Münzen aus meiner Sammlung, die ich gerne mal wieder zeigen möchte

Iran Reza Sha, 2000 Dinar, heprägt in England (Heaton, Birmingham). Erstabschlag oder PP, fast St, mit herrlicher Patina
 

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Indien, Banaras oder Banaras, Britische-Ostindiengesellschaft, Pice oder Paisa, geprägt 1815 bis 1821.

Im Jahr 1993 auf der Münzenbörs ein Moers für 6 DM erworben und damals (natürlich Konservativ, denn man will sich ja selbst nichts vormachen) als "vorzüglich" eingeschätzt und eingetütet.

Im Lauf der Jahre mit größeren zeitlichen Abständen dazwischen immer mal wieder angesehen und sich daran erfreut.

30 Jahre später mit etwas mehr Erfahrung in Sachen Münzherstellung, Stempelherstellung Prägetechnik und Erkennen von Manipulationen an Münzen sowie Möglichkeiten der Vergrößerung durch Digitalfotografie, wie sie damals nur Münzkabinette von Museen und Gutachter mit Mikroskopen hatten, sowie weiteren Möglichkeiten, Dingen durch verschiedene Belichtung, digitale Vergrößerung, Veränderung von Farbintensität und Kontrast auf den Grund gehen zu können, sehe ich das anders.

Die Flusen gingen auch durch Bürsten mit einem Pinsel zur Reinigung hochwertiger Digitaldrucke (bitte nicht bei blankem Metall und erst recht nicht bei PP oder PL machen!!!) nicht runter. Was nur ist mit dieser Münze passiert?

Eine mögliche Erklärung: die wurde, vor sehr, sehr langer Zeit, mit Wachs oder Öl konserviert und mit einem (flusenden) Tuch abgetupft. An den hohen Stellen war weniger Konservierungsmittel, als in den Vertiefungen. In Laufe vieler, wahrscheinlich mehr als 100 Jahre) verhärtete das Konservierungsmittel und es bildete sich dann - unter Einbeziehung der Reste davon - in den Vertiefungen eine dicke Patina und an den erhabenen Stellen eine hauchdünne. Die Konservierung tat das, was sie sollte: sie wirkte und schützte vor Korrosion. So habe ich sie erworben und belassen.

Die Sache mit dem vz stimmt aber wohl so nicht ganz. Das ist nicht sonderlich schlimm. Machen wir mal (vor allem für jüngere Sammler) direkte Vergleiche mit kupfernen Münzen der 2-BS-Plattform aus Indien, bei denen aussagefähige Bilder eingestellt sind. Interessant sind nicht die Münzen selbst, sondern die Oberflächen der tiefliegenden und der freien Felder:

Nr. 366102124, 252002070, Nr. 4319100816 - 10 Cash 1808

Und so geht das weiter. Ich kann rückblickend immer nur sagen: sammeln bedeutet jahrzehntelanges Suchen und Vergleichen. Der Preis ist - gerade bei schönen oder qualitativ und subsatanziell wirklich guten, sehr, sehr weit über dem Durchschnitt liegenden Stücken - meist nicht das Problem, sondern die Beschaffung. 6 DM war auch damals ein Schnapper. Wenn man genauso eine Münze will, muss man auch bereit sein, auf einer Auktion 100, 200, 300 oder auch 1.000 Euro zu bezahlen. Ausnahmerhaltungen können Ausnahmepreise erzielen - müssen es aber nicht. Der Markt ist nicht "perfekt". Ist man auf kein Land und keinen bestimmten Münztyp festgelegt und sammelt man nicht auf Vollständigkeit, kann man es machen, wie ich: alles mitnehmen, was man bekommen kann und was man bezahlen will. So, wie bei dem Monaco-Decime.

Zurück zu meiner Münze: schaut man sich die höchsten Punkte an, dann sieht man einige Stellen der Gravur, die sie im Stempel nicht glätten konnten bzw. nicht geglättet haben. Also selbst noch die allerhöchsten Stellen. Die verlaufen immer parallel zur Längsachse der Schrift und somit zur Gravierrichtung.

Was soll ich nun dazu sagen: NGC MS 63 geht ja nicht, wenn man den direkten Vergleich zieht. Da liegt mein Stück sehr weit drüber. Meine Vermutung: "bankfrisch" oder "unzirkuliert" mit einer dem Alter entsprechenden, gewachsenen, braun-schwarzen "Sammlungs-Patina" oder "Kabinett-Tönung". Dass das Stück kurze Zeit nach dem Prägen
konserviert und in ene Sammlung gelegt wurde, ist für mich die nächstliegende und wahrscheinlichste Erklärung.

In der Hand wirkt die Münze aufgrund ihrer groben Machart wie ein ansprechendes "vz".
Heute genau so, wie vor 30 Jahren.

