Neuzugänge in Eurer Sammlung

Caracalla, 197-217 nach Christus. Römische Provinzialprägungen. Moesia Inferior, Bronze mit Malachitpatina oder: es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen – Bilder sagen mehr, als viele Worte, an denen es hier auch nicht mangeln soll.

Patina, das ist eine mehr oder weniger dünne Schicht, die sich auf Oberflächen von Materialien wie Kupfer, Messing, Bronze, Silber und sogar Gold im Laufe der Zeit durch Alterung, Verwitterung, Oxidation und anderen chemisch-physikalischen Reaktionen bilden kann. Materialaustrag spielt hier auch oft eine Rolle.

Passiert so was unplanmäßig kann eine ganze Menge schief gehen und genau das tut es mit nahezu gesetzmäßiger Wahrscheinlichkeit und Regelmäßigkeit.

Bei Gold und schon weit weniger bei Silber sind die Chancen, dass die Patina dünn und ebenmäßig genug bleibt, ohne dass die Münze zerfressen wird noch am größten.

Je geringer der Silberanteil wird, desto schwerer wird es, nicht korrodierte (nicht zerfressene) Münzen zu finden. Unsachgemäße Reinigung tut ein Übriges. Selbst manche „fachmännische“ Reinigung verschlechtert Münzen deutlich, auch wenn sie noch so sehr den auf Unkenntnis basierenden, mutmaßlichen Eigentümerwillen repräsentiert. Viele Museen machen es auch nicht besser.

Kupfer, Messing und Bronze und das in ansprechender Erhaltung und in Verbindung mit edler, absolut unbehandelter Patina – eine Fiktion, ein Ideal, ein schier unerreichbares Narrativ - das könnt ihr knicken, wenn ihr (nehmen wir mal Rom des 4. Jahrhunderts aus) ein Gebiet wie römische Provinzialprägungen, griechische Bronzen oder römische Bronzen der Republik und des Kaiserreiches bis etwa 250 nach Christus „beackert“ und eine Sammlung zusammenstellen wollt, die mehr als ein, zwei, drei, vier oder fünf Münzen beinhaltet. Die Dicke der Brieftasche kann überhaupt erst dann zum „Problem“ werden, wenn ihr so was zufällig findet. Danach suchen und dann schnell finden, mit dem Glück könnte man - gerade bei den im Vergleich zu den Reichsprägungen teils sehr seltenen Provinzialbronzen besser Lotto spielen.

Was die Patina angeht, so sollte sich jeder lange vor einem Kauf informieren und so die verlässliche Basis dafür haben, seine persönlichen Anforderungen zu definieren und sobald diese erfüllt sind und auch die Qualitätsanforderungen stimmen - freudig zugreifen. Ohne quälende Fragen, ohne Reue. Schließlich sammelt man Münzen und keine Zweifel.

Ich habe mir auch Zeit gelassen.

Spezialsammlern war sie entweder zu teuer oder nicht perfekt genug oder einfach "zu schön, um wahr zu sein" - ich weiß es nicht. Auch möglich, dass sie qualitativ so sehr herasusragte, dass sie - neben anderen Münzen liegend - störende Unterschiede offenbart hätte. Ich kann es mir nicht erklären.

Für mich war es ein Schnapper. Die passt qualitativ zu meinem Quadranten aus dem zweiten punischen Krieg. Den hatte ich in den 90ern beim Kuenker vor Ort besichtigt und am selben Tag für 750 DM plus Zuschlägen im Saal ersteigert. Und danach nie wieder was besseres an Römerbronzen aus der Zeit gesehen, weswegen der lange Zeit sehr einsam war. 750 DM plus Zuschläge waren damals etwa 50 Gramm Gold. So viel habe ich für den Caracalla nicht bezahlt. Weder nominal, noch real.

