Medailleur: Kauko Räsänen

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Der 1926 geborene Medailleur Kauko Kalervo Räsänen studierte an der finnischen Akademie der Künste und ist bekannt für seine großformatigen Werke.

Des Weiteren gilt Räsänen als „Erfinder“ der mehrteiligen Medaille mit bis zu 6 Bildseiten.

Kauko Räsänen verstarb im Jahr 2015.



Wer sich etwas näher mit dem Künstler beschäftigen möchte, sei das Buch von Josef Hackl und Dietrich O.A. Klose „Kauko Räsänen Neue Wege der Medaillenkunst (Staatliche Münzsammlung München)“ ans Herz gelegt.
 
Dreiteilige Medaille aus dem Jahr 1977 mit dem Titel Michelangelo. Die 59mm große Bronzemedaille hat ein Gewicht von sage und schreibe 510 Gramm :oops:.

Die Kurzbeschreibung der 6 Bildseiten habe ich dem Buch "Kauko Räsänen: Neue Wege in der Medaillenkunst" (verkürzt) entnommen.

Medaille 1 / Vorderseite:
Kopf des Michelangelo nach rechts (nach einem Porträt von Jacopino del Conte aus dem Jahr 1545)

Medaille 1 / Rückseite:
Nackte männliche Gestalt nach unten aus dem Himmel stürzend und um ein Kreuz gewunden. Im Kreuz suchte Michelangelo sein Heil.

Medaille 2 / Vorderseite:
Michelangelo bearbeitet mit Hammer und Meißel einen quadratischen Marmorblock.

Medaille 2 / Rückseite:
Michelangelo malt liegend die berühmten Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle.

Medaille 3 / Vorderseite:
Drei stürzende Figuren, Michelangelos Jüngstes Gericht in der Sixtinischen Kapelle darstellend. Daneben ein Totenschädel als Mahnung an den Tod.

Medaille 3 / Rückseite:
Michelangelo als Marionettenspieler mit Papst, Heerführer und König als Marionetten. Der Künstler ist der Herr des Welttheaters - die Regenten sind nichts ohne die Verherrlichung durch ihn.
 

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Mich fasziniert insbesondere das perfekte Zusammenpassen der einzelnen Medaillen. Das setzt eine exakte Planung des Künstlers voraus, was er inhaltlich darstellen möchte und wie er diese Ideen so umsetzen kann, dass die reliefartigen Teile der Medaillen perfekt in die inkusen Strukturen passen.

Eine hochkomplexe Arbeit von der Idee bis zur letztendlichen Umsetzung.
 
Wow, das ist echt mal was Neues. Diese mehrteiligen Medaillen kannte ich noch gar nicht. Eine tolle Idee, mit der man ganze Geschichten erzählen kann!
 
Es geht weiter mit einer zweiteiligen Bronzemedaille aus dem Jahr 1972, die sich der Umweltschutzkonferenz der Vereinten Nationen widmet, welche in jenem Jahr in Stockholm stattfand.

Auf der Vorderseite ist das Gesicht einer Frau mit vom Wind zerzausten Haaren zu sehen - ein Hinweis auf Umwelteinflüsse und das Ausgeliefertsein der Natur gegenüber. Dieses Thema setzt sich auf der Rückseite fort, wo wir eine kauernde Frau sehen, welche die linke Hand zum Schutz vor ihr Gesicht hält.

Die Innenseiten zeigen die Mutter Erde als Fötus im Weltall.

Eine genauere Beschreibung / Deutung der Abbildungen sind in dem von mir mehrfach zitierten Buch der Staatlichen Kunstsammlungen München über Räsänen zu finden.
 

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Die Vorderseite mit den beiden entgegengesetzten Köpfen erinnert an die antiken griechischen Drachmen aus Thrakien/Istrien.
 
Heute mit der Post eingetroffen:

Bronzemedaille auf das Jahr des Friedens 1986.

Beschreibung nach dem schon mehrfach zitierten Buch über Räsänen:

Auf der Vorderseite ein gestauchter Globus mit in alle Richtungen ausgestreckten Händen, die hilfesuchend, bittend Geborgenheit, Sicherheit und Frieden erflehen.

Auf der Rückseite in vier durch eine vertikale und horizontale Linie abgeteilten, gleichschenkligen Feldern eine Friedenstaube nach links, mit einem Lorbeerzweig im Schnabel.

Die Medaille hat bei einem Durchmesser von 69mm ein Gewicht von 304,65 Gramm.
 

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Zuletzt bearbeitet:
Zweiteilige Bronzemedaille aus dem Jahr 1973 auf das 75jährige Jubiläum des schwedischen Königs Gustaf VI. Adolf (1882 bis 1973) als Archäologe.

Gustaf Adolf war kulturell sehr interessiert - mit seiner Unterstützung wurden zahlreiche archäologische Ausgrabungen initiiert und durchgeführt. Die Umschriften der Medaille verweisen auf die wichtigsten davon.

Auf der Medaille ist der König in jungen Jahren und im Alter dargestellt - beide Gesichter / Gesichtshälften direkt gegenüber gestellt.

Die Darstellung auf der Rückseite zeigt einen Frauentorso, der die Mutter Erde darstellen soll. Davor steht Gustaf Adolf als Archäologe und schaut auf den Schoß der Mutter Erde als dem Tor zu den Schätzen der Vergangenheit.

(Quelle: siehe Josef Hackl: Kauko Räsänen)

Die Medaille hat einen Durchmesser von 49mm und wiegt 211,21 Gramm.
 

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Zweiteilige Medaille aus dem Jahr 1977 auf den ehemaligen Staatspräsidenten und Oberbefehlshaber im Finnisch-russischen Winterkrieg 1939/1940 Carl Gustav Mannerheim (1867 bis 1951). Anlass war der 60. Jahrestag der finnischen Unabhängigkeit.

Die Beschreibung habe ich wie immer (zusammengefasst) aus dem Buch von Josef Hackl entnommen.

Auf der Vorderseite der vorderen Medaille ist die Büste Mannerheims zu sehen; im Hintergrund eine reitende Figur von Mannerheim sowie der Plenarsaal des finnischen Reichstages.

Die Innenseite der vorderen Medaille zeigt das Gesicht des Krieges: zwei männliche Gesichtshälften, daneben sind Granateinschläge, ein zerstörtes Stadtbild sowie Schützengräben und Kampfflugzeuge zu sehen.

Die Innenseite der hinteren Medaille zeigt hingegen das Gesicht des Friedens in Form zweier Gesichtshälften von Kindern. Fliegende Vögel über einer Uferlandschaft.

Die Rückseite der hinteren Medaille verweist auf die Forschungsreisen von Mannerheim (Tigerjagd in Indien).

Die 59mm große Bronzemedaille hat ein Gewicht von 343,43 Gramm.
 

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