Plauderthread: Diskussion zu Saal- und Onlineauktionen - Kein Ebay & Co.

.....Mich faszinieren diese Goldmünzen sehr. Besonders auch die Nachahmungen. Da gibt es so viel zu entdecken.

In der Tat ist das so.

Bei der Herkunftangabe "Provient d'une ancienne collection formée en Belgique au 19e siècle. Voir l'agrandissement en couverture" werde ich sehr, sehr hellhörig.

Sorry, das wurde auch bereits vor 200 Jahren gefälscht. Und nicht alle Fälscher waren Dummköpfe. Gute Leute haben sich da echt reingefuchst. Ich hänge mal zwei Pfennige vom Nachfolger an. Klar: auch sowas wird gefälscht und auch klar: die können auch beide falsch sein. Keine Frage.

Ich will auf was ganz anderes hinaus: 120.000 Euro rausgehauen auf die Herkunfstangabe aus einer belgischen Sammlung des 19. Jahrhunderts. Sorry. Das macht keiner, der noch alle Latten am Zaun hat. Und wer das Wissen auf Käuferseite hat, falls er es denn hat und sich nicht auf Mitbieter verlässt, der hausiert damit nicht.....

Manchmal scheinen Dinge auch zu schön, um wahr zu sein. Und manchmal kriegt man raus: ja, die sind wirklich war. Dann kann man zugreifen. Ich hatte diese Frage mal mit einer Römermünze des Caracalla. Also habe ich gesucht. Bei Museen: Fehlanzeige. Im www: ja, da wurde ich fündig: es gab am Markt über etwa 10 Jahre mehrere Kombinationen der Vorderseite oder Teilen der Vorderseitenpatritze mit anderen Rückseiten. Sowas tut sich kein Fälscher an. Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich nur mein Stück einstellen. Und genau sowas an Recherche würde ich als Käufer vom Anbieter hier erwarten.

PS: was mich bei der Münze stört: komplett gleichmäßig abgenutzte Oberflächen. Ddas kann vom Reinigen vor über 150 Jahren kommen, aber: Beckersche Fälschungen sehen genau so aus!

Was bleibt: wissenschaftliche Untersuchungen (RFA oder vergleichbar) der Anhaftungen. Metallurgie per RFA, Ermittlung stempelgleicher Stücke und Kombinationen von Vorderseiten- und Rückseitenstempel mit anderen Münzen und so weiter. 120.000 sind viel Geld. Da kann man (denke ich) als Käufer was für verlangen.

PPS: Eines ist gewiss: der Decentius ist zu 100 % F A L S C H. Sehr wahrscheinlich noch vom Hofrat Becker selbst gefertigt. Der Römer: zu 99 % echt (wegen diverser Stempelkopplungen); die beiden Pfennige: ich schätze die Wahrscheinlichkeit der Echtheit bei 95% und mehr, geschätzt durch Vergleich mit anderen Münzen. Die kann steigen, wenn ich nach Stempelkopplungen suche und fündig werde. Bei Münzen im Preis von 180 bis 500 Euro kann ich damit (Restrisiko) gut leben. Bei teuren Münzen will ich mindestens zwei Neunen sehen, was die Echtheitswahrscheinlichkeit angeht.
 

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Mit Nachahmungen meinte ich jetzt aber nicht Fälschungen, sondern die friesischen Nachahmungen des karolingischen Solidus.

Es gibt an sich 4 originale Stempel und über 20 Typen an Nachahmungen.

Die Münze die versteigert wurde ist Typ 1.

Von Typ 1 sind mit dieser Münze 3 Stück bekannt, wobei die 2. bekannte 2009 in Frankreich gefunden wurde.

Wenn die Münze tatsächlich aus dieser Sammlung stammt, kann sie praktisch nicht gefälscht worden sein, weil es, außer einem Stück, keine vergleichbaren gab.

Die Münze haben außerdem die Forscher und Autoren für echt empfunden, die sich aktuell mit den karolingischen bzw. mittelalterlichen Münzen beschäftigen.

Anbei die zwei weiteren Exemplare von Typ 1.

Beide sind bzw. waren gefasst, wobei bei einer Münze die Fassung entfernt wurde.
 

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Mit Nachahmungen meinte ich jetzt aber nicht Fälschungen, sondern die friesischen Nachahmungen des karolingischen Solidus.

Es gibt an sich 4 originale Stempel und über 20 Typen an Nachahmungen.

Die Münze die versteigert wurde ist Typ 1.

Von Typ 1 sind mit dieser Münze 3 Stück bekannt, wobei die 2. bekannte 2009 in Frankreich gefunden wurde.

Wenn die Münze tatsächlich aus dieser Sammlung stammt, kann sie praktisch nicht gefälscht worden sein, weil es, außer einem Stück, keine vergleichbaren gab.

Die Münze haben außerdem die Forscher und Autoren für echt empfunden, die sich aktuell mit den karolingischen bzw. mittelalterlichen Münzen beschäftigen.

Anbei die zwei weiteren Exemplare von Typ 1.

Beide sind bzw. waren gefasst, wobei bei einer Münze die Fassung entfernt wurde.
Auf jeden Fall wurden für die Stempel aller drei Münzen dieselben Punzen verwendet, was für Echtheit spricht. Das kann man schon mal sagen.
 
Was verstehst du unter Punzen?
Das Porträt und einzelne Teile der späteren Prägung, die man in den Stempel oder in die Patritze eingesenkt und dann vor deren weiteren Benutzung nachbearbeitet hat. Man kann das an den Abständen und Proportionen der Buchstaben untereinander erkennen.
 
Im Sommer wird bei Künker die Sammlung von Kaiser Wilhelm I. versteigert. Viele Münzen aus Altdeutschland sind mit dabei.
 
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