Nach-... wo???

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Es ist Zeit, mal wieder auf Reisen zu gehen :)

Freitag, 22.05./Samstag, 23.05.

Pfingsten - mal ein ungewöhnliches Datum für mich, um unterwegs zu sein. Aber da uns dieses Jahr ganz ausnahmsweise mal Ferien zu Pfingsten zugebilligt werden (ganz großzügig: 1 Tag), nutze ich das doch gleich mal aus. Der eine Tag kommt aber erst nächste Woche, deswegen geht es heute noch einmal in die Schule zur Projektwoche "Berufe". Zum Abschluss sind die Bauarbeiter dran.

Dann aber schnell nach Hause, Rucksack gewechselt und auf zur Tram...

Vor zwei Jahren hab ich zwar gesagt, dass Pegasus wegen der mangelnden Beinfreiheit nicht mehr gebucht wird... Aber wenn es zeitlich und finanziell die günstigste Alternative ist, beißt man halt in den sauren Apfel. Die kleine Verspätung zum Start ist nicht so schlimm, ich hab unterwegs genug Zeit. Und mit der Beinfreiheit sieht es heute auch gut aus, ich hab die ganze Reihe für mich 😁

Fliegen ist dieser Tage eine Herausforderung. Die Kerosinpreise stören mich diesmal noch nicht, meine Tickets sind älter als die Spezialoperation der amerikanischen Orange. Allerdings hat er den Flugplan gehörig durcheinander gewirbelt, was es etwas komplizierter macht, da ich einen Selftransfer mit unterschiedlichen Airlines habe. Das Kapselhotel am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen fällt also aus und ich werde stattdessen eine lange Nacht haben.

Der Transfer in Sabiha Gökçen war unkompliziert. Ich war zwar noch nicht online eingecheckt (wahrscheinlich will die Airline vorher einen Blick auf mein Visum werfen), aber das geht am Transfer Desk schnell und ich muss den Flughafen nicht erst verlassen.

Beim erneuten Start in Istanbul habe ich dann einen schönen Blick auf die Osmangazi Brücke, über die es letzten Herbst schon einmal ging.

Kurz nach drei Uhr morgens lande ich dann in... Baku.
Endlich da - oder? Oder??
Zu früh gefreut. Baku ist noch nicht Endstation.

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BER nach SAW

Endziel ist Naxcivan. Eigentlich hätte ich ja einen Direktflug von Istanbul dorthin gehabt, aber dann kam halt ein Krieg dazwischen und AJet hat die Route eingestellt.

Naxcivan ist vom Hauptgebiet Aserbaidschans aus nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Zwischen beiden Landesteilen liegt Armenien wie ein Keil. Über den Landweg geht es von Baku nach Naxcivan nur über den Iran. Aber selbst das funktioniert eigentlich nicht, weil die Grenzen Aserbaidschans seit Covid geschlossen sind. Man kommt raus, aber auf dem Landweg nicht mehr rein.

Der Flug ging fix, von Baku habe ich aber leider nix gesehen. Dafür kam dann irgenwann der Ararat aus den Wolken raus.
Am Flughafen holt mich Rafael von Noas Hostel ab und bringt mich nach kurzer Rast im Hostel zur Autovermietung.

(Um niemanden zu beunruhigen, verrate ich jetzt mal nicht, dass der Flughafen zu Kriegsbeginn einen Drohnentreffer abbekommen hat, als der Iran wild um sich geschossen hat. Abgesehen davon ist es aber wieder sicher.)

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SAW - GYD - NAJ (Ararat, Baku, Osmangazi-Brücke, Naxcivan)

So ganz geklappt hat das mit dem Auto nun doch nicht. Online hatte kein Vermieter geantwortet. Aber Rafael vom Hostel ist mit mir alle Stationen abgefahren. Leider waren keine günstigen Fahrzeuge vorhanden und eine S-Klasse wollte ich mir nicht unbedingt leisten.
Da bietet sich Rafael kurzerhand selbst als Fahrer an. Soll mir Recht sein. Ist auch nicht teurer als mieten und er kennt sich aus.

Auf der Straße begegnen uns viele alte Autos... Lada... Wolga... Das ist mir schon beim letzten Mal in Aserbaidschan aufgefallen. Die sind sehr beliebt, weil einfach zu reparieren. Der Kraftstoff hat hier wohl auch so eine unterirdische Qualität, dass die Motoren sehr darunter leiden. Dafür kostet der Liter Diesel aber auch nur 60 Cent.