Auf 2BS habe ich die letzten Wochen etwa 12.000 Provinzialprägungen und hunderte Sesterzen und andere römische Bronzen angesehen, nachdem mir die hier vorgestellte Münze schon vor längerer Zeit „über den Weg gelaufen ist“. Und ich immer wieder drauf gestoßen bin. Erst danach habe ich die gekauft. Der Verkäufer war so freundlich und gestattete mir nach dem Kauf das Foto des Angebotes dort zu verwenden, hat dann aber das Angebot leider gelöscht, sodass es nichts bringt, wenn ich die Nummer hier reinschreibe. Schade drum, denn selten war ich mit einer Münze so zufrieden. Ich respektiere das und nenne den Namen nicht. Spezialsammler wüssten es sowieso. Ich selbst habe es nicht hingekriegt, es so wie es wirklich wirkt zu fotografieren. Weder bei Sonnenlicht aus verschiedenen Richtungen, noch bei Tageslicht ohne direkte Sonneneinstrahlung. In „echt“ ist die Münze sogar noch besser, als das im Vergleich zu meinen drei Fotos qualitativ hervorragende Verkäuferfoto.

Die Mehrzahl von Patina heißt Patina, Patinas oder Patinen. Ich bleibe bei Patina. Ich habe mir nach der Entdeckung der Münze wirklich viel Arbeit gemacht, um rauszukriegen, was eine qualitativ hochwertige, grüne Patina ist und ob und wie man Bearbeitungsspuren erkennt. Letzteres ist schwer. Bei gleichgerichteten, dünnen Kratzern, die immer wieder mal die Richtung ändern, ist alles klar: geglättet, gescharbt, überarbeitet, teils werden sie auch nachgeschnitten und nachpatiniert. Raue Stellen: Gestrahlt oder nicht gestrahlt – das ist hier die Frage. Blankes Metall: Grundwasser-, Quell- oder Flussfund oder Totalreinigung. Fast alles ist möglich.

Prägeriefen in Verbindung mit kräftig ausgeprägten, nach oben hin nicht messerscharf zulaufenden Buchstaben oder anderen Details und fehlenden Kratern/Löchern in den Feldern – deuten (wir kennen es von den antiken Silbermünzen) auf eine hervorragende Substanz hin. Da befinden wir uns bereits gefühlt in den oberen zwei Prozent. Egal, ob die vorher mal blank gemacht wurde und dann schön nachgedunkelt sind oder ob sie so im Boden oder in Gefäßen oder eingemauert gefunden wurden.

Unter allem, was ich auf 2BS gesehen habe sind vielleicht 10 bis 20 Münzen mit gleichermaßen unbearbeiteter und nicht entstellend korrodierter Patina in dem Sinne, dass noch die komplett in Patina übergegangene Münzhaut drauf ist.

24 Ausschnitte je 250 x 250 Pixel in 6 Reihen, extreme Vergrößerungen von patinierten Münzen mit Malachitpatina, immer nur ganz kleine Details als Anregung für weitere wissenschaftliche (metallurgisch-numismatische) Forschungszwecke (für die, die es interessant finden) füge ich an. Nicht die Münze oder das Ursprungswerk und dessen Aussage zählen hier, sondern ausschließlich die Struktur der meiner Ansicht nach wirklich antiken Patina. Zu dem Foto mit den Ausschnitten:

Obere beide Reihen: Mein Stück, extrem vergrößerte, überarbeitete)* Details

3. Reihe: extrem vergrößerte und überarbeitete Ausschnitte eines Netzfundes aus einer Privatsammlung

4. und 5. Reihe: extrem vergrößerte und überarbeitete Ausschnitte eines feinen Sesterzen aus dem www. Das Stück wirkt wie ss-vz ist meiner Ansicht aber schwach ausgeprägt und seinem Wesen nach bankfrisch, leider mit einer deutlichen, antiken Prüfspur auf der Rückseite. Ich nenne diese Qualität der Patina noch authentisch. Wie bei meinem Stück, nur noch deutlich ausgeprägter sind Prägeriefen erkennbar. Ohne die Prüfspur / den Prüfhieb hätte ich den sofort genommen.

