Diskussion: Slabbed Reichsmünzen

Gute Frage. Hier die Antwort: hast Du schon mal feinste Abziehspiren, beispielsweise auf 50-Cent-Münzen gesehen? Sowas gibt es. Aber: nach einigen Prägungen sind die dann weg. Siehe 50 Cent 2002 F, Rückseite mit BBT.
Ob das tatsächlich Fälschungen sind, kann ich anhand der Bilder nicht genau beurteilen, aber merkwürdig sind die schon etwas. Eventuell wurde nur der Prägedruck eingestellt.
 
Dem muss ich wiederum ganz klar widersprechen:

Diese Münze wurde in jedem Fall und sogar sehr stark getaucht und ist damit weit weg von Oberflächenzustand meines Guldens. Siehe Screen 2.

Der Isabella-Quarter hat keine natürlich gewachsene Patina, sondern eine optisch attraktive Tönung, die in den Bereichen zwischen den Buchstaben dünner ist, als in den freien Feldern. Genau so, wie man das bei getauchten Münzen erwarten kann. Siehe Händlerbild auf 2BS

Durch Nachpatinierung oder Tönung können an sich zerstörte und entstellte Münzen für wenig erfahrene Sammler optisch aufgewertet werden. Egal, obn das absichtlich oder durch Jahrzehntelange Lagerung in einer Sammlung geschieht.

Der Unterschied der Helligkeit zwischen den Feldern und den Zwischenräumen der Buchstaben resiltiert primär aus den durch Abrieb raueren Feldern, Screen 1, in Verbindung mit unterschiedlich hohen Anreicherungen von Silber auf der Oberfläche der Münze, die prägebedingt sind. Andere, dies begünstigende oder beschleunigende Faktoren mögen in Einzelfällen mit spielen.

Die Felder weisen zahlreiche Kratzer auf und zeichnen sich ganz stark gegen die unverkratzten, geschützten Felder ab, Siehe Screen 1. Daher: VV-Bereich. Wie beim Gulden.

Die "Knubbel" auf den Buchstaben und anderswo, siehe Screen 2, sind Umlagerungen von durch dem (unf ggf. vorhergegangenen Tauchvorgängen anderer Münzen mit demselben Tauchbad) Tauchvorgang kurz gelöstem Silber, dass sich dann wieder dadurch auf dem Metall dort niederschlagern konnte, wo weniger hohe Silberkonzentrationen waren. Ist halt dumm, wenn man teure Münzen zu lange und dann noch ggf. mit einem gebrauchten Tauchbad taucht.

Mein Gulden hat diese extremen Tauchbeulen oder Tauchknubbel nicht. Da ist es nur ganz leicht und ein bis zwei Größenordnungen weniger erkannbar, denn auch der wurde mal getaucht, wenn auch nicht derart extrem, wie der Quarter. Siehe Screen 3. Der Gulden ist stärker zurkuliert, als der Quarter.
So ein Unfug habe ich lange nicht mehr gelesen...
Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
 
Auflage in Millionenhöhe bedingt diverse auch Aufgearbeitete Stempel
Da hat einer Spuren, und der andere halt nicht
Oder die verschwinden nach einigen Tausend Stücken
Aber bei PP in winziger Auflage ??
Ein Erklärungsversuch von mir. Was wenn bei der PP-Prägung, warum auch immer, eine Aufarbeitung des Stempels nach wenigen Prägungen von nöten war? So könnten die Abziehspuren bei einigen Stücken erklärt werden.
Ob es aber so war??
 
Und bei der 50 Cent wurde auch nur ein Stempel verwendet, weil du das als Referenz nimmst?

Ansonsten ist das Beispiel nicht brauchbar.

Es kann zehntausende oder mehr 50 Cent Münzen geben, die genauso aussehen.

