Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?

Falls es irgendwie weiterhilft hätte ich hier noch ein Bild einer Münze mit einem "Bayernkreuz", also zwei fast senkrecht zueinander stehenden "Bayernstreifen". Manchmal helfen solche Besonderheiten, die Entstehung von irgendwas besser zu verstehen. (vielleicht auch nicht, aber ich dachte, ich stelle es trotzdem mal hier ein)
Danke, ich möchte hier alle angesprochenen Möglichkeiten beachten.
 
So einen klaren Streifen mit hell während außen herum natürliche Patina vorliegt habe ich in der Vergangenheit schon mehrmals bei diversen Kommerzmedallien aus den 60er und 70er Jahren gesehen. Ursächlich bei den Medallien war das Bändchen das das "Zertifikat" im Deckel der Schatulle festgehalten hat (Deckungsgleich mit dem Streifen), während der Rest des Metalls Kontakt zum Deckel oder dem Zertifikat hatte. Herausgeber der Medallien müsste eines der Bayerischen Handelshäuser gewesen sein, wenn ich mich richtig erinnere.
Könnte es ggf. sein, dass die betroffenen Münzen zu irgendeinem Zeitpunkt entweder in weiterverwendeten Medallienschatullen gelagert wurden, oder ggf. von einem Münzhandelshaus in Bayern in den 60er/ 70er Jahren in solchen vertrieben wurden (würde auch erklären warum das Phänomen so viele unterschiedliche Münzen aus diversen Gegenden betrifft, mit dem Schwerpunkt aber anscheinend Bayerische Münzen).
 
AHack hat hier die These gestellt, dass der Bayernstreifen das Ergebnis des Justierens darstellt. Was denkst Du darüber?
Moin Moin,
leider hatte ich eine Antwort nicht zeitnah verfasst und dann vergessen :(.
Durch das mir angekündigte "gekreuzte" Münzlein von "Bergfreund in #410 und nach weiterem Lesen bin ich daran "erinnert" worden.
Für mich ist das nach wie vor eher ein Ergebnis von entsprechend abgedeckten Bereichen, die dann mehr oder weniger massiv von den Umweltbedingungen und einer "Patinierung" durch chem. Prozesse verschont bleiben.
Für mich auffallend bei diesen "Bayernstreifen" ist, dass sie fast immer auf der Kopfseite entstanden sind.
Es ist für mich unvorstellbar, dass die These mit den nachjustierten Ronden stimmig sein soll / kann:
a) Das würde ein Auflegen fast immer mit dieser speziell behandelten Rondenseite auf den das Kopfbild prägenden Stempel bedeuten.
b) Ein derartig "kreuzweises Justieren" (#410) einer Ronde würde dem Personal wenig Sensibilität hinsichtlich des Prägeprozesses attestieren. ;)
 
a) Das würde ein Auflegen fast immer mit dieser speziell behandelten Rondenseite auf den das Kopfbild prägenden Stempel bedeuten.
b) Ein derartig "kreuzweises Justieren" (#410) einer Ronde würde dem Personal wenig Sensibilität hinsichtlich des Prägeprozesses attestieren.
Zu a) Es mag dir vielleicht so vorkommen, dass die Kopfseite öfter einen Streifen hat, was allerdings daran liegt, dass die Kopfseite meist oben liegt in einer Sammlung und oft stärker patiniert ist.
Ich havbe gnug Beispiele, wo es auf beiden Seiten oder nur auf der Rückseite vorkommt.
Zu b) Schlosser beschreibt dieses Kreuzweises Justieren genau in seinem Buch "Münztechnik" S. 149
Wenn zu viel auf einem Streifen justiert werden würde, würde es zu Prägeschwächen kommen.

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Mich wundert es ehrlicherweise, dass es immernoch Zweifel an dieser Erklärung gibt.
Schaut euch einige Beispiele an und ihr erkennt diese Justierstreifen auch wenn sich noch keine dunkle Patina gebildet hat.
Bei Unklarheiten stehe ich gerne für weitere Fragen zur Verfügung.
Interessant wäre es die Oxidschichtdicke zu messen auf und neben dem Streifen.

Das beste Beispiel ist dieses 5 Mark Stück, wo man den "Fingerabdruck" der Justierklinge deutlich erkennt.
Der Rohling musste deutliches Übergewicht haben bei so vielen Justierspuren.
Dort wo die Klinge Material abgenommen hat, ist die Oxidschicht abgetragen worden, die ein Anlaufen begünstigt.
 