6. Reihe: die ersten drei von links: ganz, ganz großes Kino. Meiner Ansicht nach leicht überarbeitet. Dennoch: TOP. Der brachte vor Jahren auf einer Auktion deutlich mehr, als das Jahres-Netto eines Normalverdieners. Da sind die „big boys“ und die „wise guys mit den tiefen Taschen“ ganz unter sich…

Bis hier sind wir gefühlt bei den oberen ein bis zwei Promille, was die Qualität der Patina angeht.

6. Reihe rechtes Bild: ganz klar überarbeitet. Da war vorher vielleicht eine grüne, pulvrige nicht fest anhaftende Patina drauf. Dennoch hat es dieses Stück auf der Titelseite eines der bedeutendsten Museen dieser Welt geschafft, was Antiken angeht. Ich weiß: auch den hätte jeder (mich eingeschlossen) gerne in der Hand und auch in der Sammlung, denn: die Vergrößerungen sind wirklich abartig. Aber so ist das, wenn man es um des reinen Wissens Willen wissen will.

Viel Freude beim Betrachten!

)* Schärfe, Auflösung, Kontraste, Helligkeit, Farbintensität Pixelanzahl – ich hab´s so angepasst, dass man möglichst viel erkennen kann und es dem „Original in der Hand“ sehr nahe kommt – um das Maximum an Information rauszuholen. Weil: was „top“ ist, bleibt „top“.
 

Anhänge

  • IMG_4919.webp
    IMG_4919.webp
    263,2 KB · Aufrufe: 87
  • IMG_4923-AW3.webp
    IMG_4923-AW3.webp
    676,1 KB · Aufrufe: 84
  • IMG_4920-AW2.webp
    IMG_4920-AW2.webp
    691,9 KB · Aufrufe: 87
  • IMG_4921-AW1.webp
    IMG_4921-AW1.webp
    982 KB · Aufrufe: 84
  • IMG_4922-Patinae.webp
    IMG_4922-Patinae.webp
    472,4 KB · Aufrufe: 85
Zuletzt bearbeitet:
Ich hänge noch mal ein Foto von gestern an. Jedes Foto beinhaltet Informtionen. Deren "Wertung" hängt vom Lichtangebot und dem Einfallswinkeln (Licht, Winkel, aus dem fotografiert wird) ab. Dieses hier ist insgesamt zweimal "scharfgezeichnet, zuerst in Originalgröße, danach bei 150 % Vergrößerung. Zeichnet man zu viel scharf, wird es auch nicht besser. Das Original wiegt etwa 10 Gramm und der Durchmesser beträgt etwa 27 mm bis 28 mm.

Entziffern ist schwer. Ich vermute es ist ein Tetrassarion und dass die Rückseite, vorbehaltlich sprachkenntnisbedingter Irrtümer, wie folgt lautet:

Y ΦΛ OYΛΠIANOY MAP[KIANOΠOΛITΩ]N T Homonoia steht links und hält Patera und Füllhörner.

Vorderseite:

AY KAI M [AVP] ANTΩNINO [C]?

Keine Ahnung, was es bedeutet.
 

Anhänge

  • IMG_4968-SZ-200Pro.webp
    IMG_4968-SZ-200Pro.webp
    507,6 KB · Aufrufe: 77
Allego un'altra foto di ieri. Ogni foto contiene informazioni. La loro "valutazione" dipende dalla luce disponibile e dall'angolo di incidenza (luce, angolo da cui viene scattata la fotografia). Questa è stata affilata due volte in totale, prima alle dimensioni originali, poi con un ingrandimento del 150%. Un'eccessiva affilatura non migliorerà la qualità. L'originale pesa circa 10 grammi e ha un diametro di circa 27-28 mm.

Decifrare è difficile. Sospetto che si tratti di un Tetrassarion e che il rovescio, salvo errori linguistici, reciti quanto segue:

Y ΦΛ OYΛΠIANOY MAPPA [KIANOΠOΛITΩ] NT Homonoia sta in piedi a sinistra e tiene in mano una patera e delle cornucopie.

