Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

Ein hübscher bayrischer Kreuzer von K, die offenbar irgendwo eine Rolle gefunden haben, da sie derzeit eine Menge ähnlicher Stücke peu a peu anbieten. Dieses Mal ist tatsächlich die schöne Patina und der tolle Glanz sekundär. Vielmehr ist hier eine Lichtenrader-Prägung sehr schön erkennbar. Ein weiteres Exemplar zeigte vor wenigen Tagen ebenfalls ein ähnliches Erscheinungsbild.
 

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Ein Dreiling aus Mecklenburg-Schwerin aus dem Jahre 1828.
In diesem Jahr wurde in der Präge in Schwerin von ringloser Prägung umgestellt in Prägetechnik im Ring. Meines Wissens nach (ich lasse mich da sehr gerne korrigieren) war Schwerin die erste deutsche Prägeanstalt überhaupt, die im Ring prägen ließ, zumindest große Auflagen. Und das deutlich früher als im modernen Berlin, wo erst 12 Jahre später Großauflagen im Ring geschlagen worden sind.
Auffällig an dieser Münze ist, dass das D in Landes Münze gespiegelt ist. Dieser Fehler ist meines Wissens nach noch gar nicht dokumentiert worden, weder im Jaeger, noch im AKS noch auf dem interaktiven Katalog muenzen-mecklenburg.de. Ich bin dankbar für weitere Quellen, die diesen Fehler ebenso dokumentieren können.
Ich hatte schon überlegt, ob es sich um eine Fälschung handeln könnte, doch wer fälscht schon solch einen Winzling?
Ein Vergleichstück von 1829 habe ich mit angehängt.

Mecklenburg-Schwerin
Dreiling 1828

Billon (Ag 187)
11,85 mm
0,46 g
Auflage: 684.427
AKS 25, Jaeger 25, KM 267

DeMkn-267-1828 modifMb.jpg

DeMkn-267-1829.jpg
 
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1 Gulden Hohenzollern, keine Toperhaltung, dafür hübsche Patina
 

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„HANNOVER prägte seit Ende des 17. Jahrhunderts nach dem Leipziger 12-Taler-Fuß, der 1737 auf dem Regensburger Reichstag als Reichsfuß anerkannt wurde. Die Münzen nach diesem Fuß wurden, da sie allein an den öffentlichen Kassen zugelassen waren, amtlich als Kassengeld bezeichnet.“ So die Ausführungen von Kurt Jaeger in „Die Münzprägungen der deutschen Staaten vor Einführung der Reichswährung“, Bd. 8 Hannover Braunschweig.
Und weiter schreibt er: „I Taler Hannoverisch Cassengeld“ wurden jedoch nur einmal als „Probemünzung“ im Jahr 1801 in 126 Exemplaren geprägt. Gleichzeitig wird berichtet, daß 372 Stück halbe Cassenthaler, 2030 „2/3 Stücke“ und 8780 Stücke zu 1/12 Taler hergestellt wurden.“

Dieser zweite Teil von Jaegers Ausführungen bedarf m. E. einer wichtigen Ergänzung.
Jaeger bezieht sich auf die Ausführungen von Joh. Kretzschmar in „Die Königliche Münze zu Hannover“ in Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen, Jahrgang 1902, und hat seine Stückzahlen wohl aufgrund der dortigen Angaben errechnet.

Kretzschmar schrieb zu den Geschehnissen rund um die Wiedereröffnung der Prägestätte in Hannover: „Am 8. Mai 1801 konnte die Münz-Commission … dem Ministerium die ersten Probemünzen überreichen: je 10 Thaler in beschickten R. 2/3 Stücken und in kassenmäßigen 1/1, 1/2 und 1/12 Th.-Stücken. … Im Ganzen waren bei der ersten Probemünze 2250 Stück Banco-Speciesthaler eingeschmolzen worden, die zu 1522 rth. in R. 2/3, 126 rth. in kassenmäßigen 1/1 Thalern, 186 rth. in ebensolchen 1/2 Th. und 732 rth. in 1/12 Th. umgeprägt worden waren.“
Kretzschmar berichtet dann von einer Besichtigung des Münzgebäudes und seiner Einrichtungen durch das Ministerium und von einer Prüfung der Probemünzen durch die Münzstätten in Braunschweig und Hamburg, um dann fortzufahren:
„Die Münzthätigkeit nahm nun ihren Fortgang, obwohl die definitive Gestaltung sowie die Ernennungen des Personals in London noch nicht genehmigt waren. Man wollte aber namentlich die Arbeiter nicht wieder außer Übung kommen lassen.“