Wir winden uns die Hänge des Kleinen Kaukasus hoch. Wobei winden schon zu viel gesagt ist. Es gibt zwar ein paar Kurven, aber dass ich plötzlich auf 2.200m bin, hat mich dann doch überrascht. Die Straße ist eine Sackgasse, oben am Kamm ist nur der Grenzübergang nach Armenien. Der ist aber natürlich geschlossen. Die einstigen sowjetischen Brudervölker Armenien und Aserbaidschan sind sich heute spinnefeind.
Trotz dass es hier nicht weiter geht, wimmelt es hier vor Menschen. Viele sind in den Wiesen unterwegs, um Kräuter zu sammeln.
Die Landschaft erinnert mich sehr stark an Kurdistan bei Soran (2023), insbesondere auch an den See Gomi Fellaw. Und auch hier in Naxcivan habe ich einen See: Batabat Gölü, einen Gletschersee. Eigentlich sind es mehrere kleine Seen, an deren Ufern es herrlich blüht.
Auf einem der Seen gibt es eine schwimmende Torfinsel. Ich hab schon angestrengt Ausschau nach den brütenden Enten gehalten, aber es sind ganz andere Tiere, die hier so unverschämt laut quaken: unzählige Kröten sind auf Brautschau.

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Die Fahrt den Berg runter habe ich halb verschlafen. Mir fehlt das Bett. Aber so langsam geht es wieder.

Von der einstigen Größe mit über 70 Moscheen und 40 Minaretten sieht man heute im verschlafenen Qarabağlar nichts mehr... Naja, fast nichts mehr. Das Mausoleum der mongolischen Prinzessin Qutui Khatun aus dem 14. Jh. steht noch. Es soll das schönste in Nakhchivan sein - na das werde ich überprüfen.
Daneben steht noch eine alte Medrese, in der ein paar archäologische Fundstücke aus drei Jahrtausenden präsentiert werden. Eine sehr beflissene junge Museumswärterin erklärt in exzellentem Französisch die Exponate. Leider ist mein Französisch nicht mehr gut genug, um adäquat zu antworten. Egal, sie freut sich trotzdem. Und zückt auch gleich das Handy um einen Videoanruf mit ihrem Cousin zu starten, der gerade in Pirna wohnt, damit ich mit ihm ein ist paar Worte auf Deutsch wechseln kann.


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Na ein Stopp geht noch, gerade auch weil's auf dem Weg liegt. Es geht noch einmal auf einen Berg, wenn auch nicht ganz so hoch, wie heute Vormittag. Dem Duzdağ fehlt außerdem das Grün, liegt er doch in einer halbwüstenähnlichen Gegend. Es ist erstaunlich, wie abwechslungsreich die Landschaft hier ist. Schaut man nach links: schneebedeckte Gipfel, schaut man nach rechts: Wüstenberge. Und dazwischen fruchtbares Grün, dass die aromatischsten Aprikosen des kleinen Kaukasus hervorbringen soll. Dafür bin ich aber etwas zu früh dran.

Stattdessen laufe ich noch die ersten 200m in das aufgegebene Salzbergwerk von Duzdağ hinein, wo nun Heilbehandlungen stattfinden.

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Schnee und Würste - so nah beieinander...

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Nach einer kurzen Pause im Hostel ziehe ich noch einmal los. Es ist ziemlich warm geworden. Die 50°C, die im Sommer kommen sollen, sind es aber glücklicherweise noch nicht. Der Park im Zentrum ist voller Menschen. Die Jugend spielt Ball, geht spazieren, picknickt...

Leider ist das Momine Khatun Mausoleum gerade eingerüstet. Da kann ich nun den Vergleich zu Qarabağlar gar nicht ziehen.

Dafür werfe ich einen Blick über den Zaun des Freiluftmuseums. Antike Tierfiguren und Grabsteine sind ausgestellt. Und am Rande des Parkplateaus steht der Palast des Khans und schaut Richtung Iran in die Ebene hinein. Den spare ich mir allerdings für einen anderen Tag auf.


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Naxcivan soll auf das altarmenische "Ort der Landung" zurückgehen. Das bezieht sich auf Noahs Landung am nahen Ararat. Naxcivan soll laut armenischer Tradition Noahs erster Wohnort gewesen sein, nachdem er vom Ararat zurück gekehrt ist.
Er soll auch hier begraben sein (auch wenn ich sein Grab auch schon an anderer Stelle gesehen habe).
Seit einiger Zeit steht wieder ein modernes Mausoleum für Noah neben der Burg von Naxcivan.

(Oder man bezieht sich etwas prosaischer auf das antike Naxcavan, was einfach nur armenisch awan=Stadt eines gewissen Naxc bedeutet, wobei Rafael später erzählt, dass das nur die ursprüngliche Variante des Namens Noah sein soll)

Gleich neben dem Mausoleum steht die nagelneue Heydar-Moschee, die größte in Naxcivan. Sie ist nach Aserbaidschans langjährigen Präsidenten (und Vater des jetzigen Machthabers) Heydar Aliyev benannt. Am Horizont ziehen sich schon die Berge des Iran entlang, über denen sich langsam etwas zusammenbraut.


