Es ist Zeit, mal wieder auf Reisen zu gehen 
Freitag, 22.05./Samstag, 23.05.
Pfingsten - mal ein ungewöhnliches Datum für mich, um unterwegs zu sein. Aber da uns dieses Jahr ganz ausnahmsweise mal Ferien zu Pfingsten zugebilligt werden (ganz großzügig: 1 Tag), nutze ich das doch gleich mal aus. Der eine Tag kommt aber erst nächste Woche, deswegen geht es heute noch einmal in die Schule zur Projektwoche "Berufe". Zum Abschluss sind die Bauarbeiter dran.
Dann aber schnell nach Hause, Rucksack gewechselt und auf zur Tram...
Vor zwei Jahren hab ich zwar gesagt, dass Pegasus wegen der mangelnden Beinfreiheit nicht mehr gebucht wird... Aber wenn es zeitlich und finanziell die günstigste Alternative ist, beißt man halt in den sauren Apfel. Die kleine Verspätung zum Start ist nicht so schlimm, ich hab unterwegs genug Zeit. Und mit der Beinfreiheit sieht es heute auch gut aus, ich hab die ganze Reihe für mich
Fliegen ist dieser Tage eine Herausforderung. Die Kerosinpreise stören mich diesmal noch nicht, meine Tickets sind älter als die Spezialoperation der amerikanischen Orange. Allerdings hat er den Flugplan gehörig durcheinander gewirbelt, was es etwas komplizierter macht, da ich einen Selftransfer mit unterschiedlichen Airlines habe. Das Kapselhotel am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen fällt also aus und ich werde stattdessen eine lange Nacht haben.
Der Transfer in Sabiha Gökçen war unkompliziert. Ich war zwar noch nicht online eingecheckt (wahrscheinlich will die Airline vorher einen Blick auf mein Visum werfen), aber das geht am Transfer Desk schnell und ich muss den Flughafen nicht erst verlassen.
Beim erneuten Start in Istanbul habe ich dann einen schönen Blick auf die Osmangazi Brücke, über die es letzten Herbst schon einmal ging.
Kurz nach drei Uhr morgens lande ich dann in... Baku.
Endlich da - oder? Oder??
Zu früh gefreut. Baku ist noch nicht Endstation.
BER nach SAW
Endziel ist Naxcivan. Eigentlich hätte ich ja einen Direktflug von Istanbul dorthin gehabt, aber dann kam halt ein Krieg dazwischen und AJet hat die Route eingestellt.
Naxcivan ist vom Hauptgebiet Aserbaidschans aus nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Zwischen beiden Landesteilen liegt Armenien wie ein Keil. Über den Landweg geht es von Baku nach Naxcivan nur über den Iran. Aber selbst das funktioniert eigentlich nicht, weil die Grenzen Aserbaidschans seit Covid geschlossen sind. Man kommt raus, aber auf dem Landweg nicht mehr rein.
Der Flug ging fix, von Baku habe ich aber leider nix gesehen. Dafür kam dann irgenwann der Ararat aus den Wolken raus.
Am Flughafen holt mich Rafael von Noas Hostel ab und bringt mich nach kurzer Rast im Hostel zur Autovermietung.
(Um niemanden zu beunruhigen, verrate ich jetzt mal nicht, dass der Flughafen zu Kriegsbeginn einen Drohnentreffer abbekommen hat, als der Iran wild um sich geschossen hat. Abgesehen davon ist es aber wieder sicher.)
SAW - GYD - NAJ (Ararat, Baku, Osmangazi-Brücke, Naxcivan)
So ganz geklappt hat das mit dem Auto nun doch nicht. Online hatte kein Vermieter geantwortet. Aber Rafael vom Hostel ist mit mir alle Stationen abgefahren. Leider waren keine günstigen Fahrzeuge vorhanden und eine S-Klasse wollte ich mir nicht unbedingt leisten.
Da bietet sich Rafael kurzerhand selbst als Fahrer an. Soll mir Recht sein. Ist auch nicht teurer als mieten und er kennt sich aus.
