Hallo Forengemeinde und Streifendetektive.
Ich habe aufmerksam den Faden mitgelesen. Die Theorie mit dem Papierstreifen fand ich ganz plausibel. Nur bin ich auch kein Chemiker. Widerlegt wurde sie denke ich auch schon.
Das der Streifen von einer Justierung herrührt, habe ich anfangs nicht geglaubt. Warum? Ich hänge euch mal ein Zitat aus einem Artikel von Th. Coßmann aus der Daheim von 1875 an.
"Denn da die Dicke eines 20 Markstücks ungefähr 1,25mm beträgt, so genügt 1/400tel davon, oder ca. 0,003 mm Änderung in der Walzenstellung, um das Gewicht des Münzplättchens um die volle Toleranz zu verändern. Deshalb müssen sämtliche größere Münzen vom 50 Pfennigstück an noch einmal einzeln durchgesehen und korrigiert werden.
Dabei ist es nicht mit einmaligem Walzen abgetan. Denn ehe der Zain die mögliche Gleichmäßigkeit in der Dicke erreicht hat, muss er etwa 15 mal die Walzen passieren und zwischendurch je nach der Beschaffenheit des Materials, mehrfach geglüht werden.
Zum Plattenschneiden werden Stempel benutzt, deren jeder in der Minute etwa 180 Platten ausstößt. Wie wir oben bemerkt, muss jedes einzelne Geldstück in deinem Gewicht berichtigt - justiert, heißt der technische Ausspruch - werden. Bisher geschah dies durch Handarbeit. Der Arbeiter wog jede Platte und schabte mit einer Art Hobelmaschine das absichtlich beim Walzen gegebene geringe Übergewicht fort und korrigierte es nachher auf feinere Weise Stück für Stück mit der Feile. Dann wurde jedes Einzelne wieder kontrolliert. Es lässt sich demnach wohl bemessen, welch ungeheure Arbeit dies machte und wie sehr es die Massenproduktion beeinträchtigte.
Jetzt hat man auch dafür Maschinen, bei denen sich die Arbeit in das Wiegen und Abschaben teilt. Die Berliner Münze besitzt sieben Wägeapparate, bei denen die Klassifikation durch das Aufheben respektive Abgießen feiner drahtförmiger Gewichte, Reiter genannt, geschieht. Nach der Schwere der Platten und also der Reiter welche gehoben oder abgesetzt werden , nimmt der Wägebalken eine mehr oder weniger geneigte Stellung ein. Ein eigener Mechanismus befördert nun, ohne das Spiel der Wage zu beeinträchtigen, je nach ihrer Schwere die Platten in ein entsprechendes Fach.
Je nach Maßgabe dieser Klassifikation schneidet nun die Schabemaschine mit einem gegen die Münzplatte durch regulierbaren Federdruck gerichteten Messer das Übergewicht fort und zwar mit Rücksicht auf die spätere Ausprägung nicht an einer Stelle, sondern in einer Spirale."
Der letzte Absatz hat mich zum Grübeln gebracht, das der Streifen nicht von dem Justieren kommen kann. Da ja spiralförmig justiert wurde.
Nun hat aber
@Kronerogøre eine Münze präsentiert, auf der man radiale Streifen erkennen kann. Das wiederum kann von einer Justierung kommen, da stimme ich ihm zu.
Nun meine Frage: Müssten dann die "Bayernstreifen" nicht auch radial auf den Stücken zu sehen sein? Oder hat München eine andere Justiermaschine gehabt als bspw. die Berliner Münze?
Ich war vor kurzem erst bei der staatlichen Münzsammlung in München. Da hab ich leider vergessen zu fragen. Wenn ich demnächst wieder da bin frag ich mal. Vielleicht wissen die da etwas zu den Justiermaschinen oder sogar den Streifen.