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Zum Abendessen gibt's nochmal Kebab und Kompott. Das ist auch ein bisschen der Sprachbarriere geschuldet, wenn es keine Karte gibt, sondern man einfach nur gefragt wird, was man essen möchte. Und Kompott wird, anders als bei uns, nicht gegessen, sondern getrunken.

Was sich eben noch zusammengebraut hat, beginnt sich, kaum bin ich fertig mit Essen, zu entladen. Herrliche Blitze zucken über der Stadt. Und es beginnt zu schütten. Drinnen bekomme ich noch einen Tee zum warten serviert und als es etwas nachlässt, werde ich herzlich verschiedet.

Ein, zwei Mal muss ich unterwegs allerdings noch einmal Unterschlupf suchen. Das Gewitter wird noch knapp drei Stunden über der Stadt fest hängen.
Und der Fußweg wird zu einer Herausforderung, die Pfützen werden immer größer und tiefer.

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Immer wieder schön, deine Reisebeschreibungen zu lesen und die Fotos zu betrachten! Gerade muss ich an meine Rundreise 1971 durch Armenien und Georgien denken mit vielen interessanten Begegnungen, auch aus Baku.

Ich bin sehr auf deine Fortsetzung gespannt.
 
Immer wieder schön, deine Reisebeschreibungen zu lesen und die Fotos zu betrachten! Gerade muss ich an meine Rundreise 1971 durch Armenien und Georgien denken mit vielen interessanten Begegnungen, auch aus Baku.

Ich bin sehr auf deine Fortsetzung gespannt.
Bist du damals über einen (Schüler-Studenten o.Ä.)-Austausch in den Kaukasus gekommen?
 
Freut mich, dass der Bericht gleich zu eigenen Erinnerungen anregt :)
Gerade von Baku kenne ich noch Bilder von meinen Eltern Anfang der 1980er. Das war damals eine ganz andere Welt, nicht mit heute vergleichbar. Wahrscheinlich ist der Kontrast hier in der Provinz zwar auch vorhanden, wenn auch nicht so groß
 
Sonntag, 24.05.2026

Nach einem guten Frühstück geht es heute in den Süden. Noch ist das Wetter gnädig und die Fahrt beschert tolle Ausblicke auf die Landschaft. Am Horizont ragt der Kīyāmakī Dāgh über 3.000m auf. Der befindet sich allerdings schon im Iran. Bis zum Grenzübergang sind es von Naxcivan Stadt nur etwa 35km. Ein kurzer Abstecher ins iranische Jolfa wird aber aus mehreren Gründen nichts. Erstens käme ich als Ausländer zwar auf dem Landweg aus Aserbaidschan raus, aber nicht mehr rein. Zweitens habe ich nur ein Visum für eine einmalige Einreise und ein weiteres kann man erst beantragen, wenn man das erste "aufgebraucht" hat. Und zu guter Letzt ist das iranische Visum auch nicht gerade billig, insbesondere, wenn es nur für einen kurzen Tagesausflug genutzt worden wäre.

(Kleines Update: wahrscheinlich tut sich beim strengen Grenzregime gerade was. Demnächst wird der Nachtzug Baku-Tblisi wieder eröffnet. Ob die Öffnung dann auch für die anderen Grenzen gilt, weiß ich allerdings nicht)

Ein Stückchen weiter nähern wir uns der Grenze aber doch. Das Militär lässt uns passieren, damit wir den "himmlischen Garten" erreichen können, so die Übersetzung für Gülüstan. Das Mausoleum, von dem weder Erbauer, noch Bewohner bekannt sind, stammt aus dem 12. Jh.
Früher, als noch Armenier in der Gegend wohnten, hieß die Siedlung und das Mausoleum Vardut. Das bedeutet Rose. Und wahrlich, an Rosen herrscht in Nakhichevan kein Mangel. Rosa, Gelb, Rot, Weiß und alles gemischt - überall steht es gerade in vollster Blüte.

Man verzeihe mir übrigens, dass ich immer mal ein bisschen hin und her springen werde zwischen der aserbaidschanischen, englischen und deutschen Variante des Landesnamens. Der Kalauer Nach-wo? funktioniert halt nur mit dem deutschen Nachitschewan. Aber die einheimischen sprechen definitiv kein i mit.