Auf der Straße begegnen uns viele alte Autos... Lada... Wolga... Das ist mir schon beim letzten Mal in Aserbaidschan aufgefallen. Die sind sehr beliebt, weil einfach zu reparieren. Der Kraftstoff hat hier wohl auch so eine unterirdische Qualität, dass die Motoren sehr darunter leiden. Dafür kostet der Liter Diesel aber auch nur 60 Cent.
Wir winden uns die Hänge des Kleinen Kaukasus hoch. Wobei winden schon zu viel gesagt ist. Es gibt zwar ein paar Kurven, aber dass ich plötzlich auf 2.200m bin, hat mich dann doch überrascht. Die Straße ist eine Sackgasse, oben am Kamm ist nur der Grenzübergang nach Armenien. Der ist aber natürlich geschlossen. Die einstigen sowjetischen Brudervölker Armenien und Aserbaidschan sind sich heute spinnefeind.
Trotz dass es hier nicht weiter geht, wimmelt es hier vor Menschen. Viele sind in den Wiesen unterwegs, um Kräuter zu sammeln.
Die Landschaft erinnert mich sehr stark an Kurdistan bei Soran (2023), insbesondere auch an den See Gomi Fellaw. Und auch hier in Naxcivan habe ich einen See: Batabat Gölü, einen Gletschersee. Eigentlich sind es mehrere kleine Seen, an deren Ufern es herrlich blüht.
Auf einem der Seen gibt es eine schwimmende Torfinsel. Ich hab schon angestrengt Ausschau nach den brütenden Enten gehalten, aber es sind ganz andere Tiere, die hier so unverschämt laut quaken: unzählige Kröten sind auf Brautschau.
Die Fahrt den Berg runter habe ich halb verschlafen. Mir fehlt das Bett. Aber so langsam geht es wieder.
Von der einstigen Größe mit über 70 Moscheen und 40 Minaretten sieht man heute im verschlafenen Qarabağlar nichts mehr... Naja, fast nichts mehr. Das Mausoleum der mongolischen Prinzessin Qutui Khatun aus dem 14. Jh. steht noch. Es soll das schönste in Nakhchivan sein - na das werde ich überprüfen.
Daneben steht noch eine alte Medrese, in der ein paar archäologische Fundstücke aus drei Jahrtausenden präsentiert werden. Eine sehr beflissene junge Museumswärterin erklärt in exzellentem Französisch die Exponate. Leider ist mein Französisch nicht mehr gut genug, um adäquat zu antworten. Egal, sie freut sich trotzdem. Und zückt auch gleich das Handy um einen Videoanruf mit ihrem Cousin zu starten, der gerade in Pirna wohnt, damit ich mit ihm ein ist paar Worte auf Deutsch wechseln kann.
Na ein Stopp geht noch, gerade auch weil's auf dem Weg liegt. Es geht noch einmal auf einen Berg, wenn auch nicht ganz so hoch, wie heute Vormittag. Dem Duzdağ fehlt außerdem das Grün, liegt er doch in einer halbwüstenähnlichen Gegend. Es ist erstaunlich, wie abwechslungsreich die Landschaft hier ist. Schaut man nach links: schneebedeckte Gipfel, schaut man nach rechts: Wüstenberge. Und dazwischen fruchtbares Grün, dass die aromatischsten Aprikosen des kleinen Kaukasus hervorbringen soll. Dafür bin ich aber etwas zu früh dran.
Stattdessen laufe ich noch die ersten 200m in das aufgegebene Salzbergwerk von Duzdağ hinein, wo nun Heilbehandlungen stattfinden.
Schnee und Würste - so nah beieinander...
Nach einer kurzen Pause im Hostel ziehe ich noch einmal los. Es ist ziemlich warm geworden. Die 50°C, die im Sommer kommen sollen, sind es aber glücklicherweise noch nicht. Der Park im Zentrum ist voller Menschen. Die Jugend spielt Ball, geht spazieren, picknickt...
Leider ist das Momine Khatun Mausoleum gerade eingerüstet. Da kann ich nun den Vergleich zu Qarabağlar gar nicht ziehen.
Dafür werfe ich einen Blick über den Zaun des Freiluftmuseums. Antike Tierfiguren und Grabsteine sind ausgestellt. Und am Rande des Parkplateaus steht der Palast des Khans und schaut Richtung Iran in die Ebene hinein. Den spare ich mir allerdings für einen anderen Tag auf.