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Zu a) Es mag dir vielleicht so vorkommen, dass die Kopfseite öfter einen Streifen hat, was allerdings daran liegt, dass die Kopfseite meist oben liegt in einer Sammlung und oft stärker patiniert ist.
Ich havbe gnug Beispiele, wo es auf beiden Seiten oder nur auf der Rückseite vorkommt.
Zu b) Schlosser beschreibt dieses Kreuzweises Justieren genau in seinem Buch "Münztechnik" S. 149
Wenn zu viel auf einem Streifen justiert werden würde, würde es zu Prägeschwächen kommen.

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Mich wundert es ehrlicherweise, dass es immernoch Zweifel an dieser Erklärung gibt.
Schaut euch einige Beispiele an und ihr erkennt diese Justierstreifen auch wenn sich noch keine dunkle Patina gebildet hat.
Bei Unklarheiten stehe ich gerne für weitere Fragen zur Verfügung.
Interessant wäre es die Oxidschichtdicke zu messen auf und neben dem Streifen.

Das beste Beispiel ist dieses 5 Mark Stück, wo man den "Fingerabdruck" der Justierklinge deutlich erkennt.
Der Rohling musste deutliches Übergewicht haben bei so vielen Justierspuren.
Dort wo die Klinge Material abgenommen hat, ist die Oxidschicht abgetragen worden, die ein Anlaufen begünstigt.
Ich habe in meinem Studium gelernt, Dinge zu überprüfen, denn damit man keine Äpfel mit Birnen vergleicht, muss man wissen, was ein Apfel ist und was eine Birne ist. Hier gibt es viele in dem Forum, die in verschiedensten Bereichen einen langjährigen Interessen- und Erfahrungshorizont haben, da darf es noch ein wenig mehr, als "mich wundert es..."
 
Hier gibt es viele in dem Forum, die in verschiedensten Bereichen einen langjährigen Interessen- und Erfahrungshorizont haben
Seid gegrüßt und insbesondere @navada51 und @AHack
Wer will dem schon widersprechen; aber .............
Aus FS-Berichten sah ich, das man aus Waffen herausgeschliffene Nummern sichtbar machte, dann müßte es doch auch möglich sein unter vielfältiger Vergrößerung die abgeschabten Flächen zu "sehen".
Für mich ist die von @AHack Erklärung schlüssig.
 
Hatten wir schon mal eine Goldmünze mit einem solchen Streifen? Falls nicht: bei der 88. Künker eLive ist eine sächsische Krone mit einem deutlich sichtbaren Streifen auf der Wappenseite.

Auf schwedischen Goldmünzen dieser Zeit sieht man manchmal weiße Streifen, bei dänischen und norwegischen ist es mir noch nicht aufgefallen.
 
Hier hatte ich vergangenes Jahr ein sehr streifig es schwedisches Fünfkronenstück aus dem Jahr 1920 vorgestellt. Sowohl die Gummibandthese, als auch die Papitstreifentteifenthese müssen hier m. E. verworfen werden, es ergibt keinen Sinn, dieses Minimünzlein , das eine. Durchmesser von 17 mm hat , mit entsprechend dünnen Bändlein und Streichen irgendwie zu bedecken. Wir müssen die Antwort primär bei der Herstellung suchen, nicht bei der Aufbewahrung. Die Bedingungen der Aufbewahrung kommen sekundär dazu, das sie die Patinierung mehr oder weniger begünstigen.

Hier zum damaligen Beitrag: Beitrag im Thema 'Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?' Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?
 
Hier ein norwegisches Zweikronenstück mit einem schönen, nicht kopfseitigem Streifen. Auch bei diesen Münzen ist keine Etuiausgabe bekannt. Die einzigen Etuis aus dieser Zeit, die ich gesehen habe, waren für die Jubiläumsausgaben von 1906 bis 1907 und von 1914, keines von ihnen hat ein Bändchen, so daß es unwahrscheinlich erscheint, das dies bei der rein hypothetischen Etuiverausgabung für eine Kursmünze anders gewesen sein sollte.
Die norwegischen Sammler geben sich mit der Erklärung zufrieden, die Silbermünzen seinen damals mit Gummibändern in Fünferpacks aufbewahrt worden. Mich hat diese Erklärung nie überzeugt, wie bereits oben dargelegt, sehe ich die Erklärung in der Herstellung.
 

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