Die Trennung ... von der Sammlung

Ich hänge in diesem interessanten Faden mal eine Frage an.

Ich habe noch nie etwas über eine Auktion verkauft.
Wie hoch ist der Abschlag, den ich auf das Zuschlagsgebot an
das Auktionshaus zu entrichten habe?

Differiert er, je nach Auktionshaus?
Kommen darüber hinaus noch weitere Kosten auf den Einlieferer zu.
Und sehr wichtig wäre die Frage, sind diese Abschläge verhandelbar?

Wie sind da Eure Erfahrungen?
 
[...]

Krass war jedoch der Fall einer dieser Münzen, eine prägefrische und voll zentrierte Athener Eule (Tetradrachme) der klassischen Zeit, einem Prunkstück meiner damaligen Sammlung. Ich hatte sie erst wenige Monate zuvor in einem Wiener Auktionshaus ersteigert. Das von mir gewählte, andere Auktionshaus hatte sie nun von der Erhaltung herabgestuft und zu einem Ausrufepreis von weniger als die Hälfte des früheren Ausrufs in den Versteigerungskatalog übernommen.

Einerseits war ich in Zeitdruck (was ich wohl unvorsichtigerweise im Telefonat erwähnt hatte) und andererseits war ich mir sicher, dass sich Interessenten finden würden, die den Preis nach oben treiben würden.

Umso größer mein Erstaunen, dass die Tetradrachme zum Mindestpreis zugeschlagen wurde. Abzüglich Provision usw. blieb mir nicht mal ein Drittel des vierstelligen Betrages, den ich selbst für das Stück gezahlt hatte.

Und dann kam der Hammer: kurze Zeit später erhielt ich einen Festpreiskatalog des versteigernden Auktionshauses über herausragende antike Sahnestücke. Ihr ahnt es - in dem Katalog fand ich meine Athener Tetradrachme wieder. Beschrieben als prägefrisches Prachtexemplar und mit einem Preis versehen, der weit über dem lag, den ich selbst bezahlt hatte.

[...]
Das ist schon sehr krass. Hast du damals bei dem Auktionshaus nachgefragt, wie es dazu gekommen ist? Ich hätte da auf jeden Fall nachgehakt.

Vor allem: Wenn der tatsächliche Wert weit oberhalb des Ausrufes lag, wie kann es dann sein, dass es keine entsprechenden Gebote gegeben hat, die dann den Preis weiter nach oben getrieben hätten? Bei "günstig" ausgerufenen Stücken brauchen sich doch nur zwei Interessenten finden und am Ende steht ein höherer Zuschlag...
 
Das ist schon sehr krass. Hast du damals bei dem Auktionshaus nachgefragt, wie es dazu gekommen ist? Ich hätte da auf jeden Fall nachgehakt.

Vor allem: Wenn der tatsächliche Wert weit oberhalb des Ausrufes lag, wie kann es dann sein, dass es keine entsprechenden Gebote gegeben hat, die dann den Preis weiter nach oben getrieben hätten? Bei "günstig" ausgerufenen Stücken brauchen sich doch nur zwei Interessenten finden und am Ende steht ein höherer Zuschlag...
Wie es dazu gekommen ist weiß ich auch nicht, aber eine schlechte Erhaltungsangabe kann potenzielle Käufer gut abschrecken. Dann ein selbstgebot und schon kann man das Stück später selbst verauktionieren. Ich glaube in der Auktionsbranche nicht mehr an Zufälle.
 
Ich hänge in diesem interessanten Faden mal eine Frage an.

Ich habe noch nie etwas über eine Auktion verkauft.
Wie hoch ist der Abschlag, den ich auf das Zuschlagsgebot an
das Auktionshaus zu entrichten habe?

Differiert er, je nach Auktionshaus?
Kommen darüber hinaus noch weitere Kosten auf den Einlieferer zu.
Und sehr wichtig wäre die Frage, sind diese Abschläge verhandelbar?

