Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?

Es gab da einen alten Mitarbeiter, der sich intensiv mit der historischen Prägetechnik im alten Gebäude der Kaiserzeit beschäftigt hat und die museualen Prägemaschinen betreute
Schade, dass sich Jaeger oder andere Numismatiker nicht systematisch darum gekümmert haben, das Wissen der alten Münzer systematisch zu erfassen, sie wären dadurch der experimentellen Archäologie , die wir heute gegebenfalls betreiben müssen, zuvorgekommen. Aber die Münzen des Kaiserreiches waren eben " modernes Zeug " und die Akademiker rümpften vermutlich die Nase ob der ordinären Münzen und der einfachen Menschen, die sie herstellten, wobei Jaeger direkt einmal schreibt, dass er immer wieder " vom numismatischen Wissen einfacher Menschen " überrascht gewesen sei. Der Standesdünkel lässt grüssen.


Meine Theorie, dass es sich um Reste von Klebestreifen handelt, fand man dagegen in der akuellen Diskussion sympathisch, da besonders die Bayern Silbermünzen bekannterweise in Bayern (Bayern überstand die Weltkrieg noch am besten von allen, viel Wohlstand blieb erhalten) viel in zusammengestellten Rollen gehortet wurden, die irgendwie zusammengebunden wurden.
Das wäre eine Antwort auf die Frage, was man in Bayern anders gemacht hat, als anderswo, die ich mir seit 2009 stelle und die auch nicht durch die Justierthese befriedigend beantwortet wurde,. Sie passt zu der hier in Norwegen verbreiteten Auffassung, die Streifen auf den Zweikronenstücke rühre daher, dass es üblich gewesen sei, sie mit Gummibändern in Zehnerpacken zu bündeln.
War Bayern im Vergleich zum viel weiter industrialisierten Norden nach dem 1. Weltkrieg wirklich relativ wohlhabend ? Ich habe so aus dem Stehgreif keine Zahlen parat, doch bei Bayern vor BMW denke ich immer an ein bettelarmes, rückständiges Agrarland. Was ist mit dem industrialisierten Nordwesten, Preussen jenseits der Rittergüter oder den Hansestädten ?
Ich möchte auch noch mal ganz banal eine Frage nach den Klebebändern stellen. Meine Mutter absolvierte Anfang der 40er Jahre eine Lehre im Einzelhandel. Zeit ihres Lebens rümpfte sie die Nase über den Gebrauch von Tesafilm. Ihrer Meinung nach war es möglich jede Papierumhüllung durch fachkundiges Falten stabil zu verschliessen. Wann wurde der Gebrauch von Klebbebändern üblich ?


in Münzhändler erinnerte sich, dass er häufig solche Rollen hatte und die mit Klebestreifen sicherte, so dass die oberste und unterste Münzen einen Abdruck hatten.
Das ist ebenfalls eine wichtige Beobachtung, ( und nun kommt das ABER ), aber was machen wir mit den Münzen, die beidseitig Streifen aufweisen ?
 
Das wäre eine Antwort auf die Frage, was man in Bayern anders gemacht hat, als anderswo, die ich mir seit 2009 stelle und die auch nicht durch die Justierthese befriedigend beantwortet wurde,. Sie passt zu der hier in Norwegen verbreiteten Auffassung, die Streifen auf den Zweikronenstücke rühre daher, dass es üblich gewesen sei, sie mit Gummibändern in Zehnerpacken zu bündeln.
War Bayern im Vergleich zum viel weiter industrialisierten Norden nach dem 1. Weltkrieg wirklich relativ wohlhabend ? Ich habe so aus dem Stehgreif keine Zahlen parat, doch bei Bayern vor BMW denke ich immer an ein bettelarmes, rückständiges Agrarland. Was ist mit dem industrialisierten Nordwesten, Preussen jenseits der Rittergüter oder den Hansestädten ?
Ich möchte auch noch mal ganz banal eine Frage nach den Klebebändern stellen. Meine Mutter absolvierte Anfang der 40er Jahre eine Lehre im Einzelhandel. Zeit ihres Lebens rümpfte sie die Nase über den Gebrauch von Tesafilm. Ihrer Meinung nach war es möglich jede Papierumhüllung durch fachkundiges Falten stabil zu verschliessen. Wann wurde der Gebrauch von Klebbebändern üblich ?


Das ist ebenfalls eine wichtige Beobachtung, ( und nun kommt das ABER ), aber was machen wir mit den Münzen, die beidseitig Streifen aufweisen ?
Vielen Dank für Deine Überlegungen. Man sollte sich bei den Überlegungen immer die Wahrscheinlichkeit bedenken. Wir haben nicht nur Stücke aus Bayern mit so einem Streifen, ebenso sind Stücke mit einem beidseitigem Streifen wohl sehr selten, vielleicht wurde dort das Band einmal umgeschlagen, um eine höhere Stabilität des Münzstapels zu erreichen? Oder andere Umwelteinflüsse.
 