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Unweit des Mausoleums kommen wir nach Culfa, bzw. Julfa.
Rafael erklärt, dass der Ort für die Eisenbahn gegründet wurde, die hier einen bedeutenden Knotenpunkt hatte, sowie als Militärstandort, nachdem hier seit 1828 die Grenze des russischen Reiches zu Persien verlief.
Die Geschichte geht allerdings noch weiter zurück, nur wird darüber wohl nicht gern gesprochen. Julfa war ursprünglich eine armenische Stadt, gar eine der bedeutendsten des mittelalterlichen Armeniens - zumindest bis Shah Abbas die meisten Armenier 1605 deportieren ließ. U.a. in Isfahan haben die vertriebenen dann Orte wie Neu Julfa gegründet.
Später kam die Gegend dann an das Khanat Nakhichevan, Russland und schließlich Aserbaidschan. Die letzten Armenier wurden schließlich 1994 vertrieben. Damals gab es auch noch einen armenischen Friedhof mit an die 10.000 Grabsteinen. Diese wurden von der aserbaidschanischen Regierung bis 2005 vollständig zerstört. Die offizielle Lesart ist nun: in Jolfa haben nie Armenier gelebt und einen armenischen Friedhof hat es hier nie gegeben.

Aber vielleicht stammen ja einige der Tierfiguren, die ich im Freilichtmuseum Nakhichevan gesehen habe von hier. Mehr als 1000 Grabsteine sollen die Form von Widdern gehabt haben.

Auch die Bahn, die dem modernen Julfa zu einer gewissen Bedeutung verholfen hat, fährt leider nicht mehr. Der Bahnhof ist zwar schick, die Strecke allerdings stillgelegt. Auch Güter werden jetzt schneller per LKW transportiert. Die müssen dann allerdings an der Grenze lange in der Schlange stehen.


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Schließlich erreichen wir Ordubad, wo es erst einmal auf den Markt geht. Verglichen mit anderen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, ist er eher bescheiden. Aber die Zeiten, in denen Ordubad Drehkreuz auf der Seidenstraße war, sind auch schon eine Weile her.

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Direkt im Zentrum besuchen wir die Qeysəriyyə. In diesem ehemaligen Schmuckbasar befindet sich ein kleines Museum. Eintritt muss ich keinen bezahlen, die Museen in Nakhichevan sind allesamt kostenlos.
Hier entdecke ich doch tatsächlich auch ein paar der Gemigaya Petroglyphen. Ursprünglich wollte ich sie mir am Originalstandort in den Bergen anschauen, aber davon hat mir Rafael abgeraten. Die Straße dort hoch wäre katastrophal und es liegt noch Schnee. Möglicherweise ist das dortige Museum auch noch geschlossen.

Man beachte auch die zwei verschiedenen Türklopfer. Nicht, dass mal das falsche Geschlecht die Tür öffnet. Die habe ich dann später im Ort tatsächlich in Benutzung gesehen.

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Wir schlendern noch ein bisschen durch die Altstadt von Ordubad. Die Sonne knallt ziemlich und vom eigentlich angekündigten Regen ist zum Glück noch nichts zu sehen. Mir ist schon bei meiner letzten Reise nach Aserbaidschan aufgefallen, dass das Leben hier sehr privat ist. Die Gassen in den Dörfern haben rechts und links hohe Mauern, da ist nicht so viel zu sehen.


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Ordubad ist so angelegt, dass es mehrere Viertel gibt, bei denen sich neben der Moschee ein Brunnen und ein Teehaus im Schatten eines alten Baumes befindet.
Genau der richtige Ort, um Mittagspause zu machen. Die Ordubad-Zitronen kann man gleich so mit Schale essen. Nicht zu sauer und schön aromatisch. Dazu gibt es eine Walnusswurst (Qozlu sucuq). Richtig lecker sind auch die eingelegten Walnüsse. Die noch jungen Früchte werden mit Schale und Fruchtfleisch, noch bevor sich der Kern entwickelt, süß eingelegt. Sie sehen dann aus, wie schwarze Oliven und schmecken ziemlich marmeladig.

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Von der einen Mittagspause geht es gleich zur nächsten. Neben einem alten Eiskeller gibt es Piti, einen kaukasischen Eintopf. Gekocht und serviert wird Piti in kleinen Keramiktöpfen. Eigentlich sollen sie möglichst wenig gewaschen werden, um das Aroma zu erhalten. Ich hoffe aber, hier wird ab und zu mal gespült...

Wir sputen uns jetzt beim Essen, man hört schon den Donner. Jetzt zieht nun doch ein Unwetter vom Iran her auf.
Wir haben es ganz gut abgepasst. Erst als wir im Auto sitzen, beginnt es zu regnen.


