Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

Eine Top-Erhaltung ist der nächste Neuzugang nicht, aber er schließt eine Lücke bei meinen 2/3 Talern mit dem Wilden Mann aus der Regierungszeit von Georg III.
Im Jahr 1779 musste nach dem Tod des Münzmeisters bis zur Bestellung des neuen Münzmeisters wieder einmal eine Kommission (C) die Geschäfte der Prägestätte in Zellerfeld leiten.

Braunschweig-Calenberg-Hannover: 2/3 Taler 1779, Welter 2812, Schön 328, Smith 229

Hannover W 2812 1779 2.3 Taler Av.jpgHannover W 2812 1779 2.3 Taler Avschräg.jpgHannover W 2812 1779 2.3 Taler Rv.jpgHannover W 2812 1779 2.3 Taler Rvschr.jpg


Hübscher präsentieren sich die 24 Mariengroschen aus dem Jahr 1799, die in Clausthal unter dem Münzmeister Philipp Ludewig Magius geprägt wurden.

Braunschweig-Calenberg-Hannover: 24 Mariengroschen 1799, Welter 2817, Schön 319, Smith 231

Hannover W 2817 1799 24 Mariengroschen Av.jpgHannover W 2817 1799 24 Mariengroschen Avschr.jpgHannover W 2817 1799 24 Mariengroschen Rv.jpgHannover W 2817 1799 24 Mariengroschen Rvschr.jpg
 
Neuzugänge kann ich auch wieder bei den 16 Guten Groschen aus dem Königreich Hannover verzeichnen.
Für euch habe ich aus der Regierungszeit von König Georg IV. drei Münzen des Jahrgangs 1823 herausgesucht (die mittlere und die rechte Münze sind neu). Ihre Rückseiten wurden mit demselben Stempel geprägt, der durch einen Punkt nach GROSCHEN auffällt. Diesen Punkt gibt es üblicherweise nicht, da für ihn ja auch kein Bedarf besteht: Keine Abkürzung, keine Trennung, kein Abschluss.
Die Vorderseiten gehören alle zur Grundform, stammen aber von drei verschiedenen Stempeln.

Königreich Hannover: 16 Gute Groschen 1823, AKS 38, Kahnt 207 (unbeschriebene Variante)

Hannover AKS 38 1823 16 Gute Groschen K207 unbeschr mPn GROSCHEN S1bis 3 Av.JPGHannover AKS 38 1823 16 Gute Groschen K207 unbeschr mPn GROSCHEN S1bis 3 Rv.JPG
 
Nochmals 16 Gute Groschen, diesmal aus der Regierungszeit von König Wilhelm IV.
Nichts „Spektakuläres“: Keine besseren Erhaltungen, keine spezielle oder seltene Variante.
Diese von Kahnt unter Nr. 207j beschriebene Variante kommt recht häufig vor, und zwar mit zwei Vorderseiten- und drei Rückseitenstempeln. Und bei einem der beiden Vorderseitenstempel, der auf meinem Foto für die linke und mittlere Münze verwendet wurde, fällt dann doch etwas in Auge: Ich meine, dass das Auge des Pferds etwas merkwürdig ausschaut, und habe dafür den Begriff „Glubschauge“ in meiner Systematisierung verwendet. Oder bilde ich mir das nur ein?

Königreich Hannover: 16 Gute Groschen 1834, AKS 66b, Kahnt 207j
Hannover AKS 66 1834 16 Gute Groschen K 212j S1-3 Av.jpgHannover AKS 66 1834 16 Gute Groschen K 212j S1-3 Rv.jpg
 
Zum Abschluss meiner Präsentationen geht es nach Braunschweig zu Herzog Karl II.
Nachdem Herzog Friedrich Wilhelm, der Schwarze Herzog, in der Schlacht von Quatre-Bras gefallen war, folgte ihm sein Sohn Karl nach. Da er minderjährig war, stand er unter Vormundschaft, die von dem britischen Prinzregenten Georg, dem späteren König Georg IV., wahrgenommen wurde. Erfolgreich im positiven Sinne war die Einflussnahme Georgs nicht so wirklich, 1830 musste Karl von der Regierung zurücktreten und fliehen.
Geprägt wurde die Münze in Braunschweig, Münzmeister war Friedrich Ritter (F. R.).