Davanti:

AY KAI M [AVP] ANTONYNO [C]?

Non ho idea di cosa significhi.


acsearch.info - Ricerca aste
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank!

Über diese Quelle bin ich direkt zu dem Auktionshaus und über Auktionen und Archiv dann zur Online-Auktion Nummer 271 Los Nr. 59 aus dem Jahr 2020 gekommen. Das Foto dieser Münze habe ich dann genau mit dem Foto meiner Münze verglichen und festgestellt, dass nicht nur die Patina sehr ähnlich ist (das deutet auf einen ähnlichen Fundkontext hin), sondern auch noch die Vorderseiten absolut stempelgleich sind. Es wurden bei der Vordersite nicht nur dieselben Patritzen für Schrift und Porträt verwendet, auch die Vordersitenstempel sind identisch.

Die Rückseiten hingegen sind ganz klar von verschiedenen Stempeln. Ich meine bei meinem Stück 4 Deckel von Füllhörnern zu sehen, während auf dem Stück der Online-Auktion drei Füllhörner zu sehen sind.

Damit ist dann auch das Thema Echtheit geklärt, soweit das anhand von Fotovergleichen möglich ist.
 
Leute, es wird so richtig spannend. Im Internet habe ich nun ein zweites rennomiertes Auktionshäuse gefunden, das so eine Münze (in dem Fall: meine Münze) versteigert hat. Die Vorderseiten beider Stücke sind eindeutig stempelgleich. Die Bestimmungen sind es aber ganz und garnicht:

Auktionshaus 1:
RÖMISCHE PROVINZIALPRÄGUNGEN MOESIA INFERIOR. MARKIANOPOLIS.
Caracalla, 211 - 217 n. Chr. unter dem Legaten Flavius Ulpianus.
Vs.: ΑΥ Κ Μ ΑΥΡ ΑΝΤΩΝΙΝΟC, Panzerbüste mit Lorbeerkranz n. r.
Rs.: Υ΅Λ ΟΥΛΠΙΑΝΟΥ ΜΑΡΚΙΑΝΟΠΟΛΙΤ, Homonoia steht mit Kalathos, Patera u. Füllhorn n. l. Varbanov I 949.
Varbanov I 949.

Auktionshaus 2:
MOESIA INFERIOR. Marcianopolis. Caracalla (198-217).
VS: AV K M AVP ANTΩNINOC.
Laureate, draped and cuirassed bust right.
RS: Y + Λ ΟVΛΠIANOY MAPKIANOΠOΛITΩΝ.
Homonoia standing left, holding cornucopia and patera, wearing kalathos.
Cf. Varbanov 956 var. (bust type).

Kann sogar sein, dass beide für die von ihnen bestimmte Münze richtig liegen, dann gibt es eben zwei Typen, die sich eine stempelgleiche Vorderseite geteilt haben. Ich weiß es nicht. Eine Münze wiegt 8,41 Gramm, die andere 10,2 Gramm. Einmal hält die Homonoia drei Füllhörner, einmal vier (an den Deckeln der Füllhörner erkennbar).

Danach habe ich dann im Internet recherchiert und eine weitere, dritte Münze mit stempelgleicher Vorderseite und einem dritten Rückseitenstempel gefunden, bei dem die Homonioa und der linke Schriftzug "ΜΑΡΚΙΑΝΟΠΟΛΙΤ" mit den Punzen des ersten Vorderseitenstempelgleichen Stückes geprägt wurde.

Und dann habe ich noch zwei Münzen (untereinander beidseitig stempelgleich) mit komplett anderem (Nackter Kopf mit Hals, ohne Panzer und Gewand, deutlich älter/erwachsener wirkend, aber auch noch ohne Bart) gefunden, bei dem noch die Rückseitenpunze des linken Schriftzuges ( YΦΛ ΟVΛΠIANOY) meiner Münze Verwendung fand. Eine davon ist die Varbanov 950 (this coin).