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Einen letzten Abstecher machen wir aber noch, da es hier gerade einmal trocken ist.

Am Daridagh entspringt eine 52°C warme Thermalquelle, die das weltweit hochwertigste Arsenwasser beinhaltet. Das hilft bei Rheuma, Hautkrankheiten und Leiden des Nervensystems. Und die Berge ringsrum sind definitiv auch einen Blick wert.


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Dann wird es aber doch wieder nass. So langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie sich Noah gefühlt hat.
Zurück in Naxcivan ziehe ich noch einmal alleine los. Diesmal werfe ich auch einen Blick hinein in den Palast, der im 18. Jh. der Sitz des Khans von Naxcivan war.
Versailles kann einpacken, der Spiegelsaal von Naxcivan hat nicht nur auf einer Seite Spiegel, sondern auch auf der anderen, an den Stirnseiten und an der Decke...

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Fürs Abendessen ist es mir noch ein bisschen zu früh, also spaziere ich im Nieselregen noch ein bisschen durch die Stadt. Nur leider wird aus dem Niesel nach und nach immer mehr, sodass ich mir bald hat keine Mühe mehr zu geben brauche, trockene Schuhe zu behalten.
Am nördlichen Stadtrand werfe ich noch einen kurzen Blick ins Museum des Kriegsruhmes und mache dann kehrt.

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Gerade noch rechtzeitig erreiche ich Milli Yemekler (Nationalgerichte), Rafaels Empfehlung für den Abend. Kaum sitze ich im Pavillon geht die Sintflut richtig los.


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Dienstag, 26.05./Mittwoch, 27.05.2026

Ohne fahrbaren Untersatz beschränke ich mich heute auf die Stadt selbst. Ich hab da noch ein paar Punkte abzuarbeiten. Aber erst einmal geht es über den Basar und auf die Suche nach einem Postamt.

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Post gefunden, ein paar Briefmarken geholt - also geht es gleich weiter zum wichtigsten Propagandapunkt der Stadt: das Museum für den Umümmilli lider, den nationalen Führer.
Heydar Aliyev war schon zu Sowjetzeiten der bedeutendste Politiker der aserbaidschanischen SSR und stieg bis ins höchste Gremium der Sowjetunion auf, ins Politbüro der KPdSU, wo er stellvertretender Ministerpräsidenten der UdSSR wurde. Ihm wird nachgesagt, dass er mehr Freude an Luxus und Korruption im Geiste Breschnews hatte, als an den Reformen Gorbatschows, weswegen er 1987 wieder gehen musste.
Er ging zurück in seine Heimat Nakhichevan, wo er den Vorsitz über das Regionalparlament übernahm.
Im Rahmen des Zusammenbruchs der Sowjetunion trat Aliyev aus der Kommunistischen Partei aus, fand eher nationalistische Töne und übernahm schließlich 1993 das Amt des Präsidenten Aserbaidschans, nachdem sein Vorgänger weggeputscht wurde. So konnte zumindest der drohende Bürgerkrieg verhindert werden.

Aliyevs Regierungszeit wird zwiespältig gesehen. Für manche ist es die Blütezeit, das Ende der Unruhen nach dem Zerfall der Sowjetunion wirtschaftlicher Aufstieg, ein neues Nationalbewusstsein und Retürkisierung. Die andere beklagen die "Tribokratie", eine korrupte Herrschaft, die Stämme bevorzugt und einige wenige Familien Reichtümer anhäufen lässt, während ein Großteil des Volkes in Armut lebt.
Als Haydar Aliyev 2003 starb, wurde jedenfalls sein Sohn Ilham Aliyev als "würdiger Nachfolger" im Präsidentenamt ernannt.

Das Museum ist für mich jetzt nicht so Ausschlussreich, da zum Großteil Dokumente ausgestellt werden, für die meine Aserbaidschanischkenntnisse nicht ausreichen.

Ein kleiner Spaziergang weiter nach Norden führt mich in die Nähe des Busbahnhofs, wo ein blau-rot-grünes Banner über der Stadt weht.
Flaggen sind in jedem Dorf zu sehen, größere Ortschaften haben einen Flaggenplatz, bei dem einer dem anderen gleicht. Wahrscheinlich gab's da mal eine Großbestellung. Das am aufwendigsten gestaltete Areal, inklusive Museum der Landesflaggen, ist natürlich in der Hauptstadt der autonomen Republik Nakhichevan.

Ein letztes Mausoleum geht jetzt aber noch...
Diesmal muss ich nicht so weit in die Geschichte zurück reisen. Hüseyin Cavid war der bedeutendste Poet und Dramatiker Aserbaidschans im 20. Jh. In den 1930er Jahren fiel er der stalinistischen Säuberung zum Opfer, weil er sich weigerte, in seinen Werken Stalin zu preisen.