Und so werden von dem halben Thaler Cassengeld, den ich euch heute präsentieren kann, mehr als 372 Stück geprägt worden sein. Dieser Typ ist nicht wirklich selten und wird mehrfach im Jahr auf Auktionen angeboten (auch im Handel sind zurzeit einige Exemplare erhältlich). Es gibt ihn sogar in mindestens zwei Varianten: Mit und ohne Bindestriche zwischen CASSEN und GELD.

Braunschweig-Calenberg-Hannover: ½ Cassataler 1801, Welter 2820, Schön 367, Kahnt 190

Hannover W 2820 K 190 0.5 Taler CASSEN=GELD Av.webpHannover W 2820 K 190 0.5 Taler CASSEN=GELD Avschr1.webpHannover W 2820 K 190 0.5 Taler CASSEN=GELD Rv.webpHannover W 2820 K 190 0.5 Taler CASSEN=GELD Rvschr.webp

Leider ist die Münze etwas berieben, was man aber nur bei entsprechendem Lichteinfall sieht. Ansonsten aber ein schönes Stück.

Und obwohl die Münzen vollmundig CASSENGELD versprechen, sind sie nicht im 12-Taler-Fuß ausgeprägt.
Bei Wikipedia finden sich Angaben im Bereich von 12 1/3 bis zu 12 4/9 (Fußnote 27).
Wenn der 12-Taler-Fuß eingehalten und 750er Silber verwendet worden wäre, müssten diese Münzen 12,99 g wiegen. Tatsächlich bringen meine beiden Exemplare nur 12,16 und 12,33 g auf die Waage.

Hannover W 2820 K 190 0.5 Taler beide Varianten Av.webpHannover W 2820 K 190 0.5 Taler beide Varianten Rv.webp
 
Liebe Foristen,
ich stelle euch heute wieder einen neuen "Sautaler" vor, diesmal 1761, mit einem gut "erhaltenen" Jesukind.
Im Gegensatz zum 1755er Jahrgang hier das Revers mit der "Mondsichel" unter Marias's Fuß.
 

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Meine Münzen aus der 88. Grün-Auktion sind bei mir eingetroffen. Ich habe nun etwas Zeit gefunden und werde sie euch peu a peu vorstellen. Schließlich werden dies die letzten Neuzugänge für eine längere Zeit gewesen sein.

Ich hatte euch schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass in dieser Auktion viele Münzen zu einem niedrigeren Preis als in früheren Auktionen zugeschlagen wurden. Dies ist auch bei meinem ersten Neuzugang der Fall.
Es handelt sich um einen sog. Glückslöser, der bereits in der 293. Künker-Auktion versteigert wurde.

Zu den Glückslösern habe ich mich schon an anderer Stelle geäußert.

Diese wegen der Abbildung der Glücksgöttin Fortuna auf der Rückseite Glückslöser genannten Münzen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Bei der von mir erworbenen Variante steht auf der Vorderseite der Text im unteren Abschnitt, während er auf anderen Varianten in Kreuzform zwischen den Bildern erscheint.

Braunschweig-Wolfenbüttel: Glückslöser o. J. (1622-1624), Welter 1051

Braunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Av1.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Avschr.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Rv1.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Rvschr.webp

Hier die vier Bildelemente und der Spruch getrennt:

Braunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Av 1Jagd.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Av 2Fischerei.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Av 3Bergbau.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Av 4Hütte.webpBraunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ Av 5Spruch.webp

Das Viertel mehr an Gewicht macht sich auch im Durchmesser der Münze bemerkbar. Hier ein Vergleich mit einem Wildemann-Taler aus dem Jahr 1622.