Naxcivan soll auf das altarmenische "Ort der Landung" zurückgehen. Das bezieht sich auf Noahs Landung am nahen Ararat. Naxcivan soll laut armenischer Tradition Noahs erster Wohnort gewesen sein, nachdem er vom Ararat zurück gekehrt ist.
Er soll auch hier begraben sein (auch wenn ich sein Grab auch schon an anderer Stelle gesehen habe).
Seit einiger Zeit steht wieder ein modernes Mausoleum für Noah neben der Burg von Naxcivan.
(Oder man bezieht sich etwas prosaischer auf das antike Naxcavan, was einfach nur armenisch awan=Stadt eines gewissen Naxc bedeutet, wobei Rafael später erzählt, dass das nur die ursprüngliche Variante des Namens Noah sein soll)
Gleich neben dem Mausoleum steht die nagelneue Heydar-Moschee, die größte in Naxcivan. Sie ist nach Aserbaidschans langjährigen Präsidenten (und Vater des jetzigen Machthabers) Heydar Aliyev benannt. Am Horizont ziehen sich schon die Berge des Iran entlang, über denen sich langsam etwas zusammenbraut.
Zum Abendessen gibt's nochmal Kebab und Kompott. Das ist auch ein bisschen der Sprachbarriere geschuldet, wenn es keine Karte gibt, sondern man einfach nur gefragt wird, was man essen möchte. Und Kompott wird, anders als bei uns, nicht gegessen, sondern getrunken.
Was sich eben noch zusammengebraut hat, beginnt sich, kaum bin ich fertig mit Essen, zu entladen. Herrliche Blitze zucken über der Stadt. Und es beginnt zu schütten. Drinnen bekomme ich noch einen Tee zum warten serviert und als es etwas nachlässt, werde ich herzlich verschiedet.
Ein, zwei Mal muss ich unterwegs allerdings noch einmal Unterschlupf suchen. Das Gewitter wird noch knapp drei Stunden über der Stadt fest hängen.
Und der Fußweg wird zu einer Herausforderung, die Pfützen werden immer größer und tiefer.
Freitag, 22.05./Samstag, 23.05.
Pfingsten - mal ein ungewöhnliches Datum für mich, um unterwegs zu sein. Aber da uns dieses Jahr ganz ausnahmsweise mal Ferien zu Pfingsten zugebilligt werden (ganz großzügig: 1 Tag), nutze ich das doch gleich mal aus. Der eine Tag kommt aber erst nächste Woche, deswegen geht es heute noch einmal in die Schule zur Projektwoche "Berufe". Zum Abschluss sind die Bauarbeiter dran.
Dann aber schnell nach Hause, Rucksack gewechselt und auf zur Tram...
Vor zwei Jahren hab ich zwar gesagt, dass Pegasus wegen der mangelnden Beinfreiheit nicht mehr gebucht wird... Aber wenn es zeitlich und finanziell die günstigste Alternative ist, beißt man halt in den sauren Apfel. Die kleine Verspätung zum Start ist nicht so schlimm, ich hab unterwegs genug Zeit. Und mit der Beinfreiheit sieht es heute auch gut aus, ich hab die ganze Reihe für mich
Fliegen ist dieser Tage eine Herausforderung. Die Kerosinpreise stören mich diesmal noch nicht, meine Tickets sind älter als die Spezialoperation der amerikanischen Orange. Allerdings hat er den Flugplan gehörig durcheinander gewirbelt, was es etwas komplizierter macht, da ich einen Selftransfer mit unterschiedlichen Airlines habe. Das Kapselhotel am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen fällt also aus und ich werde stattdessen eine lange Nacht haben.
Der Transfer in Sabiha Gökçen war unkompliziert. Ich war zwar noch nicht online eingecheckt (wahrscheinlich will die Airline vorher einen Blick auf mein Visum werfen), aber das geht am Transfer Desk schnell und ich muss den Flughafen nicht erst verlassen.
Beim erneuten Start in Istanbul habe ich dann einen schönen Blick auf die Osmangazi Brücke, über die es letzten Herbst schon einmal ging.
Kurz nach drei Uhr morgens lande ich dann in... Baku.