Fazit: alle fünf recherchierten Stücke, davon drei sehr ähnliche und zwei mit anderen Vorderseiten, hängen irgendwie, direkt oder indirekt über Stempelkopplungen (3 Stücke) oder Verwendung teilweise gleicher Punzen (3 Stücke), zusammen.
 
Nach der römischen Provinzialprägung mit der extrafeinen Patina geht es nun nochmals deutlich weiter gen Osten.

Eine indische Silbermünze aus fast demgleichen Zeitraum dürfte kaum einer in Europa besitzen; "lesen" kann ich sie nicht, ich muss der Quelle, einem Händler aus Kanada glauben. Meine liegt oberhalb des Durschschnitts (vergleiche 2 BS: einfach "Western Satraps" in Suchfunktion eingeben, dann kommt etwas), ein vor Jahren mal ein einem Lot erworbenes Stück hingegen ist ein wenig schwächer, als die meisten der auf 2BS angebotenen Stücke. Mit 36 Euro Kaufpreis komme ich gerade noch unter 60 Euro weg, wenn man Versand und Zoll einrechnet. Manchmal ist das eben so. Ich finde das Stück sehr interessant und dekorativ/fotogen, wobei der Durchmesser noch unter dem einer 1-Cent-Münze liegt. Zum Silbergehalt kann ich nichts sagen; das Gewicht kann der folgenden Beschreibung entnommen werden (Die Bewertung "selten", die Teil der Artikelbeschreibung war, bitte ich bei antiken Münzen mit äußerster Vorsicht zu genießen, da mehrere gleichartige zu sehr niedrigen Preisen angeboten werden dies aber zum Zeitpunkt der Erstellung des Zitier- und Nachschlagewerks durchaus so gewesen sein kann):

Satrapen in Indien

Die Westlichen Satrapen oder Kshatrapas (35–405 n. Chr.) waren Saka-Herrscher über West- und Zentralindien in Saurashtra und Malwa, das entspricht den heutigen Bundesstaaten Gujarat, Maharashtra, Rajasthan und Madhya Pradesh). Sie lebten zur gleichen Zeit wie die Kuschanen, die den nördlichen Teil des indischen Subkontinents beherrschten, und die Satavahana (Andhra), die Zentralindien beherrschten.

Antike Silberdrachme 218 n. Chr. von Rudrasena I. (199-222 n. Chr.), Münzstätte A, 140 SE.

AV: Büste von Rudrasena, mit entstellter griechischer Legende (indisch-griechischer Stil), Datum in Brahmi-Zahlen dahinter (140 SE = 218 n. Chr.)

RV: Dreibogiger Hügel oder Chaitya, mit Fluss, Halbmond und Sonne, innerhalb der Legende in Brahmi Rajno Mahaksatrapasa Rudrasihasaputrasa Rajno Mahaksatrapasa Rudrasenasa („von Raja Mahasatrap Rudrasena, Sohn von Raja Mahasatrap Rudrasimha“). 14 mm, 2,04 Gramm. Münzstätte A.

Bestimmung: Fishman „Die Silberprägung der westlichen Satrapen in Indien“ Nr. 13.2a.140. Selten.

Zur "verbesserten" Fotografie: 2 x scharfgezeichnet, Helligkeit und Kontraste angepasst, Fotoausschnitt 200% vergrößert.

Bei Interesse zum Vergleich Foto auf 2BS: Nr. 3866602128. Die Nummer bei Google eingeben.


Das sagt KI zum Silbergehalt:
Die Drachmen der westlichen Satrapen Indiens bestanden hauptsächlich aus Silber. Der Feingehalt variierte, war aber im Allgemeinen relativ hoch, oft über 90%. Die Münzen wurden in verschiedenen Gewichten und Durchmessern hergestellt, wobei Drachmen typischerweise ein Gewicht von etwa 2,10 Gramm und einen Durchmesser von 16 mm hatten.