Beim Oldenburger ist nicht mal ansatzweise die eine mit der anderen Münze vergleichbar.
Es ging sich darum darzulegen, dass Abziehspuren relativ schnell verschwinden. Denn im Zahlungsverkehr sind diese bei noch gut erhaltenen Stücken meist nicht so extrem sichtbar.

Und wie gesagt: Beim Oldenburger sind es wohl wirklich Abnziehspuren. Das habe ich nach Bildaufbereitung und sehr ausführlicher Betrachtung dann auch eingeräumt.

Keiner von uns war dabei, als die Oldenburger Stücke in PP geprägt wurden. Keiner kann daher wissen, ob die alle hintereinander gefertigt wurden oder ob da Tage, Wochen oder Monate zwischenlagen, weil es nur auf Bestellung geschah. Im letzten Fall kann es sein, dass die Felder der Stempel auch mit einem Tuch nachpoliert wurden, um feinste Staubkörnchen zu entfernen. Dabei können die Abziehspuren dann auch so "eingeebnet" worden sein, dass man sie nicht oder kaum mehr erkennen kann.
 
Und wie gesagt: Beim Oldenburger sind es wohl wirklich Abnziehspuren. Das habe ich nach Bildaufbereitung und sehr ausführlicher Betrachtung dann auch eingeräumt.
Dann ist es ja geklärt, die 66er Gradierung okay... und wir können zum eigentlichen Thread-Thema zurückkehren.
 
Das sind zwei interessante Fälschungen, aber kein Beweis für Abziehspuren.
Die Streifen sind keine Abziehspuren, sondern von der Herstellung des Zains woraus die Rohlinge gestanzt wurden.
Der fehlende Prägeglanz trotz nahezu UNC zusammen mit der ungewöhnlich starken Prägeschwäche sind ein Indiz für die Fälschung. Hast du Bilder vom Rand?

Ja, ich habe auch ein Bild vom Rand.

Zum Glück gibt es hier Speziallisten auf dem Gebiet der Fehlprägungen und die können eindeutig bestätigen, dass es keine Fälschungen sind.

Im Übrigen bitte ich um etwas Zurückhaltung bei der pauschalen Bewertung von Kommentaren als "Unfug". Speziell dann, wenn man selbst, das zeigt genau der hier zitierte Kommentar, zumindest in Teilbereichen über ein Wissen verfügt, das eine richtige Einordnung in "Echt" oder "Falsch" nicht erlaubt.

Man kann und darf immer anderer Meinung sein. Man kann und darf damit sogar falsch liegen. Auch das kommt vor und es ist keine Schande. Man braucht deswegen aber die Meinungen anderer nicht als Unfug herabwürdigen.
 

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Könntest du uns bitte noch Informationen über Durchmesser und Gewicht geben?
 
Könntest du uns bitte noch Informationen über Durchmesser und Gewicht geben?
Momentan nicht, da ich diese Fehlprägungen in einen Banksave aufbeware. Wie man unzweifelhaft erkennt, ist die Randriffelung nicht ganz drauf, sodass der Durchmesser irgendwo zwischen dem der Ronde und der vollständig ausgeprägten Normalprägung liegt. Die hochauflösenden Bilder sagen eigentlich alles.
 
Gute Frage. Hier die Antwort: hast Du schon mal feinste Abziehspiren, beispielsweise auf 50-Cent-Münzen gesehen? Sowas gibt es. Aber: nach einigen Prägungen sind die dann weg. Siehe 50 Cent 2002 F, Rückseite mit BBT.
Ich denke nicht, dass es sich hierbei um Abziespuren handelt.
 
Danke, die Bilder sind super.
Bei der Annahme, dass es sich um Fälschungen handelt, war ich etwas zu vorlaut.
Tatsächlich handelt es sich um Prägeausfälle durch zu wenig Prägedruck wahrscheinlich beim Einstellen der Maschine als angefangen wurde Euros zu prägen.
Die Linien sind dennoch keine Abziehspuren, sondern vom Material. Die sind bei korrektem Prägedruck nicht mehr zu sehen.
 
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