Neuzugänge in Eurer Sammlung

Ich gestehe, daß ich bei Künker zum Jahresende etwas die Kontrolle verloren habe. Ich finde den Umstand von Prägungen aus Trier reizvoll. Nur zum Zwecke des Vergleiches stelle ich den bereits oben vorgestellten Solidus (von Editions V. *******) hier nochmals als ersten mit vor. Die vier folgenden sind von Künker.

Gratianus 367-383.
Solidus, Treveri, in ex. TROBT, 378-383, AU 4,48 g
Ref: C 39, RIC 49b, S, Dep. 45/2 Conservation: Superbe

Gratianus 367-383.
AV-Solidus, 375-378, Treveri, 1. Offizin; 4,45 g. Drapierte Büste r. mit Rosettendiadem//Zwei Kaiser sitzen v. v. mit Globus, dahinter Victoria. RIC 39c-1, S, Winz. Kratzer, Schürfstelle auf dem Revers, sonst vorzüglich
Aus der Sammlung eines hessischen Pharmazeuten.

Gratianus, 367-383.
AV-Solidus, 375-378, Treveri, 3. Offizin; 4,49 g. Drapierte Büste r. mit Rosettendiadem//Zwei Kaiser sitzen v. v. mit Globus, dahinter Victoria. RIC 39c-3, S, Min. Prüfstelle am Rand, leichte Prägeschwächen, sehr schön-vorzüglich
Exemplar der Sammlung Christoph Buchhold.
Exemplar der Auktion Italo Vecchi 14, London 1999, Nr. 1301 und der Auktion Münzen und Medaillen AG 88, Basel 1999, Nr. 458.

Valentinianus II., 375-392.
AV-Solidus, 378-383, Treveri, 3. Offizin; 4,48 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Zwei Kaiser sitzen v. v. mit Globus, dahinter Victoria. RIC 49c-2, S, Prachtexemplar. Winz. Kratzer, Schürfstelle auf dem Revers, sonst vorzüglich
Exemplar der Auktion Hess-Divo 298, Zürich 2003, Nr. 1133.

Theodosius I., 379-395.
AV-Solidus, 379-383, Treveri; 4,51 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//Zwei Kaiser sitzen v. v. mit Globus, dahinter Victoria. RIC 50, S; Zschucke 76 var. (ohne diese Offizin). R Kl. Henkelspur, vorzüglich
Exemplar der Sammlung Dr. Carl Friedrich Zschucke.
Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 30, Osnabrück 1995, Nr. 370.
Zschucke (Die römische Münzstätte Trier, 3. Aufl., 1997) ordnet den Typus der 10. Prägeperiode der Trierer Edelmetalle zu. Den Beginn dieser Emissionierung setzt er während der Münzreform des Constans an.

Die selbstgemachten Bilder sind leider bei weitem nicht so gut wie die von den Auktionshäusern, aber ich füge sie dennoch bei.

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Ich hoffe ich darf trotz Halbwissen etwas dazu schreiben.

Soweit ich verstanden habe, hatte Ägypten von Anfang an wenig Silber, weshalb es am Anfang ja auch die großen Bronzemünzen für große Nominale gab.

Später hatten soweit ich verstanden habe generell die ägyptischen Münzen weniger Silber als die im restlichen römischen Reich, was ein Mitgrund war, dass Ägypten ein eigenes Münzsystem hatte (der Hauptgrund ist aber wohl, dass der Staat beim gesetzlich erzwungenem Geldwechsel bei Grenzübergang gut verdient hat, wegen den Wechselkursen).

Das ist soweit erstmal ganz allgemein. Insofern fände ich es aber unlogisch, dass Alexandria hier mehr Silber benutzte als andere Prägestätten, wenn das Metall seltener war als im Rest des Reiches.
Noch ein paar Anmerkungen zum Silbergehalt der alexandrinischen Tetradrachmen. Im Artikel " The Face on the Coins and Inflation in Roman Egypt " ( Lendon, 1990 ) finden sich folgende Angaben zum Feingehalt der ägyptischen Tetradrachmen. Unter Tiberius enthielten sie ca 30 % Silber, unter Claudius 23 %, unter Nero 16 % und unter Marc Aurel nur noch 7,75 %.