Die westlichen Satrapen, auch bekannt als Kshatrapas, waren eine indo-skythische Dynastie, die im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. in Westindien herrschte. Ihre Münzprägung, insbesondere die Drachmen, ist ein wichtiges Zeugnis ihrer Herrschaft und ihres Einflusses. Drachmen hatten in der Regel ein Gewicht von etwa 2,10 Gramm.Der Durchmesser einer Drachme lag typischerweise bei etwa 16 mm. Die Münzen dienten als Zahlungsmittel und spiegeln die wirtschaftliche und politische Stabilität der westlichen Satrapen wider. Die relativ hohe Reinheit des Silbers deutet auf eine gut organisierte Münzprägung und eine funktionierende Wirtschaft hin.
Hinweis: KI-Antworten können Fehler enthalten.
 

Anhänge

  • IMG_4975-Verbessert.webp
    IMG_4975-Verbessert.webp
    245,5 KB · Aufrufe: 75
  • IMG_4975-Original.webp
    IMG_4975-Original.webp
    81 KB · Aufrufe: 75
Zuletzt bearbeitet:
Die Beschreibung ist korrekt, mit einer Ausnahme: das Stück ist nicht als selten eingestuft im Fishman, sondern als häufig.
Gruß ischbierra
 
OK, aber bei dem Preis und der Qualität ist es schon fast egal. Nur eben gut zu wissen, damit sich keiner wundert.

Und hier eine weniger gute Info: Seit etwa 2014 werden selbst diese preiswerten Stücke in Indien für den Export gefälscht (den Link darf ich hie rnicht einstellen, da anderes Forum). Daher: wenn man sowas kauft, dann besser beim Fachhändler. Bei den Preisen tut es nicht wirklich weh, wenn man den Vergleich mit römischen Denaren aus derselben Zeit zieht.

Schaut man sich die Bevölkerungszahlen Indiens und Europas an und die Alterspyrmieden.... dann sehe ich bei den Indern schon langfristig Potenzial, auch bei häufigen Stücken. Nur schön geprägt, ansprechend erhalten und halbwegs zentriert sollten sie sein. Hier im Vergleich dazu das deutlich schwächer erhaltene Stück aus dem Lot:
 

Anhänge

  • IMG_4980-Vergleich-VB.webp
    IMG_4980-Vergleich-VB.webp
    107,9 KB · Aufrufe: 72
Zuletzt bearbeitet:
Nach dem Blick zurück mit Fotos von Münzen farblich grafisch nachbearbeiten, statt den Münzen selbst mit Chemie und Mechanik zu Leibe zu rücken - ein schlechtes Foto ist leicht durch ein besseres ersetzt - Alte Patina hingegen samt verlorenen Details kriegt man nicht mehr auf die "Rostpfennige" drauf - hier nun der Blick nach vorne.
Fangfrisch aus 2BS (Nr. 83702474) :

Umayyad dirham AH 127 Ibrahim to Marwan II, Wasit mint, AH 127 (744-745 CE),
Silber 2,94 Gramm, vz.

Mehr gab es nicht. Muss es bei dem Preis 59,67 € inkl. Fedex-Versand und exklusive Paypal-Gebühren auch nicht.

Zur Erhaltung: die ist ziemlich weit am oberen Ende des Möglichen. Vz ist sehr, sehr konservativ. Immer wieder mal habe ich Fotos guter Stücke archiviert. Bei solchen Prägungen kann man bei qualitativ hochwertigen Stücken, das ist meine Meinung, nur aussagefähige Fotos gleichartige Stücke direkt miteinander vergleichen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, das sonst nur Fachhändler und Spezialsammler entwickeln können. Zum Vergleich hänge ich mal ein Stück an, das ich in den 90ern in der Schweiz erworben habe, Dateiname: "Dirham-Umayyaden-1" Von der Erhaltung war es eines der besten Stücke aus einer weit über 1.000 Münzen umfassenden Spezialsammlung, die ein Kaufmann auf seinen zahlreichen Orient-Reisen in den 50ern und 60ern zusammengetragen hatte. Mein bereits damals sehr dekorativ wirkendes Stück, als "vz" beschreiben, kostete im Nachverkauf deutlich über 200 DM, wobei ich es mir nicht erklären konnte, warum das nicht gekauft wurde. So war das damals. Für mich damals ideal als Beispielexemplar eines alten Silber-Dirhams. Die Riefen hielt ich anfangs für Kratzer vom Reinigen mit Scheuermittel. Dank guter Fotos, Lupen und eines durch Fehlprägungen gechärften Blicks weiß ich es mittlerweile besser.