Endlich da - oder? Oder??
Zu früh gefreut. Baku ist noch nicht Endstation.
BER nach SAW
Endziel ist Naxcivan. Eigentlich hätte ich ja einen Direktflug von Istanbul dorthin gehabt, aber dann kam halt ein Krieg dazwischen und AJet hat die Route eingestellt.
Naxcivan ist vom Hauptgebiet Aserbaidschans aus nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Zwischen beiden Landesteilen liegt Armenien wie ein Keil. Über den Landweg geht es von Baku nach Naxcivan nur über den Iran. Aber selbst das funktioniert eigentlich nicht, weil die Grenzen Aserbaidschans seit Covid geschlossen sind. Man kommt raus, aber auf dem Landweg nicht mehr rein.
Der Flug ging fix, von Baku habe ich aber leider nix gesehen. Dafür kam dann irgenwann der Ararat aus den Wolken raus.
Am Flughafen holt mich Rafael von Noas Hostel ab und bringt mich nach kurzer Rast im Hostel zur Autovermietung.
(Um niemanden zu beunruhigen, verrate ich jetzt mal nicht, dass der Flughafen zu Kriegsbeginn einen Drohnentreffer abbekommen hat, als der Iran wild um sich geschossen hat. Abgesehen davon ist es aber wieder sicher.)
SAW - GYD - NAJ (Ararat, Baku, Osmangazi-Brücke, Naxcivan)
So ganz geklappt hat das mit dem Auto nun doch nicht. Online hatte kein Vermieter geantwortet. Aber Rafael vom Hostel ist mit mir alle Stationen abgefahren. Leider waren keine günstigen Fahrzeuge vorhanden und eine S-Klasse wollte ich mir nicht unbedingt leisten.
Da bietet sich Rafael kurzerhand selbst als Fahrer an. Soll mir Recht sein. Ist auch nicht teurer als mieten und er kennt sich aus.
Auf der Straße begegnen uns viele alte Autos... Lada... Wolga... Das ist mir schon beim letzten Mal in Aserbaidschan aufgefallen. Die sind sehr beliebt, weil einfach zu reparieren. Der Kraftstoff hat hier wohl auch so eine unterirdische Qualität, dass die Motoren sehr darunter leiden. Dafür kostet der Liter Diesel aber auch nur 60 Cent.
Wir winden uns die Hänge des Kleinen Kaukasus hoch. Wobei winden schon zu viel gesagt ist. Es gibt zwar ein paar Kurven, aber dass ich plötzlich auf 2.200m bin, hat mich dann doch überrascht. Die Straße ist eine Sackgasse, oben am Kamm ist nur der Grenzübergang nach Armenien. Der ist aber natürlich geschlossen. Die einstigen sowjetischen Brudervölker Armenien und Aserbaidschan sind sich heute spinnefeind.
Trotz dass es hier nicht weiter geht, wimmelt es hier vor Menschen. Viele sind in den Wiesen unterwegs, um Kräuter zu sammeln.
Die Landschaft erinnert mich sehr stark an Kurdistan bei Soran (2023), insbesondere auch an den See Gomi Fellaw. Und auch hier in Naxcivan habe ich einen See: Batabat Gölü, einen Gletschersee. Eigentlich sind es mehrere kleine Seen, an deren Ufern es herrlich blüht.
Auf einem der Seen gibt es eine schwimmende Torfinsel. Ich hab schon angestrengt Ausschau nach den brütenden Enten gehalten, aber es sind ganz andere Tiere, die hier so unverschämt laut quaken: unzählige Kröten sind auf Brautschau.
Die Fahrt den Berg runter habe ich halb verschlafen. Mir fehlt das Bett. Aber so langsam geht es wieder.
Von der einstigen Größe mit über 70 Moscheen und 40 Minaretten sieht man heute im verschlafenen Qarabağlar nichts mehr... Naja, fast nichts mehr. Das Mausoleum der mongolischen Prinzessin Qutui Khatun aus dem 14. Jh. steht noch. Es soll das schönste in Nakhchivan sein - na das werde ich überprüfen.