Angenommen es ist eine chemische Reaktion durch Kleber, Papier, ... ließe sich diese dann "wegputzen"?
Oder ist durch die Reaktion die Metalloberfläche selbst nachhaltig verändert?

Falls ja könnte man die Münze ja quasi reinigen und gucken, ob die Patina so wiederkommt. Wenn sie wiederkommt, wäre ein physischer Ursprung (Justierung) wahrscheinlicher, wenn nicht spräche das für eine chemische Reaktion deren Quelle entfernt wurde? Wenn der Kleber natürlich die Metalloberfläche selbst durch eine Reaktion verändert hat, geht das natürlich nicht.

Man muss vielleicht auch immer bedenken, dass es vielleicht nicht die eine Erklärung für jede Münze gibt. Es gibt mehrere Theorien, vielleicht sind es in 60% Klebereste, in 30% Reaktion mit einem Papierstreifen und in 10% Justierspuren?
 
Hier ein Bayernstreifen auf einem bundesdeutschen Blechbayern.Die Münze war etwa 20 Jahre lang mit Tesafilm auf einem gebleichten Briefbogen fixiert. Und so sieht sie jetzt aus.
 

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Vielen Dank an Kronerogøre für das Bild.

An genau diesem Bild sieht man sehr deutlich den Unterschied von einem Bayernstreifen zu einem Streifen, der durch Klebeband hervorgerufen wird. An allen Übergängen von erhabenen zu vertieften Bereichen tritt auch innerhalb des (Klebeband) Streifens eine (unterschiedliche) Patinierung auf!
Dies ist bei einem "normalen" Bayernstreifen nicht so. Die Streifen sind insgesamt vorhanden und es gibt auch in Winkeln des Münzbildes, zwischen erhabenen und vertieften Stellen keinen Unterschied der Patinierung innerhalb des Streifens, auch nicht am erhabenen Randstab und auch nicht in den vertieften Feldern der Münze. Bei Klebestreifen auf einer Münze werden zudem auch immer Luftblasen mit eingeschlossen. Diese sind auch in der Patinierung erkannbar, es gibt Helligkeitsunterschiede inerhalb des Streifens.
Daher, die Bayernstreifen können nicht von Klebeband stammen!
Zurück bleiben immer noch die genau mit den Streifen verlaufenden Justierspuren, bei den Bayern gerade über die Münze, bei einigen z.B. italienischen Münzen kreisförmig, genau im Verlauf der Kreisförmigen Justierung. Auch sind Streifen belegt, die nur von der Münzmitte aus zum Rand verlaufen, darunter immer Justierspuren. Eins haben die Bayernstreifen aber gemeinsam, die Patinierung ändert sich nie bei einem Übergang von auf der Münze erhöhten zu vertieften Bereichen. Das erreicht man wirklich nur mit Klebeband - siehe Bild von @Kronerogøre, 2 Beiträge weiter oben.
Bildbeispiele sind mittlerweile genügend imThred - ihr müsst nur genau hinsehen.

Grüße pingu
 
Hallo zusammen.

Vielleicht eine blöde Frage, aber wie wäre es eine Stgl Münze sagen wir Jäeger 49 3 Mark Bayern 1911D mit einem Klebestreifen zu versehen und dann an der Luft, vielleicht unter Hinzunahme von Holz, altern zu lassen?

Klar man müsste versuchen Klebestreifen von damals zu bekommen. Ob das möglich ist wird wohl schwierig werden. Was meint ihr? Wie lang müsste die Münze dann an der Luft liegen, damit man eventuell ein Resultat sehen kann? Es gibt ja hier die Patinierungsspezialisten. Vielleicht hat da jemand eine Idee.

Nur so als weiterer Gedanke zu dem Thema. Vielleicht ist es aber auch völliger Quatsch. :rolleyes:
 
Ich denke nicht, dass es mit Klebestreifen zu tun hatte.
Meiner Ansicht nach verfolgte vor Jahren bereits @Bergfreund Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?
damals einen plausiblen Ansatz.
Vielleicht gibt es auch verschiedene Ursachen, um einen "nicht patinierten" Streifen auf den Münzen zu hinterlassen.
Ich würde jedenfalls vermuten, dass die Ursache dessen bereiits bei der Produktion der Münzen ihren Ausgang hat te und dann beim "altern" zum Vorschein kommt.
 
Ich denke nicht, dass es mit Klebestreifen zu tun hatte.
Meiner Ansicht nach verfolgte vor Jahren bereits @Bergfreund Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?
damals einen plausiblen Ansatz.
Vielleicht gibt es auch verschiedene Ursachen, um einen "nicht patinierten" Streifen auf den Münzen zu hinterlassen.
Ich würde jedenfalls vermuten, dass die Ursache dessen bereiits bei der Produktion der Münzen ihren Ausgang hat te und dann beim "altern" zum Vorschein kommt.
Danke für die Erinnerung. Ja, Fettreste sind gut möglich, zumal das Argument von pingu mit der (nicht vorhandenen) homogenen Patinierung über die Reliefschattenseiten hinweg stichhaltig ist.
 
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