Montag, 27.10.2025
Klassischer Fall von Fehlplanung... Frühstück gibt's erst ab halb neun, da sind wir aber schon zur Tür raus. Dann gibt's eben ofenfrische Simit vom Bäcker und einen Cappuccino to go. Das Auto lassen wir erst einmal stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg in den Hafen, denn heute geht's mit dem Schiff weiter. Sieben Kilometer vor Kaş liegt Kastellórizo, bzw. amtlich Megísti oder türkisch Meis, die östlichste bewohnte Insel Griechenlands.
Heute leben auf dem Eiland nur noch 400 Menschen, vor 100 Jahren waren es noch 20.000. Damals gehörte Kastellórizo allerdings noch zu Italien, dass die Dodekanes um Rhodos nach dem ersten Weltkrieg vom Osmanischen Reich übernommen hatte. Erst seit 1948 ist die Region wieder griechisch.
Die Schlange an der Grenze schiebt sich nur langsam voran, aber als EU Bürger werden wir dann schnell durch gewunken. Der Ort Kastellórizo ist ja mal niedlich, ganz anders als die türkischen Orte nur ein paar Kilometer quer übers Wasser. Der Ortskern ist schön restauriert und komplett auf die Tagestouristen ausgerichtet. Der Kaffee ist der gleiche wie in der Türkei, heißt nur greek coffee statt turkish coffee und ist doppelt so teuer.
Eine der Hauptsehenswürdigkeit der Insel ist die Blaue Grotte. Mit einem kleinen Boot düsen wir einmal um die halbe Insel und stehen plötzlich vor einer Klippe. Der Zugang zur Grotte ist nur ein flacher Spalt und wir müssen uns auf den Boden setzen, um durch zu kommen.
Die Stimmung drinnen ist magisch. Das Sonnenlicht dringt durch das Meerwasser in die Grotte und alles leuchtet blau. Hätten wir Badesachen dabei wären auch fünf Minuten schwimmen im Programm gewesen, aber das ist ja mehr Stress als genießen.
Die Grotte ist übrigens deutlich größer als die berühmte Blaue Grotte auf Capri.
Hier auf der Insel ist ganz schön viel Militär unterwegs. Ja klar, ist ja auch EU-Außengrenze. Wir kommen auch gerade recht, um die Kompanie im Stechschritt ausrücken zu sehen. Die griechische Flagge wird zum Heldendenkmal gebracht. Morgen ist Nationalfeiertag, da wird überall geschmückt. Bei den Türken ist der übermorgen. Mit noch größeren Flaggen.
Mittlerweile brennt die Sonne, es sind bestimmt 30°C. Da kommt ein kleines Mittagessen gerade Recht. Mit vollem Bauch steht es sich an der Grenzschlange auch leichter, denn die Fähre zurück nach Kaş wartet schon. Ein bisschen Weg haben wir heute noch vor uns.
Die Fahrt entlang der Küste ist wieder kurvig und schön, immer der Sonne entgegen. Und weil gerade so ein schönes Licht ist, entscheiden wir uns dafür, Xanthos doch nicht zu streichen, obwohl wir schon recht spät dran sind. Wir kommen gerade richtig zum Sonnenuntergang. Wir dürfen noch kurz ohne Ticket aufs Gelände, bevor die Kasse schließt.
Xanthos hatte es nicht leicht. In seiner über 3.300jährigen Geschichte wurde es mehrfach zerstört - von Athenern, Persern, Alexander dem Großen... Brutus, einer der Mörder Caesars (Καὶ σὺ τέκνον;, "auch du, mein Sohn", soll Caesar ungläubig gerufen haben), hat im römischen Bürgerkrieg in Xanthos Truppen ausgehoben, die restlos aufgerieben wurden. Daraufhin wurde Xanthos belagert und die Bevölkerung hat ihre eigene Stadt in Brand gesteckt.
Mit den Arabereinfällen wurde die Stadt schließlich im 8. Jh. aufgegeben.
Viel sehen wir in den fünf Minuten, die uns zugebilligt werden, nicht. Es gibt interessante Gräber, die auf Säulen stehen und Holzhäuser imitieren, sowie das sog. Harpyienmonument. Letzteres ist nur eine Kopie, das Original wurde ins British Museum verschleppt, genauso wie das Nereïdenmonument, ein monumentales Grabmal.
Was noch im Original steht, ist die Inschriftensäule, die auch mal ein Grab getragen hat. Auf der Säule stehen Texte in drei Sprachen: griechisch, lykische Normalsprache und lykische Dichtersprache.
In Fethiye ist unsere Unterkunft direkt an der Marina. All zu viel zu sehen wir in der Dunkelheit nicht, aber zumindest erspähen wir ein Restaurant mit Terrasse. Zum Essen gibt's Kebab mit Pistazien und eine Lammpfanne.
Bevor es den Wein auf dem Balkon gibt, mache ich alleine noch einen Verdauungsspaziergang. Der Basar ist nicht so besonders... modern und auf Touristen ausgerichtet. Am anderen Ende geht es gleich in Wohnviertel den Hang hoch und da sieht man schon die Felsengräber, von denen insbesondere das des Amyntas hervorsticht. Es stammt aus dem Jahr 350 v. Chr. und gehört zur antiken Stadt Telmessos, an deren Stelle nun Fethiye steht.