Wie sind da Eure Erfahrungen?
Mir sind von drei unterschiedlichen Häusern jeweils 10 % Abzüge auf den Zuschlag angeboten worden ,weitere Kosten wurden nicht erwähnt. Bei zwei Häusern habe ich eingereicht. Bei der Abwicklung entstanden keine anderen Kosten, als die vereinbarten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, so bitter es erscheint, aber man muss verdammt aufpassen und man muss auf sein eigenes Urteilvermögen setzen. Lehrgeld habe ich auch zugenüge gezahlt. Habe auch immer geglaubt, wenn Händler eine Münze in stgl. anpreisen, dann ist es auch ein stgl. Daran glaube ich schon lange nicht mehr. Was da so eingestuft wird, müsste verboten werden. Da kann man sich absolut nicht drauf verlassen. Jetzt verlasse ich mich nur auf mich selbst. Ich hatte auch gaaanz viele mittelmäßige Münzen, bringt aber nichts, wenn man wenigsten etwas auf Wertsteigerung aus ist. Ich kaufe mir nur noch eher seltene Münzen, mit geringer Auflage und vielleicht auch in PP. Münzen ab ca.400 € in top Qualität, gehen auch immer gut weg. Und eine Münze "eingesargt" ab MS65 bringt immer mehr Geld als die Gleiche ohne "Sarg". Obwohl ich den "Sarg" nicht mag, überlege ich, einige von meinen top Münzen graden zu lassen. Aber es lohnt sich nur, wenn es mindestens eine MS65 wird. Nur dann ist eine Wertsteigerung zu erwarten. Muss mich aber noch mit dem Thema "Grading" befassen. Habe kaum Erfahrung. Also Fazit, lieber weniger Münzen, dafür welche mit geringer Auflage in top Qualität und KEINEM glauben, was Erhaltungen angeht!! Man muss sein eigenes Gespür dafür finden.
Wenn man aber nur Spaß am Sammeln haben möchte, und der Geldbeutel nicht so groß ist, dann kann man natürlich alles sammeln was man möchte.
 
........altdeutsche Kleinmünzen und Taler sowie KR und Kolonien, zur Auktion bei einem Leipziger Auktionshaus eingeliefert. Da mir der Versand meiner Lieblinge nicht geheuer war, habe ich die Münzen bei einem Termin direkt übergeben können. Vor Ort wurde dann besprochen, welche Münzen für die halbjährliche Saalauktion infrage kommen und welche Stücke für eine e-Live Auktion geeignet wären, erfreulicherweise wurde mir da auch in meinen Augen ausreichend Mitbestimmungsrecht eingeräumt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde auch in Aussicht gestellt, dass einige der Kleinmünzen ggf. zu Lots zusammengefasst werden. Dies wurde im Nachhinein erst vorgenommen, in meinen Augen aber in angemessenem Umfang.
Im Nachhinein bin ich mit den Auktionsaufstellungen, dem Ablauf sowie dem Ergebnis sehr zufrieden.
Ich grüße euch!
1990 habe ich Heidrun H. kennengelernt. Sollte es eine Wolke geben, auf der sie nach unten schaut, wird sie sich über diesen Post zufrieden zurücklehnen.
Schöne Grüße
Heinz-Rudolf
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann Deine Gedanken und Deinen Frust gut nachvollziehen.

Im Zuge meiner Scheidung musste ich vor einigen Jahren rasch einige Münzen verkaufen, habe diese zur Auktion eingeliefert und durchweg dieselben Erfahrungen wie Du gemacht.

Krass war jedoch der Fall einer dieser Münzen, eine prägefrische und voll zentrierte Athener Eule (Tetradrachme) der klassischen Zeit, einem Prunkstück meiner damaligen Sammlung. Ich hatte sie erst wenige Monate zuvor in einem Wiener Auktionshaus ersteigert. Das von mir gewählte, andere Auktionshaus hatte sie nun von der Erhaltung herabgestuft und zu einem Ausrufepreis von weniger als die Hälfte des früheren Ausrufs in den Versteigerungskatalog übernommen.

Einerseits war ich in Zeitdruck (was ich wohl unvorsichtigerweise im Telefonat erwähnt hatte) und andererseits war ich mir sicher, dass sich Interessenten finden würden, die den Preis nach oben treiben würden.

Umso größer mein Erstaunen, dass die Tetradrachme zum Mindestpreis zugeschlagen wurde. Abzüglich Provision usw. blieb mir nicht mal ein Drittel des vierstelligen Betrages, den ich selbst für das Stück gezahlt hatte.