Herzogtum Braunschweig: 24 Mariengroschen 1818, AKS 27, Kahnt 144

Braunschweig AKS 27 24 MG 1818 Av.jpgBraunschweig AKS 27 24 MG 1818 Avschr.jpgBraunschweig AKS 27 24 MG 1818 Rv.jpgBraunschweig AKS 27 24 MG 1818 Rvschr.jpg
 
Neuzugang 1, aus G&M Auktion 303:

Denar Heinrich III. 1039 - 1056
Duisburg, königliche Münzstätte
Erhaltung: sehr schön
Gewicht: 1,54g
Dannenberg 316 Var., Berghaus 3:1b

Vs.: ✠HEINRICVSREX
Rs.: Kreuzförmig angeordnete Inschrift: DI VS BV RG zwischen vier Bögen
 

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Neuzugang 2, aus G&M Auktion 303:

Denar Heinrich III. 1039 - 1056
Duisburg, königliche Münzstätte
Erhaltung: sehr schön - vorzüglich, leichte Prägeschwäche
Gewicht: 1,43g
Dannenberg 316 Var., Berghaus 3:1c

Vs.: ✠H___IRICVSREX (✠HENIRICVSREX)
Rs.: Kreuzförmig angeordnete Inschrift: DI VS BV RG zwischen vier Bögen

Dannenberg unterteilt den Typ 316 in keine Varianten. Berghaus hingegen hat hier vier Varianten unterschieden:

3:1a Gerade Krone wie bei Konrad II. üblich mit kleinen Spitzen
3:1b Giebelkrone mit zwei Halbbögen auf den Schrägflächen
3:1c Giebelkrone ohne Halbbögen mit herabhängenden Pendilien
3:1d Giebelkrone ohne Halbbögen und ohne Pendilien (Dies ist mit Abstand häufigste Variante)

Gruß
Dagobert
 

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Gibt es Erklärungen oder Vermutungen, warum der Stempelschneider seinem Kaiser Heinrich III. im Laufe der Zeit eine andere Krone aufs Haupt gesetzt hat?
Die gerade Krone wie bei Konrad II. sieht aus wie bei deinem Dbg 312?
 
Dannenberg 315 zeigt Heinrich noch ohne seine Krone. Ich denke, dies missfiel dem König, so dass im weiteren Verlauf eine Krone her musste. Der Stempelschneider hat dabei offensichtlich ältere Denare seines Vaters Konrad II. als Vorlage genommen, denn die Ähnlichkeit ist doch recht deutlich (flache Krone mit herabhängenden Pendilien).

Anders als Berghaus sehe ich die Chronologie so:

3:1a Gerade Krone wie bei Konrad II. üblich mit kleinen Spitzen

Die Krone musste moderner werden und wurde zur Giebelkrone. Heinrich bekam ein Kugelzepter dazu.

3:1c Giebelkrone ohne Halbbögen, aber noch mit herabhängenden Pendilien.

Die Pendilien verschwanden, dafür wurde zwei Halbbögen ergänzt. Das Zepter rückte mehr in den Vordergrund und wurde länger.

3:1b Giebelkrone mit zwei Halbbögen auf den Schrägflächen

Ab hier steigt die Ausprägung deutlich. Denkbar ist, dass andere Stempelschneider die Bögen nicht übernahmen und somit die letzte Variante entstand.

3:1d Giebelkrone ohne Halbbögen und ohne Pendilien

Gruß
Dagobert
 
Dagobert, vielen Dank für deine Ausführungen.
Ich möchte meine Sammlung immer noch um einen Duisburger Denar mit Konrad II. ergänzen (steht allerdings in der Wunschliste weiter unten). Ich hoffe, wir kommen uns dabei nicht in die Quere.
 
Etwas überraschend zum Startpreis einer kürzlichen Saalauktion erhielt ich den Zuschlag für diesen Frankfurter Standardtaler. Geboten hatte ich eigentlich auch eher aus Spaß wegen der etwas ungewöhnlichen Patina Vermutlich schreckten die Fotos etwas ab, und auch ich vermag das Stück nicht adäquat abzubilden. Die Patina sieht in real sehr, sehr stimmig aus und der originale Glanz ist allgegenwärtig.
 

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