Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

Liebe Foristen,
es ist endlich soweit und ich kann Euch heute meinen ersten bayrischen Doppeltaler vorstellen.
Da ich öfter schon an der Walhalla vorbei gefahren bin, und auch schon einige Male dort war, sollte es dieser Doppeltaler sein. Das Stück stammt von der letzten Hirsch und wurde als fast stempelglanz offeriert.
Ich wäre aber zumindest bei einem vz-st.
Ich halte es wie @starro, f.st. ist da schon drin!
 
In MS Graden würden die Grader vermutlich bei 63 bis wahrscheinlicher 64 rauskommen. Lässt sich sagen, was das für Streifen revers sind, die diagonal verlaufen und über das Relief gehen? Könnte es ein Hauch von Patina sein, vielleicht von einer langjährigen Auflage?
 
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In MS Graden würden die Grader vermutlich bei 63 bis wahrscheinlicher 64 rauskommen. Lässt sich sagen, was das für Streifen revers sind, die diagonal verlaufen und über das Relief gehen? Könnte es ein Hauch von Patina sein, vielleicht von einer langjährigen Auflage?
Gute Frage, sind fast nur auf dem Foto zu sehen. In der Hand nicht wahrnehmbar. Könnten noch Spuren von einer Justierung sein.
 
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besser geht es kaum oder nicht. Doppeltaler sind aufgrund ihrer Feinheit und ihres hohen Gewichtes extrem anfällig für Randfehler. Die Münzen wurden noch vor dem Prägen justiert und vielleicht (genaues weiß ich nicht) erst nach dem Prägen mit der Randschrift oder Riffelung versehen. Bei manchen Stücken aus der Zeit ist das so. Perfekte Ränder wären, wenn überhaupt nur dann zu erwarten, wenn die Münzen zweimal handgehoben geprägt und davor gerändelt worden wären (Proben, Sonderanfertigungen) oder aber die Münzen mit einem Randeisen versehen worden wären, in dem die Randschrift eingraviert ist. Im Fall vor der Prägung mit Randschrift versehenen Münzen würden die Randschrift und die Ränder aufgrund der Kaltverflüssiging des Metalls beim Prägen anders aussehen, als bei nachträglich gerändelten Stücken.
 
Es hat einige Zeit gedauert, bis mein Neuzugang aus der VIA-Auktion bei mir eingetroffen und von mir fotografiert worden ist. Nun kann ich ihn euch aber zeigen.

Ich hatte schon in Zusammenhang mit einem 2/3 Taler aus der Prägestätte Zellerfeld vom Ende der Tätigkeit von Heinrich Horst als dortigem Münzmeister berichtet.

Diese Entwicklung kann man auch auf den Reichstalern aus Zellerfeld nachvollziehen, von denen es zwei Typen gibt.
Der Wilde Mann ist bei beiden Typen auf der Rückseite vertreten, jedoch variiert die Wappendarstellung auf der Vorderseite: Einmal die Wappen im Kreuz (Welter 2231), einmal das Wappen mit Schildhaltern (Welter 2235/2236).
Von dem letztgenannten Typ konnte ich nun ein Exemplar mit der seltenen Münzmeisterkombination HH und C ersteigern.

Kurfürstentum Hannover: Reichstaler 1719 HH und C (Welter 2236)

Hannover W 2236 1719 HXH C Reichstaler Av.webpHannover W 2236 1719 HXH C Reichstaler Rv.webpHannover W 2236 1719 HXH C Reichstaler RvMmz.webp

Ich habe die in meiner Sammlung befindlichen 2/3 Taler und Reichstaler zusammen gelegt, um die Entwicklung von „Heinrich Horst“ über „Heinrich Horst und Kommission“ und „Kommission“ bis hin zu „Ernst Peter Hecht“ zu dokumentieren.