Als kleinen Bonus entdecke ich in einem Hinterhof dann doch noch ein weiteres Mausoleum, die Xədicə Kübra Türbe. Allerdings ist es nur ein Nachbau, da das Original dem Städtebau weichen musste.


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Meinen Besuch im historischen Museum muss ich allerdings ein bisschen verschieben - das macht über Mittag Pause. Na dann schließe ich mich dem doch an... Pünktlich um zwei stehe ich allerdings vor der Tür. Wie alle anderen Museen bisher auch, ist dieses kostenlos. Und das, obwohl sehr viel Personal finanziert werden muss. Alle Museen - auch die kleinsten - hatten bisher mehrere Wärter:innen, die mich stets mit etwas Abstand durch die Ausstellung begleitet haben. In jedem Museum wurde ich fotografiert und es war wichtig, dass ich was ins Gästebuch schreibe. Im historischen Museum sollte ich sogar meine Eindrücke auf Video aufnehmen. Ich vermute mal, dass ich demnächst das Vorzeigegesicht der nachitschewanesischen Tourismuskampagne sein werde.

Den Nachmittag verbringe ich noch ein bisschen im Hostel und im Park. Ein bisschen Kraft tanken, da der Gewaltritt zurück ja ansteht.
Allerdings sollte ich mich natürlich nicht nur ausruhen, sondern auch gut essen. Das ist nicht schwer in Nakhichevan... Es ist eine gute Küche mit persischen, russischen und türkischen Einflüssen. Aber ich war erstaunt, hier doch einige internationale Läden zu sehen. Fastfood sowieso (wobei der relativ leer aussah), Pizza und Pasta auf der Speisekarte und mindestens drei Sushiläden.

Gegen neun Uhr abends sitze ich wieder am Flughafen, wo noch das Baumaterial von der Drohnentrefferreparatur im Foyer steht. Ein bisschen hibbelig bin ich schon, da ich mir dummerweise den letzten Flug des Tages rausgesucht habe. Der ist wegen des Wetters in letzter Zeit öfters ausgefallen. Und auch heute ist er schon 35 Minuten verspätet...

Aber glücklicherweise sitze ich dann doch irgendwann auf meinem Platz. Die Nummerierung der Sitze bei Azerbaijan Airlines ist seltsam. Die erste Reihe ist Reihe 14. Und die Sitze sind ACLH.
Da möchte die kleine Embraer wohl größer wirken 😄

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Istandbul - Naxcivan - Baku - Ararat

Bei meinem Heimflug von Baku vor fünf Jahren musste ich noch bis kurz vorm Boarding draußen unter freiem Himmel warten, Aserbaidschan war ziemlich streng während der Pandemie.
Das bleibt mir heute erspart und ich kann es mir drinnen gemütlich machen. So bequeme Wartebereiche hab ich bis jetzt an kaum einem Flughafen gehabt. Man kann gut entspannen... die Augen schließen... und gerade noch rechtzeitig aufwachen, bevor das Gate 20 Minuten später schließt 😴

Natürlich geht es zurück nach Istanbul. Der Stadtbummel während des Umsteigens hier wird so langsam zur Tradition. Von Osten her bin ich bisher aber noch nicht in die Stadt gefahren. Das ist mir der Metro aber ganz unkompliziert. Vom SAW geht's direkt nach Kadıköy, wo die Bosporusfähren ablegen. Eigentlich hatte ich ja überlegt, auf den Fernsehturm hoch zu fahren, aber das Wasser plätschert so schön und die Sonne scheint. Warum nicht... dann steche ich halt in See.
Nur war es vielleicht nicht so schlau, nicht zu schauen, wo das Boot überhaupt hin fährt. Zum Bosporus geht's jedenfalls nicht und Haydarpaşa, der Endbahnhof der Bagdadbahn wird am Horizont immer kleiner.

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Es geht immer weiter rein ins Marmarameer bis zu den Prinzeninseln.
Im Gegensatz zum urbanen Moloch liegen die Inseln friedlich grün in der See... Zumindest, bis die Touristenströme sich vom Boot ergießen. Wir legen an vier Inseln an, aber irgendwie wird's trotzdem nicht leerer an Bord.

Ihren Namen erhielten die Inseln im 6. Jh., als Kaiser Justinian I. seinem Neffen erlaubte, hier einen Palast zu errichten. Unter den Osmanen wurden später die Prinzen hier unter lebenslangen Hausarrest gestellt. Zumindest seitdem sie nicht mehr, wie zuvor üblich, beim Herrschaftsantritt des jeweiligen Regenten getötet wurden, um potentielle Konkurrenten zu beseitigen.