Klassischer Fall von Fehlplanung... Frühstück gibt's erst ab halb neun, da sind wir aber schon zur Tür raus. Dann gibt's eben ofenfrische Simit vom Bäcker und einen Cappuccino to go. Das Auto lassen wir erst einmal stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg in den Hafen, denn heute geht's mit dem Schiff weiter. Sieben Kilometer vor Kaş liegt Kastellórizo, bzw. amtlich Megísti oder türkisch Meis, die östlichste bewohnte Insel Griechenlands.
Heute leben auf dem Eiland nur noch 400 Menschen, vor 100 Jahren waren es noch 20.000. Damals gehörte Kastellórizo allerdings noch zu Italien, dass die Dodekanes um Rhodos nach dem ersten Weltkrieg vom Osmanischen Reich übernommen hatte. Erst seit 1948 ist die Region wieder griechisch.
Die Schlange an der Grenze schiebt sich nur langsam voran, aber als EU Bürger werden wir dann schnell durch gewunken. Der Ort Kastellórizo ist ja mal niedlich, ganz anders als die türkischen Orte nur ein paar Kilometer quer übers Wasser. Der Ortskern ist schön restauriert und komplett auf die Tagestouristen ausgerichtet. Der Kaffee ist der gleiche wie in der Türkei, heißt nur greek coffee statt turkish coffee und ist doppelt so teuer.
Eine der Hauptsehenswürdigkeit der Insel ist die Blaue Grotte. Mit einem kleinen Boot düsen wir einmal um die halbe Insel und stehen plötzlich vor einer Klippe. Der Zugang zur Grotte ist nur ein flacher Spalt und wir müssen uns auf den Boden setzen, um durch zu kommen.
Die Stimmung drinnen ist magisch. Das Sonnenlicht dringt durch das Meerwasser in die Grotte und alles leuchtet blau. Hätten wir Badesachen dabei wären auch fünf Minuten schwimmen im Programm gewesen, aber das ist ja mehr Stress als genießen.
Die Grotte ist übrigens deutlich größer als die berühmte Blaue Grotte auf Capri.
Hier auf der Insel ist ganz schön viel Militär unterwegs. Ja klar, ist ja auch EU-Außengrenze. Wir kommen auch gerade recht, um die Kompanie im Stechschritt ausrücken zu sehen. Die griechische Flagge wird zum Heldendenkmal gebracht. Morgen ist Nationalfeiertag, da wird überall geschmückt. Bei den Türken ist der übermorgen. Mit noch größeren Flaggen.
Mittlerweile brennt die Sonne, es sind bestimmt 30°C. Da kommt ein kleines Mittagessen gerade Recht. Mit vollem Bauch steht es sich an der Grenzschlange auch leichter, denn die Fähre zurück nach Kaş wartet schon. Ein bisschen Weg haben wir heute noch vor uns.
Die Fahrt entlang der Küste ist wieder kurvig und schön, immer der Sonne entgegen. Und weil gerade so ein schönes Licht ist, entscheiden wir uns dafür, Xanthos doch nicht zu streichen, obwohl wir schon recht spät dran sind. Wir kommen gerade richtig zum Sonnenuntergang. Wir dürfen noch kurz ohne Ticket aufs Gelände, bevor die Kasse schließt.
Xanthos hatte es nicht leicht. In seiner über 3.300jährigen Geschichte wurde es mehrfach zerstört - von Athenern, Persern, Alexander dem Großen... Brutus, einer der Mörder Caesars (Καὶ σὺ τέκνον;, "auch du, mein Sohn", soll Caesar ungläubig gerufen haben), hat im römischen Bürgerkrieg in Xanthos Truppen ausgehoben, die restlos aufgerieben wurden. Daraufhin wurde Xanthos belagert und die Bevölkerung hat ihre eigene Stadt in Brand gesteckt.
Mit den Arabereinfällen wurde die Stadt schließlich im 8. Jh. aufgegeben.
Viel sehen wir in den fünf Minuten, die uns zugebilligt werden, nicht. Es gibt interessante Gräber, die auf Säulen stehen und Holzhäuser imitieren, sowie das sog. Harpyienmonument. Letzteres ist nur eine Kopie, das Original wurde ins British Museum verschleppt, genauso wie das Nereïdenmonument, ein monumentales Grabmal.
Was noch im Original steht, ist die Inschriftensäule, die auch mal ein Grab getragen hat. Auf der Säule stehen Texte in drei Sprachen: griechisch, lykische Normalsprache und lykische Dichtersprache.
In Fethiye ist unsere Unterkunft direkt an der Marina. All zu viel zu sehen wir in der Dunkelheit nicht, aber zumindest erspähen wir ein Restaurant mit Terrasse. Zum Essen gibt's Kebab mit Pistazien und eine Lammpfanne.
Bevor es den Wein auf dem Balkon gibt, mache ich alleine noch einen Verdauungsspaziergang. Der Basar ist nicht so besonders... modern und auf Touristen ausgerichtet. Am anderen Ende geht es gleich in Wohnviertel den Hang hoch und da sieht man schon die Felsengräber, von denen insbesondere das des Amyntas hervorsticht. Es stammt aus dem Jahr 350 v. Chr. und gehört zur antiken Stadt Telmessos, an deren Stelle nun Fethiye steht.