Und ja: auch ich habe noch irgendwo altkorrodiertes Zeugs der Britisch-East India Company rumliegen (Foto "EAC-Vergleich") für eine oder zwei DM das Stück. Ein oder zwei Stücke. So, wie ich sie aus Krabbelkisten gekauft habe. "Freude" hatte ich nie daran. Gesehen und immer wieder schnell als Belegstück weggelegt. Obwohl deutlich überm Mittel. Das abgebildete Stück stammte angeblich aus einem Schiffswrack - ich vermute aber einen anderen Ursprung, da die Patina auf Brandeinwirkung hindeutet. Wollen wir mal hoffen, dass das Geld das einzigste war, was damals mitverbrannt wurde...
 

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1/4 Farthing, 1848. Mit Zahlung des Kaufpreises von stolzen 5 DM hatte diese Münze in den frühen 90ern Einzug in meine Sammlung gehalten. Vz erhalten und mit dunkler (Bitter-)Schokolandenpatina. Und bei mir ist sie zu meiner glegentlichen Freude auch bis heute geblieben. So klein, wie sie ist, Durchmesser ca. 10 mm, Gewicht: ca. 0,56 Gramm und als Beweis der Winzigkeit mit einer Mega-Abziehriefe überm Kopf , bekomme ich sie nicht schärfer fotografiert.
 

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Ein nur kurz in Umlauf gewesener Centime aus der Zeit der französischen Revolution mit originalbelassenen Oberflächen und mit bereits abgenutzten Stempeln (wie üblich) geprägt. Man erkennt das an der Patina mit den typischen rotbraunen und schwarzen Verfärbungen, die von den nach dem Glühprozess der Rohlinge verbleibenen Zunderanhaftungen kommen.
 

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Zurück zur Zeit etwa 25 bis 75 Jahre nach den Anfängen der Münzprägung

Milet, Obol, ca. 525-475 v. Chr. mit einer dicken, schwarzen Patina. Mit etwa einem Gramm und nur wenige Milimeter Durchmesser war diese Art Münzen nichts für Geldbeutel. Transportiert wurden sie oft im Mund. Erworben für weniger als 20 Euro in den 2010ern zu einem Zeitpunkt, als über Monate zig, wenn nicht gar mehr als hundert dieser Münzen in der "Bucht" auftauchten und von (richtigen) Händlern dort ab 1 Euro feil geboten wurden. Das meiste war erkennbar und übertrieben gereinigt; bei dieser Münze hatte man sich noch nicht mal diese Mühe gemacht - zum Glück.

Meine nächstälteste Münze ist gute 200 Jahre jünger.
 

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Heutzutage werden nur noch Alufolienkugeln in der Grösse im Mund transportiert...
 
Wie sehr (Inhalt) oder wie wenig ("Geldwert") sich die Zeiten doch geändert haben.

Marseille, Grieschicht Periode, 225-49 v.Chr., Drachme. Schon für den Geldbeutel, nicht für den Mund.
 

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Tolles Stück! So eins sieht man wahrlich nicht oft am Markt. Den Typ suche ich tatsächlich auch schon länger, wobei mir eine etwas mäßigere Erhaltung reichen würde. Herrlich anzusehenes Motiv immer wieder.
 
China, Cashmünze, vermutlich spätes 18 bis mittleres 19. Jahrhundert (bevor ich was grob falsches angebe, lasse ich es besser). Vor über 25 Jahren als Belegexemplar für diesen Münztyp erworben (damals gab es sie meist verkrratzt und achtlos in Wühlkisten geworfen). Heute sieht das schon ein wenig anders aus. Wahrscheinlich waren es eine oder zwei DM, die ich dafür bezahlt habe. Dieses Stück ist besonders schön, es zeigt an den Stellen, an denen die Gußhaut abgeschliffen wurde eine dünne, Original-Messingpatina und in den Vertiefungen noch die Gußhaut. So, wie die Münzen damals gefertigt und in Verkehr gesetzt wurden. Mittlere Beträge wurden auch mit an Schnüren aufgereihten Münzen bezahlt. Einige Zeit nachdem die Engländer China bezwungen hatten (Opium-Kriege) wurden leichtere Nachfolgemünzen geprägt und die Gusstücke wegen des Messingwertes eingeschmolzen.

Vergleichsstücke für Oberflächenbeschaffenheiten (vertiefte Bereiche, innen)
2 BS: 7566302348, 5104800046, Kommentar: originale Gusshaut in Vertiefungen
2 BS: 1288702348, Kommentar: evtl. Fundmünze
2 BS: 2903200862, Kommentar: kein Schwarz in den Vertiefungen mehr.

Anmerkung: Aufgrund der Art und Weise der Fertigung dieser gegossenen Münzen besteht bei einigen Stücken mit ausreichender Teife und suboptimalen Oberflächen sicher die Möglichkeit ein wenig der erhöhten Oberflächen abzutragen. Wann der Materialabtrag erfolgte (historisch oder später) kann man dann nicht mehr feststellen, wenn der Abtrag in derselben Art und Weise erfolgte, wie zum Zeitpunkt der Herstellung der Münzen.
 

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Marokko, 3 Falus 1290 AH Auch diese Münze ist gegossen.
 

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