Die Inseln waren noch sehr lange griechisch-christlich geprägt, u.a. das Priesterseminar der griechisch-orthodoxen Kirche befand sich hier. Aber seit den 1970er Jahren ist die Ausbildung von der türkischen Regierung untersagt.

Auf Büyükada gehe ich erst einmal von Bord. Ich muss mir noch Gedanken machen, wie ich am besten zum Flughafen zurück komme.

Die Insel ist im wahrsten Sinne des Wortes "grün". Zum einen natürlich die Natur, aber zum anderen gibt es hier keinen privaten Autoverkehr. Es fahren nur elektrische Shuttle und viele Fahrräder. Und natürlich ist der Ort voll von Fußgängern und Touristen. So ein Kulturschock zum bescheidenen Tourismussektor von Nakhichevan.
Im Ort stehen noch viele mondäne Holzvillen, teils aus osmanischer Zeit; die Straßen sind Oleandergesäumt.

Für größere Erkundungen fehlen mir aber Lust und Zeit. Bis zur Villa, in der Trotzki sein Exil verbracht hat, komme ich nicht.

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Vom Mittagessensfisch fühle ich mich ein bisschen veralbert. Da liegen nicht zwei auf dem Teller, sondern nur ein halbierter. Na dann lasse ich meine Lira nicht länger auf der Insel, sondern nehme die Fähre nach Kartal und anschließend Bus und Metro zurück zum Flughafen Sabiha Gökçen. Jetzt ist es nicht mehr weit, ich kann den BER quasi schon am Horizont sehen.

Was bin ich froh, dass ich am Donnerstag nicht zur ersten Stunde anfangen muss... 😅

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Danke wiedermal, dass hier ein Plätzchen für meine Reisen ist ☺️
Das war ja eigentlich nur ein kurzer Ausflug, aber die Sommerferien stehen ja schon vor der Tür 😉
 
Ach du Schreck, da unterschlage ich doch glatt einen ganzen Tag, warum sagt mir das denn keiner :eek:

Montag, 25.05.2026

Anfangs hängen die Wolken tief. Aber sie haben keinen Regen mehr im Gepäck und verziehen sich auch beizeiten.
Und sowieso: ein rein blauer Himmel ist auf Fotos eh langweilig.

Das Essen muss ich mir heute hart erarbeiten, denn wir fahren nach Alinja, wo über 1.400 steile Stufen auf den Gipfel eines Berges führen. Rafael wartet unten, während ich mich an den halbstündigen Aufstieg mache. Oben thront die Bergfestung Alinja. Das Machu Picchu des Kaukasus hat vom 7. bis zum 14. Jh. die ganze Ebene bis zum Araz, dem Grenzfluss zum Iran beherrscht. In all der Zeit wurde die Festung nie erobert. Nicht einmal Timur hat es nach einer über zehn Jahre andauernden Belagerung geschafft.
Ich bin zwar sicher nicht so fit, wie ein Timuride aber die werden beim Aufstieg genauso geschnauft haben.

Der Ausblick vom Gipfel lohnt aber jede Mühe!


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Nach dem Abstieg gibts noch den obligatorischen Tee, ein wenig Postkartenschreiben und dann gehts schon weiter. Unterwegs lesen wir drei Anhalter auf, von der alten Babuschka bis hin zum Schulkind. Alle sind neugierig, was der Ausländer hier macht.
In der Ferne zieht der İlandağ vorbei. Hohe Gipfel hatte ich ja schon. Dieser hier beherrscht die Ebene aber schon allein durch seine Form. Der Vulkankegel hat oben eine tiefe Kerbe, die dadurch entstanden sein soll, dass Noahs Arche hier hängen geblieben ist. Er ist das Nationalsymbol von Nakhichevan und ist in weiten Teilen des Landes zu erkennen.

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Fürs Mittagessen lädt Rafael diesmal in den schönen Garten seiner Schwiegermutter ein. Ein was gutes hat so ein Guide ja, man kommt doch noch mal ganz anders mit den Leuten ins Gespräch und lernt das Land anders kennen.

Frisch gestärkt, gehts dann weiter zum Imamzade Nehrəm. Ein Imamzade ist ein Nachkomme eines der zwölf Imame der Schiiten, bzw. dessen Grab. Bis jetzt sind mir Imamzade nur in Aserbaidschan aufgefallen, doch es gibt sie vor allem auch im Irak, Afghanistan und natürlich im Iran, allein dort über 1.000. Die können pompös sein, wie das Mausoleum von Ayatollah Chomeini, oder aber auch von bescheidener Größe, wie hier in Nehrəm.

