Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?

Aktuell wird auf einer Münzhandelsplattform ein bayerisches 3 Mark Stück "Luitpold" angeboten, welches auf beiden Seiten einen Streifen hat. Auf der Porträtseite ist der Streifen deutlich schmaler als auf der Adlerseite.
 
Aktuell wird auf einer Münzhandelsplattform ein bayerisches 3 Mark Stück "Luitpold" angeboten, welches auf beiden Seiten einen Streifen hat. Auf der Porträtseite ist der Streifen deutlich schmaler als auf der Adlerseite.
Ein interessantes Stück, das Revers auch „im Bayernstreifen“ einige Patina-Sprenkler aufweist.
 
Wieso sollen ausgerechnet an bestimmten Stellen, wo zuvor eine Justierung des Rohlings stattgefunden hat, eine Patinierung ausbleiben?
Beim Justieren wird die vorhandene aber wahrscheiblich noch nicht sichbare Oxidschicht vom Weichglühen abgeschabt, die eine weitere Oxidation begünstigt.
Würde man die Münze tauchen und neu patinieren, würde vermutlich kein erneuter Streifen auftauchen, weil die unterschiedlich Dicke Oxidschicht chemisch entfernt wurde.
Es gibt auch Streifen, die auf Klebereste oder Tesafilm zurückzuführen sind, allerdings lassen sich diese deutlich von den Justierstreifen unterscheiden.
Manche Spuren sehen wie Abreißspuren aus, wie typisch für Klebeband.
Gemeint ist wahrscheinlich die Spitz zulaufenden Enden des Streifens.
Die lassen sich damit erklären, dass der Rohling in dem Justierklotzamboss auf einem "Buckel" lag, was die Münze leicht kippeln lässt um das ansetzen der Justierklinge zu vereinfachen und ein zu tiefes Eindringen der Klinge zum Rand hin zu verhindern.
Die Bayernstreifen habe ich auch schon auf MTTs gesehen und nun bin ich beim heraussuchen einer Hafner Nummer über ein Bild eines justierten Rohlings gestoßen.
Anhang anzeigen 309512
Als Ergänzug der Justierspur beim MTT im Anhang noch ein Bild eines MTTs mit Justierstreifen.
Da erkennt man sogar gut, dass am schmalen Ende die Klinge angesetzt wurde und bis über den Rand hinaus justiert wurde, wahrscheinlich ohne gewölbten Justieramboss.
Mtts haben keinen Randstab, wo eine volle Dicke am Rand wichtig wäre um Prägeschwächen zu vermeiden.
 

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  • MTT mit Justierstreifen.webp
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Beim Justieren wird die vorhandene aber wahrscheiblich noch nicht sichbare Oxidschicht vom Weichglühen abgeschabt, die eine weitere Oxidation begünstigt.
Würde man die Münze tauchen und neu patinieren, würde vermutlich kein erneuter Streifen auftauchen, weil die unterschiedlich Dicke Oxidschicht chemisch entfernt wurde.
Es gibt auch Streifen, die auf Klebereste oder Tesafilm zurückzuführen sind, allerdings lassen sich diese deutlich von den Justierstreifen unterscheiden.
Danke! Ich sympathisiere mit dieser These; vielleicht sind da einige Zaine einfach länger liegen geblieben. Der Mittelteil klingt für mich wie ein Versuchsaufbau =)
 
Hallo zusammen,

Seit längerem verfolge ich mit Interesse den Austausch über die Entstehung und die verschiedenen Thesen die zur Streifenbildung führen.
Durch Zufall bin ich auf folgenden Bericht gestoßen, der das Thema vertieft und zeigt, dass das Phänomen auch beim Schweizer Goldvreneli auftritt. Spannend, wie sich Parallelen zu den Silbermünzen ergeben haben.
 

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Vielen Dank für Deine Überlegungen. Man sollte sich bei den Überlegungen immer die Wahrscheinlichkeit bedenken. Wir haben nicht nur Stücke aus Bayern mit so einem Streifen, ebenso sind Stücke mit einem beidseitigem Streifen wohl sehr selten, vielleicht wurde dort das Band einmal umgeschlagen, um eine höhere Stabilität des Münzstapels zu erreichen? Oder andere Umwelteinflüsse.
Ich hatte ja neulich schonmal angemerkt, Schatulle mit Bändchen die einen solchen Effekt auch auf "modernen" Kommerzmedallien der 60er und 70er Jahre erzeugen können. Da braucht das Stück nur mal 90 Grad gedreht sein und man hat ein Kreuz, oder es wird mal angeschaut und liegt die nächsten 10 Jahre auf der anderen Seite.
Bzw, es gab/gibt auch Schatullen die unter der Münze (heute Münzkapsel) ein Bändchen liegen haben damit man die Münze ohne direktes anfassen aus der Vertiefung anheben kann. Das Bändchen kann auch reaktiv sein oder die Oberfläche vor dem restlichen Polster schützen. (Bändchen kann auch schmal sein)...
 
Hallo zusammen,

Seit längerem verfolge ich mit Interesse den Austausch über die Entstehung und die verschiedenen Thesen die zur Streifenbildung führen.
Durch Zufall bin ich auf folgenden Bericht gestoßen, der das Thema vertieft und zeigt, dass das Phänomen auch beim Schweizer Goldvreneli auftritt. Spannend, wie sich Parallelen zu den Silbermünzen ergeben haben.
Von den Streifen auf den Vrenelis hatte ich gehört, allerdings war mir dieses Dokument bisher nicht bekannt und ich freue mich, dass meine These dadurch bestätigt wird.
 
Und unter der ID 9812000920 wird bei 2 Buchstaben ein 2 Mark-Stück aus Sachsen-Meiningen mit interessanter "Bestreifung" angeboten. Bringt das Stück neue Anregungen für die Diskussion?
 
Und unter der ID 9812000920 wird bei 2 Buchstaben ein 2 Mark-Stück aus Sachsen-Meiningen mit interessanter "Bestreifung" angeboten. Bringt das Stück neue Anregungen für die Diskussion?
Habe ich auch gesehen. Bei dem aktuellen Stück scheint mir die Streifenbildung im direkten Zusammenhang mit den Justierspuren zu stehen.
 
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