Und dann kam der Hammer: kurze Zeit später erhielt ich einen Festpreiskatalog des versteigernden Auktionshauses über herausragende antike Sahnestücke. Ihr ahnt es - in dem Katalog fand ich meine Athener Tetradrachme wieder. Beschrieben als prägefrisches Prachtexemplar und mit einem Preis versehen, der weit über dem lag, den ich selbst bezahlt hatte.

Ich habe seither nichts mehr eingeliefert. Wenn ich mich von Müzen getrennt hatte, dann nur über ebay.

Aktuell sammle ich ohnehin Taler, bei denen ich bewusst auf mangelhafte "B-Ware" schaue. So kommt man auch mit kleinerem Geldbeutel an historisch interessante Stücke. Bewerten tu ich nur nach "gefällt mir" und "gefällt mir nicht". Auf einen Wiederverkauf schiele ich nicht - der Weg ist das Ziel. Und bei mir hat sich so der Spaß beim Sammeln wieder eingestellt. :)

Als Weihnachtsgeschenk an mich selbst habe ich einen nicht so häufigen Taler im Auge, der gehenkelt ist. Das wird wieder ein Spaß, diesen zu entfernen...:cool:
Typisches Vorgehen von Auktionshäusern, wenn sie wissen dass der Einlieferer wahrscheinlich nicht selber teilnimmt oder mitbietet, und entweder gesundheitlich, psychisch oder finanziell angeschlagen ist. Da wird an einen Strohmann verkauft oder gleich einfach nur behauptet das verkauft wurde. Einer Verwandten hat man so mal einige antike Möbelstücke abgeluchst, statt der bei der Bewertung vor Ort angekündigten "mindestens 800-1000 Euro pro Stück" hat sie eine ellenlange Abrechnung (über Abholung durch Mitarbeiter, angeblich gemachte Fotos (die nirgends im Onlinekatalog zu sehen waren) und als Hohn zwei lose Briefmarken (!) erhalten weil der Restbetrag zu klein für eine Überweisung war. Von einem "seriösen, alteingesessenen" Auktionshaus mit Antikgeschäft wo sie das Zeug Jahre vorher für Mondpreise gekauft hatte...
 
bei mir ist es einfach wenn ich mich von meiner Sammlung (Hortung) mal trennen werden muss (oder die Erben) - das geht nach Gewicht und Feingehalt

die wenigen Ausnahmen (Katanga Gold, das 1 Natura Set aus RSA das ich habe und die Philharmoniker PP, die eine oder andere deutsche 10 und 20 Mark Münze in SS und meine 1934 Gold ATS 100 Münze) fallen da wertmässig auch nicht auf, genau so wenig wie die russischen 5 und 10 Zarenrubel oder die alten französischen oder belgischen Francs LMU


alles rein in den Ofen und einen Barren gießen ist auch kein Verlust...


und beim Silber - naja - da hab ich zwar auch ein paar Münzen - aber alles zum "Metallwert" mit bescheidenem Aufschlag gekauft - wen interessiert dann ein Lunar irgendwas, eine Jahrgangssammlung Silber Phil oder ein Kookaburra?
 
bei mir ist es einfach wenn ich mich von meiner Sammlung (Hortung) mal trennen werden muss (oder die Erben) - das geht nach Gewicht und Feingehalt

die wenigen Ausnahmen (Katanga Gold, das 1 Natura Set aus RSA das ich habe und die Philharmoniker PP, die eine oder andere deutsche 10 und 20 Mark Münze in SS und meine 1934 Gold ATS 100 Münze) fallen da wertmässig auch nicht auf, genau so wenig wie die russischen 5 und 10 Zarenrubel oder die alten französischen oder belgischen Francs LMU


alles rein in den Ofen und einen Barren gießen ist auch kein Verlust...


und beim Silber - naja - da hab ich zwar auch ein paar Münzen - aber alles zum "Metallwert" mit bescheidenem Aufschlag gekauft - wen interessiert dann ein Lunar irgendwas, eine Jahrgangssammlung Silber Phil oder ein Kookaburra?
Seid gegrüßt!
Ich wundere mich wirklich, wie unbekümmert über Vermögenswerte in einem öffentlichem Forum gepostet wird.
Viele Grüße
Heinz-Rudolf
 
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