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Noch einmal geht es ein Stück den Berg rauf. Etwas versteckt befindet sich hier ein kleines Heiligtum, Ashabı Kehf, die Höhle der Sieben Schläfer.
Im Koran haben sich sieben Gläubige vor Verfolgung in eine Höhle geflüchtet, in der sie 300 Jahre schliefen. In der Zeit hat sich die Welt so sehr verändert, dass sie danach ihren Glauben sicher leben konnten. Die Geschichte gibt es in verschiedenen Regionen und bezieht sich höchstwahrscheinlich auf die Sieben Schläfer von Ephesus, denen etwas ganz ähnliches widerfahren sein soll.

Ich muss jedenfalls wieder einmal ziemlich klettern bis ich in die oberste Höhle komme.

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Zurück in Naxcivan-Stadt bummle ich dann in der Sonne für mich etwas weiter. Nach dem Regen der letzten Tage brennt es ganz schön. Da kommt eine schattige Moschee ganz recht.
Eine der größten Moscheen der Gegend ist die Heydar Moschee, die anlässlich des 94. Geburtstages von (dem damals schon verstorbenen) Heydar Aliyev errichtet wurde. Der Aliyev-Clan ist in Aserbaidschan allgegenwärtig.

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Gleich neben der Moschee befindet sich die Burg von Nakhichevan, die ausgiebig überrestauriert worden ist. Sie wirkt etwas steril. Der Hof macht den Anschein, als hätte es früher keine Gebäude gegeben, sondern vielmehr Zelte und Jurten für die Besatzung.
Von den Mauern hat man einen schönen Blick auf Moschee, Stadt und iranische Berge. Das Museum war heute geschlossen, aber unter der Burg gibt es noch eine Fledermaushöhle.

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Auf dem Weg zum Hostel komme ich noch bei einem weiteren Mausoleum vorbei. Jussuf ibn Kusejir war ein Feldherr im 12. Jh.
Die Mausoleen von Nakhichevan stehen übrigens auf der Tentativliste des UNESCO Weltkulturerbes.

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Das Abendessen ist ein wenig mit Hürden verbunden. Nachdem ich noch einmal kurz im Park vorbei geschaut habe, wollte ich wieder zum gleichen Restaurant wie gestern - war leider voll. Die Alternative habe ich nicht gefunden. Und so bin ich wieder den Berg hoch zum Saat Maydani, dem Uhrenplatz.
Nakhichevan hat zwar keine 100.000 Einwohner, tauscht das Kleinstadtflair aber zunehmend mit pompösen Fassaden aus. Das Ensemble möchte mondän sein, wirkt aber etwas deplatziert. Immerhin gibt es ein gutes Schaschlik.

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Das wäre in der Tat schade gewesen, wenn Du Alinja ("Machu Picchu des Kaukasus") hier nicht gezeigt hättest! Interessanter Trip, und dass Du einen "lokalen Guide" hattest, war sicher hilfreich. Meist hat man's ja mit seinesgleichen zu tun, oder eben mit Tourismusprofis ...

Über Pfingsten war ich – immerhin für knapp fünf Tage – in Edinburgh. Anlass war ein Halbmarathon im Rahmen des "Marathon Festivals", und da sind wir tatsächlich mal mit Einheimischen ins Gespräch gekommen. Eine junge Frau hatte eines dieser Anfeuerungs-Pappschilder bei sich, und da ich relativ flüssig englisch parliere (sie hat mich für einen Amerikaner gehalten :rolleyes:), erfuhren wir während der längeren Busfahrt so einiges über die Stadt, das Event und mehr. Ach ja, noch studiert sie, aber sie wird demnächst Lehrerin sein ...

Dann mussten wir fast zwei Stunden in einer Schlange für die Ausgabe der Startnummern warten. (Hab' ich so schlimm noch nie erlebt.) Und weil in einer Schlange ja immer die gleichen Leute um einen herum stehen, gab's eine angeregte Gottunddiewelt-Konversation mit einem Pärchen aus ... äh, Nufnländ? Tja. Neufundland – der Zusatz "Canada" hat geholfen. Sie wollte den ganzen Marathon laufen, er ... war Begleitung. Wir (aus Köln/D'dorf) hatten uns vorher noch über die Warnung "heat wave" des Veranstalters amüsiert. 20 bis 22 Grad sind nicht optimal, aber machbar. Die beiden, die noch kurz zuvor bei winterlichen Temperaturen trainiert hatten, empfanden das tatsächlich als Hitzewelle.

Aber darüber hinaus hatten wir fast nur mit Einheimischen Kontakt, die in der einen oder anderen Form von Touristen leben. Ist für mich bei einem eher kurzen Aufenthalt auch völlig OK ...
 
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