Braunschweig Wolfenbüttel W1051 Glückslöser oJ W1057 1622 Rv.webp
 
Ich wechsele zur Celler Linie der Welfen:
Ein Reichstaler mit dem Hüftbild des Herzogs Christian Ludwig aus dem Jahr 1649

Welter unterscheidet die Nr. 1503 und 1504 nach der Stellung des Münzmeisterzeichens
HS, ggf. mit gekreuzten Schlüsseln (für Henning Schlüter):
Bei Nr. 1503 in der Umschrift, bei Nr. 1504 neben dem Wappen oder oberhalb davon

Dieses Exemplar ist das einzige der Nr. 1503 des Jahrgangs 1649 in meiner kleinen Datenbank. Es drehte von 2010 bis 2013 seine Runden in Auktionen von Künker und Grün, bis es dann jetzt wieder in der Grün-Auktion 88 auftauchte.
März 2010: Künker 165 Nr. 1998
November 2012: Grün 60 Nr. 2340
August 2013: Künker e21 Nr. 612

Braunschweig-Lüneburg-Celle: Reichstaler 1649, Welter 1503

BS LG Celle W1503 1649 Reichstaler Av1.webpBS LG Celle W1503 1649 Reichstaler Avschr1.webpBS LG Celle W1503 1649 Reichstaler Rv.webpBS LG Celle W1503 1649 Reichstaler Rvschr1.webp
 
Die Wildemann-Taler unter Herzog Christian Ludwig erfuhren während dessen Regierungszeit in Celle von 1648 bis 1665 einige Änderungen. Ich habe dazu vor einiger Zeit schon mal ein Schaubild gepostet.

Im Jahr 1652 kam es zum Wechsel vom Typ Welter Nr. 1506 auf den Typ Nr. 1505, wobei letzterer ein besonderes Detail aufweist, das leider auf meinem Neuzugang nicht gut zu erkennen ist: In der Harzlandschaft steht ein Turm.
Meine Hoffnung, dass man den Turm mit der Münze in der Hand besser erkennen würde als auf dem Auktionsfoto, hat sich leider nicht erfüllt.

Braunschweig-Lüneburg-Celle: Reichstaler 1652, Welter 1505

BS LG Celle W1505 1652 Reichstaler Av1.webpBS LG Celle W1505 1652 Reichstaler Avschr1.webpBS LG Celle W1505 1652 Reichstaler Rv1.webpBS LG Celle W1505 1652 Reichstaler Rvschr1.webp

Zum Vergleich die beiden Typen aus dem Jahr 1652:

BS LG Celle W1505-06 1652 Reichstaler Avbeschr.webpBS LG Celle W1505-06 1652 Reichstaler Rvbeschr.webp
 
1665 starb der Celler Herzog Christian Ludwig. Ich konnte in der Grün-Auktion zwei Sterbemünzen ersteigern: einen halben Reichstaler und einen 1/24 Taler.
Wie üblich finden sich auf der Rückseite einige Informationen zum Lebenslauf, die ich mal frei folgendermaßen übersetze und erläutere:
Geboren am 25. Februar 1622
Er regierte im Herzogtum (das Fürstentum) Calenberg 7 Jahre (nämlich von 1641 bis 1648)
und (das Fürstentum Lüneburg =) Celle und Grubenhagen und die Grafschaften Hoya und Diepholz 15 Jahre (nämlich von 1648 bis 1665 – was für mich allerdings eher 17 Jahre sind)
Gestorben am 15. März 1665

Braunschweig-Lüneburg-Celle: Halber Reichstaler 1665, Welter 1517

BS LG Celle W1517 0.5 Sterbetaler 1665 Av1.webpBS LG Celle W1517 0.5 Sterbetaler 1665 Avschr3.webpBS LG Celle W1517 0.5 Sterbetaler 1665 Rv1.webpBS LG Celle W1517 0.5 Sterbetaler 1665 Rvschr2.webp

Braunschweig-Lüneburg-Celle: 1/24 Taler 1665, Welter 1532

BS LG Celle W1532 1.24 Taler 1665 Tod Av.webpBS LG Celle W1532 1.24 Taler 1665 Tod Rv.webp
 
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