der Fall. MS 65 ist meist wesentlich teurer als st im jaeger obwohl es de facto kein st ist, MS 66 kostet manchmal bereits das doppelte von MS65 obwohl auch das keine einwandfreie Münze ist und MS67 wenn es mal angeboten wird.. naja.
Das gilt natürlich nicht für BRD/DDR wo MS67 bzw. PF67 ja häufig ist.
 
Klar habt ihr beide recht, darum gehts mir ja. Die "Richtpreise" vom Jaeger liegen voll daneben, dass passt nicht. Entweder ist die Ami-Scala nicht vergleichbar mit der klassischen Jaeger Erhaltungseinschätzung, oder die schlafen da bei den Richtpreisen.

Und hinzu kommt, der preisliche Sprung im Katalog für „echte“ vorzügliche Stücke ist auch deutlich zu niedrig angesetzt in Relation zu der sehr schön Kategorie.

Aber wir wissen auch, Katalogpreise sind nur Richtpreise und spiegeln oft nicht die Seltenheit und Realität am Markt wieder.
So ist es.
 
Wobei ich mich schon oft frage wozu die amerikanische Skala 70 Grade hat, MS62 offenbar irgendwo bei vz liegt MS70 perfekter Stempelglanz ist und AU55 auch für meine Augen ss ist. Wozu braucht man die restlichen Grade und wieso wird 55 als AU bezeichnet? Darauf wurde ja weiter durch kleiner Adler bereits eingegangen. Brauche ich wirklich über 50 Grade um Münzen unter ss zu beschreiben? Wärs da nicht sinnvoller und lukrativer für die Grader zwischen vz und st mehr als 8 Grade zu haben?
Für mich jedenfalls beschreibt der Begriff Mint state eine Münze die nicht im Umlauf war. Aber das ist bei MS60-64 Münzen definitiv der Fall und auch bei MS65 fallen manchmal Zirkulationsspuren auf.
Mir fällt auf dass zu beginn diesen Jahres MS65 auf Auktionen noch weitläufig als st zusätzlich bezeichnet wurde, mittlerweile ist das fast überall f.st und selbst MS66 sieht man selten als f.st beschrieben, aber natürlich Prachtexemplar. Auf der Gegenseite wenn ungeslabbte Münzen als f.st Pracht beschrieben werden ist das nach Erhalt der Münze selten besser als MS64...
Etwas mehr Ehrlichkeit würde dem ganzen Geschäft jedenfalls nicht schaden.
So nur meine Meinung
 
Etwas mehr Ehrlichkeit würde dem ganzen Geschäft jedenfalls nicht schaden.
Was ja eigentlich ein Grundgedanke des einsargen ist. Ein einmal festgestellter Grad ist fest. Solange das ding nicht geknackt wird. Nur lassen sich manchmal die Einstufungen nicht nachvollziehen. Das ist aber bei vielen Händlern bei nicht geslapten Stücken noch viel schlimmer.

Nur nebenbei, ich bin kein Freund vom Graden.
 
Klar habt ihr beide recht, darum gehts mir ja. Die "Richtpreise" vom Jaeger liegen voll daneben, dass passt nicht. Entweder ist die Ami-Scala nicht vergleichbar mit der klassischen Jaeger Erhaltungseinschätzung, oder die schlafen da bei den Richtpreisen.


So ist es.
Jedenfalls würde ein Katalog deutscher Münzen mit Auktionsergebnissen nach der amerikanischen Skala reißenden Absatz finden 😅
 
Trotz allem ist und bleibt der Jäger-Katalog das Maß aller Dinge zur Orientierung, zum Einstieg oder auch für Fortgeschrittene für den Feinschliff. Ohne so ein Standardwerk würde das Sammeln so gut wie unmöglich werden, Neusammlern würde jegliche Orientierung fehlen und Händler könnten nahezu machen was sie wollten. Nur jahrzehntelanges Sammeln würde es ermöglichen, sich einen Überblick über die Zeit aufgebaut zu haben, und das Hobby würde keinen Nachwuchs bekommen.

Auch die Sheldon-Scala hat seine absolute Berechtigung und Wichtigkeit für den Markt. Dadurch kommt neuer Schwung herein und auch junge Leute mit noch wenig Erfahrung können sich so dem Thema relativ gefahrlos nähern, und erlernen, wie Qualität aussehen kann.
Ich bin neutral dazu eingestellt, habe nichts gegen ein gutes gegradetes Stück, auch wenn der überwiegende Teil meiner kleinen Sammlung lose in Leuchtturm-Kapseln aufbewahrt wird. Ich habe noch nichts graden lassen, aber wenn es gepasst hat, das ein oder andere eingepackte Stück gekauft. Der Vorteil ist, wie @Fusselbär geschrieben hat, die Transparenz der Qualität, da kann man selbst als Händler im Ankauf aus einer MS64 kein ss berieben machen.

De Katalog mit den gegradeten Auktionsergebnissen musst du dir schon selbst in Tabellenform anlegen, ich denke auch dass viele Sammler hochwertigster Stücke für ihren Bereich so etwas machen.
 
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Des Pudels Kern ist womöglich schlichtweg die problematische, wenn nicht gar unmögliche Anpassung der Jägerscala an die Sheldon Scala, so dass ein auch wirklich für alle akzeptabeles System unter Berücksichtigung des technischen Fortschritts der Fototechnik entsteht. Für mich steht fest, dass die vz-Grade in Anbetracht der diskutierten Doppelkronen definitiv erst ab ms 60 beginnen dürfen und nicht schon bei 55 bis 58. Abrieb im portrait ist bei allen drei Münzen auch ohne Lupe erkennbar und das verbietet ein deutsches vz. Zugleich sehe ich ebenso das deutsche stgl ohne Lupe, wie bereits zu lesen war, als modernes fast Stgl unter der Lupe - hier muss also Jägerwohl oder übel, auch wenn es schmerzt, Federn lassen. Das reine stgl müsste demnach bei Jäger eine neue Preisspalte bilden. Sehr, sehr selten, aber allein das sollte kein Ausschlusskriterium für eine solche Kategorie sein. Vielleicht ist das eine sinnvolle Auflösung des Dilemmas.
 
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