Plauderthread: Diskussion zu Saal- und Onlineauktionen - Kein Ebay & Co.

Die 381. Künker-Auktion ist soeben zu Ende gegangen. Versteigert wurde die Sammlung Werther, u. a. mit einem umfangreichen Angebot an Münzen aus braunschweigischen Landen, insbesondere aus der Celler Linie. Diese werden in solch einem Umfang auch nicht alle Tage angeboten, besser gesagt: nur selten.

Ich dachte, konkurrenzfähige Gebote auf meiner Bieteliste notiert zu haben, hatte mich darin aber getäuscht. Ein paar Mal hat es für den zweiten Platz gereicht, es wurde aber meiner Einschätzung nach „auf Teufel komm raus“ geboten. Ich bin gespannt, zu welchen Preisen die eine oder andere Münze demnächst auf 2 Buchstaben wieder auftaucht....

Ganz leer bin ich dann doch nicht ausgegangen. Ich habe auf das letzte Los auf meiner Liste noch eine Stufe draufgelegt – und es hat gereicht. Mehr dann demnächst in diesem Forum.
 
Die Frühjahrsauktionen von Künker sind online. Die Auktion 383 ist vor allem für Sachsenliebhaber eine Augenweide.

Mit zwei Losnummern habe ich so meine Schwierigkeiten. Los 2350 ist 2012 vom Leipziger Auktionshaus Höhn versteigert worden (Auktion 74, Los 2087) und ein halbes Jahr davor von der Heidelberger Münzhandlung Grün (Auktion 57, Los 1403). Hier die Links:




Mir geht es nicht darum, dass bei Grün das gute Stück als vorzüglich eingeschätzt wurde und mittlerweile als vorzüglich-stempelglänzendes Prachtexemplar gilt. Aber besonders die Rückseite wirkt schon sehr anders. Was meint Ihr dazu? Ist das nun einfach schlicht unterschiedliches Fotografenglück oder wurde hier nachbearbeitet? Man müsste sich das Stück natürlich anschauen, aber vielleicht hat ja doch jemand eine Meinung dazu.

Das zweite Stück ist dieses hier: Los 2355


Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das 2006er Stück von Hess Divo 305, Los 477 - dort noch fast vorzüglich - bei Künker vorzüglich-Stempelglanz. Wie würdet Ihr anhand der Fotos die Erhaltung sehen? Eher bei Hess Divo oder eher bei Künker?
 
Hallo Loxley ,

der sächsische Golddukat wurde m.M. nach eindeutig getaucht nach der Grün Auktion anno 2011 , die Bilder von Höhn 2012 sprechen da eine eindeutige Sprache ! Die kuperfarbigen Flecken Revers sind kpl. verschwunden !
 
Hallo Loxley ,

der sächsische Golddukat wurde m.M. nach eindeutig getaucht nach der Grün Auktion anno 2011 , die Bilder von Höhn 2012 sprechen da eine eindeutige Sprache ! Die kuperfarbigen Flecken Revers sind kpl. verschwunden !

Ich sehe es auch so, dass das Stück nach der Grün-Auktion getaucht/gereinigt wurde. Auf den Höhn-Bildern von 2012 sieht das Stück auch noch sehr frisch aus. Mittlerweile hat das Stück aber meiner Meinung nach wieder eine etwas natürlichere Färbung angenommen. Schließlich sind auch wieder 11 Jahre vergangen. Auf den Künker-Bildern wirkt die Münze relativ natürlich und nicht so künstlich wie auf den Höhn-Bildern. Trotzdem wäre natürlich eine direkte Inaugenscheinnahme nicht verkehrt. Bilder können immer täuschen.
 
Die Künker-Auktion 386 läuft zwar noch, ist für mich aber bereits beendet, da die Münzen aus braunschweigischen Landen mittlerweile versteigert worden sind. Die „Spezialsammlung Braunschweig und Lüneburg“, die in den Losen 5002 bis 5233 angeboten wurde, hatte es in der Tat in sich. Einige Münzen werden aus dieser Sammlung in meine Sammlung wechseln, ich werde sie dann bei den Neuzugängen vorstellen :) . Andere Münzen hingegen werden für mich unerreichbar bleiben. Oder sie waren für Bieter mit anderen finanziellen Möglichkeiten interessanter...

Auf einige interessante Stücke aus dieser Auktion möchte ich hinweisen.
Versteigert wurde der erste von den Welfen herausgegebene Talertyp "Sitzender Krieger" aus dem Erstjahr 1531, noch dazu in einer ansprechenden Patina-ss-vz-Erhaltung.
Wer dazu noch den noch selteneren kleinen Bruder erwerben wollte, hatte dazu gleich eine Losnummer weiter die Möglichkeit, musste aber noch ein paar Euro mehr auf den Tisch legen.

Von den unter Herzog Julius herausgegebenen Brillentalern gibt es drei verschiedene Typen. Typ II ist der seltenste. Er stammt anders als die anderen beiden Typen nicht aus Goslar, sondern aus der Münzstätte Heinrichstadt/Wolfenbüttel.

Reichstaler unter Herzog Georg Wilhelm aus der Celler Linie werden generell nicht allzu häufig angeboten, der Rosstaler von 1673 gehört zu den ganz seltenen Typen.

Im Kurfürstentum Hannover gab es einige schöne Ausbeutetaler im Angebot, die üblicherweise auf reges Interesse stoßen, so (aus meiner Sicht: leider) auch dieses Mal. Da gab es für mich nichts zu holen. Interessanter fand ich eh die 16 Guten Groschen aus der Zeit Georgs II. Ein halber Reichstaler in dieser Form wäre schon etwas wirklich Besonderes für meine Sammlung gewesen. Hier bin ich zweiter Sieger geblieben und ärgere mich jetzt schon, dass ich nicht noch höher gegangen bin. Allerdings weiß ich natürlich nicht, was mein Bietkontrahent bereit war zu zahlen.

Allen, die heute oder morgen (beim Kaiserreich) noch mit von der Partie sind, viel Erfolg.
 
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