Hannover W 2236 1719-21-23 Reichstaler W2241 2.3 T Avbeschr.webpHannover W 2236 1719-21-23 Reichstaler W2241 2.3 T Rvbeschr.webp
 
Hier zwei Neuzugänge aus meinem Spezialgebiet 16 Guten Groschen aus dem Königreich Hannover.
Zum einen eine Variante aus dem Jahr 1825, bei der der üblicherweise nach der Jahreszahl gesetzte Punkt fehlt, dieser aber eine Zeile darüber nach GROSCHEN gesetzt wurde. Ich habe sie „Montagsvariante“ getauft.

Hannover AKS 38 1825 16 Gute Groschen K207 mPnET oPn1825 mPnGR Av.webpHannover AKS 38 1825 16 Gute Groschen K207 mPnET oPn1825 mPnGR Rv.webp


Zum anderen aus dem Jahr 1833 eine Münze mit der Schreibweise LUNEBRG für Lüneburg. Dieser Reversstempel wurde mit zwei unterschiedlichen Aversstempeln gekoppelt: IRL ohne Punkt und IRL mit Punkt.

Hannover AKS 66 1833 16 Gute Groschen K212f LUNEBRG oPnIRL Av.webpHannover AKS 66 1833 16 Gute Groschen K212f LUNEBRG oPnIRL Rv.webp


Vergleichsfotos habe ich wieder einmal beigefügt.

Hannover AKS 38 1825 16 Gute Groschen 1825 GF u Montag Avbeschr.webpHannover AKS 38 1825 16 Gute Groschen 1825 GF u Montag Rvbeschr.webpHannover AKS 66 1833 16 Gute Groschen K212f LUNEBRG Var muo PnIRL Avbeschr.webpHannover AKS 66 1833 16 Gute Groschen K212f LUNEBRG Var muo PnIRL Rvbeschr.webp
 
jever - friesisch Herb

Das könnte man bei dem Stempelschnitt dieses Pfennigs von 1764 auch sagen, denn diese extrem dekorativ wirkende Kupfermünze in Größe einer 1-Cent Münze hat es in sich. Gekauft auf 2BS (Nr. 25052400800852) als vz. Da kann man wirklich nicht meckern sondern nur dankbar zugreifen. Dem Händlerfoto nach konnte man die dicke, gewachsene Schoko-Patina nicht unbedingt vermuten. Ich ging von irgendwann man leicht und schonend gereinigt und danach deutlich nachgedunkelt aus. So Stücke können ja durchaus bereits 100 oder 150 Jahre in einer Sammlung gelegen haben. Und so auch eine dicke Patina ansetzen. Ob man es später noch unterscheiden kann: wenn die Münze beim reinigen nicht verätzt und nicht berieben wurde, dann wohl ehr nicht.

Ein Vergleichsexemplar ist, ebenfalls auf 2BS die Nummer 25012201000312. Da kann man sehr gut die Oberflächen und das, was so einer Münze alles "zustoßen" kann, vergleichen. Und ein weiteres in Umlauferhaltung, so wie wohl die meisten kupfernen Münzen aus dieser Zeit rüberkommen: Nr. 2219400064.

Es gibt noch einige vom Motiv her sehr ähnliche Hellermünzen, jedoch ist auch bei diesen der Löwe auch immer schwach ausgeprägt (Nrn: 18050500400852, 22082510400308,22041200600312, 25012201200312. Zumindest auf 2BS werden die Heller öfter angeboten, als die Pfennige. Interessant ist neben dem Vergleich der Qualitäten (soweit dies anhand der Fotos möglich ist) auch der der Preise.

Viel Freude beim Betrachten.
 

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Liebe Foristen,
am Wochenende konnte ich wieder einen weiteren "Sautaler" in Empfang nehmen.
Das Stück war wohl wenn nur kurz im Umlauf, es stammt von einem wohl etwas länger im Betrieb befindlichen Stempel und hat einen wunderbarebn Glanz, danaben eine interessante "Prägedelle" Avers.
Das besondere ist weiterhin, dass das Stück Revers keinerlei Justierung hat. Da muss das Gewicht des Schrötlings exakt gepasst haben.
Für mich jedenfalls ein in der Art selten vorkommendes Exemplar, das ich gerne in die Sammlung integriert habe.
 

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