Hallo liebe Foristen,
nachdem
@FooFighter soeben wunderschöne neue sächsische Taler vorstellt, möchte ich auch einen bescheidenen Neuzugang aus Leipzig vermelden.
Die Pfennigmünzen aus Sachsen schwimmen ja unter dem Radar, und so denke ich nur so konnte ich das wunderschöne 5 Pfennigstück aus dem seltenen Jahrgang 1866 zu annehmbaren Preis ersteigern.
Dazu präsentiert sich die Münze in nahezu perfekter Erhaltung, mit tollen Drehglanz. Ich denke mal, viel besser wird man so ein knapp 160 Jahre altes Kupferstück nicht bekommen.
Die Stelle Revers, 16 Uhr, im "inneren" Kreis ist übrigens kein Kratzer, sondern ein Stempelfehler/Stempelriss,
Mein bisheriges Exemplar ist auch sehr anständig, gelangt aber nicht an die Qualität des neuen Stückes heran.
Also die Münze auf den Fotos 9244 und 9250 ist meiner Ansicht nach substanziell besser, als die auf den Fotos mit der Avers und Revers-Bezeichnung, die andere (kupfer-rote) Münze wurde gereinigt. Die Münze von 1869 weist meiner Ansicht nach sehr gute Oberflächen auf, ein wenig besser oder vergleichbar mit meinem 5-Pfennig-Stück von 1864.
Ich habe zwei Stücke von 1864. Eine für 60 DM bei einem Händler im Ladengeschäft und die andere Anfang der 2000er für 5 oder 10 Euro auf der Münzenbörse in Moers erworben. Beide Stücke sind etwa gleich gut. Das hier jeweils mittig abgebildete 5-Pfennig-Stück hat eine schöne Patina, noch Original-Stempelglanz, aber wurde vor längerer Zeit (ich habe es so dunkel erworben) schon einmal gereinigt, ohne es jedoch total zu verätzen. Die beiden anderen Stücke daneben wurden vielleicht mal gereinigt, haben aber keine reinigungsbedingten Materialumlagerungen (kleine "Knubbel") auf den Buchstaben. Alle drei Stücke weisen Stempelglanz auf. Das Vier-Pfennig-Stück ein wenig mehr als das 5-Pfennig-Stück aus Sachsen, der halbe Kreuzer geht sogar in Richtung Erstabschlag, was den Glanz in den Vertiefungen und freien Feldern angeht. Bei Kupfermünzen ist es extrem schwierig. Sind Verkrustungen drauf oder ist die Patina bereits sehr dick, entstehen beim Reinigen Oberflächenschäden (bzw. im Fall von Verkrustungen): werden vorhandene Schäden sichtbar gemacht und weiter verstärkt.
Daher laboriere ich nicht mit Säuren, Tauchbädern, Ultraschall oder anderen zerstörenden Methoden an patinierten Münzen aus Kupfer herum. Das einzige, was ich mache ist: Münzen mit durch Alben klebriger (also durch Weichmacher aufgeweichter) Patina vorsichtig der Verpackung entnehmen und in Flüssigparaffin einlegen, was innerhalb von ein bis zwei Wochen den Weichmacher herauszieht. Die Patina bleibt drauf und ist dann wieder "fest" mit der Münze Verbunden.
Der als Beispiel angehangene Franzose wurde gereinigt, die englische 2-Pence-Münze (Georg III), der englieche Penny (Voctoria) und der Halfpence Georg III, Isle of Man (PP) meiner Ansicht nach nicht. Alle vier Münzen waren, als ich sie erwarb in PVC-Mäppchen oder Alben und total klebrig (weswegen ich sie in Paraffin eingelegt habe). Eine Reinigung, Konservierung oder Resteration muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass eine Münze danach komplett zerstört, wertlos oder sammelunwürdig ist. Ich persönlich ziehe einem gereinigten Stück ein gleichgut erhaltenes, ungereinigtes, altpatiniertes vor.
Die Pfennigmünzen aus Sachsen und viele andere Kupfermünzen auch, schwimmen deutlich unterm Radar. Gerade diese wurden in den allermeisten Fällen zum Zahlen oder mit zum Zahlen verwendet. Im Vergleich zu (Kurant-)Münzen aus Silber oder Gold kommen Kupfermünzen des 16., 17., 18. und bis etwa zur Hälfte des 19. Jarhunderts bereits abnutzungsbedingt kaum in besseren Erhaltungen, bei denen auch feine Details der Prägung und Münzhaut intakt sind, vor. Agressive Reinigungsmethoden geben vielen substanziell an sich guten Stücken mit Flecken oder Verfärbungen den Rest.