Fotos sind wie immer schwierig. Die meisten Details konnte ich tatsächlich aus dem grafisch nachbearbeiteten (scharfzeichnen, Helligkeit runter, Kontraste und Bildgröße hoch) Händlerfoto herausziehen. Das war dann kaufentscheidend. Die "Kratzer" zwischen den Buchstaben sind erhaben, waren also in den Stempeln und wurden mit geprägt (eines mehrerer Echtheitsmerkmale der Prägungen dieser Zeit). Selbst bei der gebogenen Riefe ist das so. Ich nehme an, dass das viele Kunden abgehalten hatte, denn die Münze war gut eine Woche bei mir auf "Beobachten".

Wichtig bei derart dünn geprägten Münzen ist das Gewicht. Die Umayyaden prägten für ihre Verhältnisse bereits damals selbst Silber sehr genau und in sehr hoher Reinheit aus. Das kann man weder vom Feingehalt und dessen Konstanz, noch von den Gewichtsschwankungen mit römischen Silbermünzen vergleichen.

Eine Quelle sagt: Soll-Gewicht: 2,97 Gramm, eine andere Quelle gibt für die Ausprägung einen Gewichtsbreich von 2,85 Gramm bis 2,97 Gramm an). Mein Stück wiegt 2,94 Gramm. Etwas ist sicherlich durch Bodenlagerung und Reinigung ausgewandert oder verloren gegangen.

Von einer Befeilung oder einem Beschnitt gehe ich bei dem Stück wegen des Gewichtes nicht aus. In den 90ern meint emal ein Mitarbeiter eines Frankfurter Auktionshauses, diese Sorte Münzen wurde früher beschnitten und manche Verkäufer kaschieren das, indem Sie die Einbuchtngen wieder "ausrunden", also noch mehr Material wegnehmen. Nur am Gewicht kann man es vermuten bzw. je nach Untergewicht auch festmachen.

Meine Münze hat noch ein intaktes Metallgitter (typischer Klang beim Wenden der Münze auf Pappeinband des Buchs, das ich als Hintergrund nehme. Das Geräusch kenne ich von anderen Stücken aus der Zeit. )

Viel Freude beim Betrachten!
 

Anhänge

  • IMG_5003-G.webp
    IMG_5003-G.webp
    1,2 MB · Aufrufe: 81
  • Dirham-Umayyaden-1.webp
    Dirham-Umayyaden-1.webp
    706 KB · Aufrufe: 81
Zuletzt bearbeitet:
Kurze Unterbrechung meiner Sommer-Sammlerpause: An diesem überdurchschnittlich hübschen und schweren (3,24g) hauptstädtischen Pentanummion von Justinian I. (Sear 170/Sommer 4.30/MIBE 103a, geprägt zwischen 538 und 542) konnte ich dann doch mal wieder nicht vorbei...
 

Anhänge

  • 3.44 Justinian I. Penta CON av.webp
    3.44 Justinian I. Penta CON av.webp
    111,9 KB · Aufrufe: 102
  • 3.44 Justinian I. Penta CON rv.webp
    3.44 Justinian I. Penta CON rv.webp
    110,1 KB · Aufrufe: 82
Goldpreis
3.905,34 €/oz
125,57 €/g
Silberpreis
65,28 €/oz
2,10 €/g
Bitcoin
68382,97 €
Ethereum
1911,64 €
Zurück
Oben