Ägypten war bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr ein geschlossenes Währungsgebiet. Ich stelle mir die Grenzpassage irgendwie so vor, wie in der DDR. Zwangsumtausch und, besonders wichtig, alle Bücher raus. Im Unterschied zu den Arbeitern und Bauern allerdings nicht zur Verhinderung von Wissen, sondern im Gegenteil zu dessen Vermehrung, denn alle konfiszierten Bücher wurden der Bibliothek im Museion einverleibt oder zumindest kopiert und dann wieder zurückgegeben. Ich finde das absolut faszinierend. Das ptolemaische Ägypten, das dann von den Römern im Prinzip änderungslos weitergeführt wurde,war das reichste Land der alten Welt, die Kornkammer des Mittelmeerraumes und neben Pergamon und Athen eines der Wissenschaftszentren seiner Zeit.
 
Noch ein paar Anmerkungen zum Silbergehalt der alexandrinischen Tetradrachmen. Im Artikel " The Face on the Coins and Inflation in Roman Egypt " ( Lendon, 1990 ) finden sich folgende Angaben zum Feingehalt der ägyptischen Tetradrachmen. Unter Tiberius enthielten sie ca 30 % Silber, unter Claudius 23 %, unter Nero 16 % und unter Marc Aurel nur noch 7,75 %.

Ägypten war bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr ein geschlossenes Währungsgebiet. Ich stelle mir die Grenzpassage irgendwie so vor, wie in der DDR. Zwangsumtausch und, besonders wichtig, alle Bücher raus. Im Unterschied zu den Arbeitern und Bauern allerdings nicht zur Verhinderung von Wissen, sondern im Gegenteil zu dessen Vermehrung, denn alle konfiszierten Bücher wurden der Bibliothek im Museion einverleibt oder zumindest kopiert und dann wieder zurückgegeben. Ich finde das absolut faszinierend. Das ptolemaische Ägypten, das dann von den Römern im Prinzip änderungslos weitergeführt wurde,war das reichste Land der alten Welt, die Kornkammer des Mittelmeerraumes und neben Pergamon und Athen eines der Wissenschaftszentren seiner Zeit.
Wer heute in der BRD ein Buch veröffentlicht, muß ein Pflichtexemplar an die für ihn zuständige Landesbibliothek abliefern. Also etwas ähnlich.

7,75% unter Marc Aurel? Als Silbererz wäre das in Ordnung. :)
 
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Neu bei mir: Ein Miliaresion (2,22g Ag) von Leon V., dem "Armenier" (813-820), Sear 1628/Sommer 29.3.
Av: "Jesus Christus siegt" um Stufenkreuz, Rv: "Leon mit (seinem Sohn) Constantin, von Gott(es Gnaden) Kaiser der Römer".
Leon wurde zu Weihnachten 820 in der Palastkapelle zu Konstantinopel von Anhängern seines Nachfolgers Michael (II.) ermordet; Constantin wurde sicherheitshalber entmannt, damit er keine weiteren Ansprüche auf den Thron erheben konnte.
 

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Alexios III. (1195-1203), Tetarteron, 3,49g Ae. Eine nicht allzu häufige Münze dieses Kaisers. Vorne Maria in Orantenhaltung, oben rechts ragt die Hand Gottes ins Bild; hinten der Kaiser, wie meist zu dieser Zeit mit dem Titel "Despot" benannt, der damals noch keinen negativen Beiklang hatte, obwohl der bei diesem Herrscher durchaus angebracht gewesen wäre...
Sear 2024/Sommer 66.5N.
 

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Mein erstes Goldschüsselchen für 2026! Ein Hyperpyron von Isaak II. Angelos (1185-1195 und 1203-1204), 4,09g, Sear 2001/Sommer 65.2. Auf der Rückseite neben dem Kaiser der Erzengel Michael.
Isaak war der ältere Bruder von Alexios III. (s. letzter Post) und wurde von diesem 1195 gestürzt und geblendet. Nachdem Isaaks Sohn Alexios IV. 1203 mit Hilfe der Kreuzfahrer Alexios III. stürzen und vertreiben konnte, teilten sich Vater und Sohn den Thron für kurze Zeit, bis die Kreuzfahrer wegen ausbleibender Zahlungen die Geduld mit ihnen verloren und beide 1204 ermordeten.
 

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Als Beifang von derselben Auktion wie das vorherige Stück: Ein Tetarteron von Alexios I., geprägt anlässlich der Ernennung von Johannes II. zum Mitkaiser 1092/3. Dass Johannes zu diesem Zeitpunkt eigentlich erst sechs Jahre alt ist, kann man seinem Bildnis auf der Rückseite - er hält mit Christus ein Labarum - nicht ansehen. Auf der Vorderseite Alexios mit seiner Frau Irene Doukaina, ein Langkreuz zwischen sich haltend.
Ungewöhnlich für Münzen, aber in Byzanz gelegentlich verwendet ist das Material: Pb!, 4,35g. Sear - / Sommer 59.22 / DOC 32.
 

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