Daneben steht noch eine alte Medrese, in der ein paar archäologische Fundstücke aus drei Jahrtausenden präsentiert werden. Eine sehr beflissene junge Museumswärterin erklärt in exzellentem Französisch die Exponate. Leider ist mein Französisch nicht mehr gut genug, um adäquat zu antworten. Egal, sie freut sich trotzdem. Und zückt auch gleich das Handy um einen Videoanruf mit ihrem Cousin zu starten, der gerade in Pirna wohnt, damit ich mit ihm ein ist paar Worte auf Deutsch wechseln kann.
Na ein Stopp geht noch, gerade auch weil's auf dem Weg liegt. Es geht noch einmal auf einen Berg, wenn auch nicht ganz so hoch, wie heute Vormittag. Dem Duzdağ fehlt außerdem das Grün, liegt er doch in einer halbwüstenähnlichen Gegend. Es ist erstaunlich, wie abwechslungsreich die Landschaft hier ist. Schaut man nach links: schneebedeckte Gipfel, schaut man nach rechts: Wüstenberge. Und dazwischen fruchtbares Grün, dass die aromatischsten Aprikosen des kleinen Kaukasus hervorbringen soll. Dafür bin ich aber etwas zu früh dran.
Stattdessen laufe ich noch die ersten 200m in das aufgegebene Salzbergwerk von Duzdağ hinein, wo nun Heilbehandlungen stattfinden.
Schnee und Würste - so nah beieinander...
Nach einer kurzen Pause im Hostel ziehe ich noch einmal los. Es ist ziemlich warm geworden. Die 50°C, die im Sommer kommen sollen, sind es aber glücklicherweise noch nicht. Der Park im Zentrum ist voller Menschen. Die Jugend spielt Ball, geht spazieren, picknickt...
Leider ist das Momine Khatun Mausoleum gerade eingerüstet. Da kann ich nun den Vergleich zu Qarabağlar gar nicht ziehen.
Dafür werfe ich einen Blick über den Zaun des Freiluftmuseums. Antike Tierfiguren und Grabsteine sind ausgestellt. Und am Rande des Parkplateaus steht der Palast des Khans und schaut Richtung Iran in die Ebene hinein. Den spare ich mir allerdings für einen anderen Tag auf.
Naxcivan soll auf das altarmenische "Ort der Landung" zurückgehen. Das bezieht sich auf Noahs Landung am nahen Ararat. Naxcivan soll laut armenischer Tradition Noahs erster Wohnort gewesen sein, nachdem er vom Ararat zurück gekehrt ist.
Er soll auch hier begraben sein (auch wenn ich sein Grab auch schon an anderer Stelle gesehen habe).
Seit einiger Zeit steht wieder ein modernes Mausoleum für Noah neben der Burg von Naxcivan.
(Oder man bezieht sich etwas prosaischer auf das antike Naxcavan, was einfach nur armenisch awan=Stadt eines gewissen Naxc bedeutet, wobei Rafael später erzählt, dass das nur die ursprüngliche Variante des Namens Noah sein soll)
Gleich neben dem Mausoleum steht die nagelneue Heydar-Moschee, die größte in Naxcivan. Sie ist nach Aserbaidschans langjährigen Präsidenten (und Vater des jetzigen Machthabers) Heydar Aliyev benannt. Am Horizont ziehen sich schon die Berge des Iran entlang, über denen sich langsam etwas zusammenbraut.
Zum Abendessen gibt's nochmal Kebab und Kompott. Das ist auch ein bisschen der Sprachbarriere geschuldet, wenn es keine Karte gibt, sondern man einfach nur gefragt wird, was man essen möchte. Und Kompott wird, anders als bei uns, nicht gegessen, sondern getrunken.
Was sich eben noch zusammengebraut hat, beginnt sich, kaum bin ich fertig mit Essen, zu entladen. Herrliche Blitze zucken über der Stadt. Und es beginnt zu schütten. Drinnen bekomme ich noch einen Tee zum warten serviert und als es etwas nachlässt, werde ich herzlich verschiedet.
Ein, zwei Mal muss ich unterwegs allerdings noch einmal Unterschlupf suchen. Das Gewitter wird noch knapp drei Stunden über der Stadt fest hängen.
Und der Fußweg wird zu einer Herausforderung, die Pfützen werden immer größer und tiefer.
