15 Rupien 1916 Variante B - echt oder falsch?

mehr als ss+ ist das nicht. da gibt es schon deutlich bessere exemplare.
Besser ausgeprägt ja. Bekanntlich gibt es ja zwei Bewertungskreise: Der Bekannte, bei dem es um den Grad der Münzabnutzung geht und der weniger bekannte, bei dem es um den Grad der Stempelabnutzung geht.
 
"gelaufen" sind die schon. wenn auch nicht mehr wirklich als geldwährung, dann doch als beliebtes tauschmittel oder "goldwährung".

etliche wurden halt auch jahrzehntelang als schmuck genutzt oder sonstwie von ihren (vor-)vorbesitzern malträtiert.
 
Die Erhaltung der Elefanten ist prinzipiell schlecht einzuschätzen. Meiner Ansicht nach sind die fast alle unzirkuliert, also faktisch vz-st. Wie sollen die in der Herstellung in Lulanguru oder Tabora denn einen Stempelglanz bekommen, wenn sie durch Bürsten einen Art Katzenglanz verabreicht bekommen. Wie sollen die denn jemals sehr schön bekommen, wenn die faktisch nicht umgelaufen sind? Das Künker-Stück ist auch vz-st.
Ich dürfte mir, wofür ich sehr dankbar bin, bei einem netten Sammlerkollegen der gleich mehrere Dickhäuter besitzt diese Münzen ansehen. Sie hatten allesamt einen leicht changierenden Prägeglanz, der aber natürlich nicht so ausgeprägt ist wie bei einer Doppelkrone. Ich konnte bei diesen Stücken weder Katzenglanz, noch Spuren einer Messingbürste erkennen. Daher halte ich die Behandlung mit einer solchen nach der Prägung für sehr unwahrscheinlich. Ich habe aus Spaß mal einen Cent, der deutlich härter sein dürfte als 750er Rotgold, leicht mit einer solchen berührt. Das Ergebnis ist sehr schnell eine so verkratzte Oberfläche dass diese in jedem Foto klar erkennbar sein dürfte.
 
Ich merke, ich muss die Originalquellen mal wieder konsultieren. Schumacher schreibt, wenn ich mich richtig entsinne, dass die Münzen " anschliessend " mit Messingbürsten in einer aus einer lokalen Pflanze hergestellten Seife abgebürstet wurden.
- In der herkömmlichen Münzproduktion werden die Ronden vor der Prägung gewaschen, so hat Schumacher es sicher auch im Meyer- Lexikon gelesen
- Schumacher war fachfremd, es ist gut möglich, dass er mit " Münze " in diesem Zusammenhang die unbeprägte Ronde meint

@Alexostylo :
- Hast Du bei Deinem Versuch den Cent nass oder trocken gebürstet und würde das überhaupt einen Unterschied bedeuten ?
- Welche Bedeutung käme einer Seife bei dem Resultat einer mechanischen Behandlung einer Metalloberfläche zu ?

Die drei Elephanten, die ich bislang in der Hand hatte hatten alle einen matten Schimmer, aber auf keinen Fall den Prägeglanz, den man bei einer herkömmlich geprägten Münze vorfindet. Sie erinnerten mich eher an Münzen aus der Zeit vor 1800.
 
Wollen wir die Beuträge ab 1808 nicht lieber in den Elephantenthread im Geschichtsforum verschieben ?
 
@Raphael

Bitte mit oben genannten Thread zusammenfügen. Danke!
 
Ich merke, ich muss die Originalquellen mal wieder konsultieren. Schumacher schreibt, wenn ich mich richtig entsinne, dass die Münzen " anschliessend " mit Messingbürsten in einer aus einer lokalen Pflanze hergestellten Seife abgebürstet wurden.
- In der herkömmlichen Münzproduktion werden die Ronden vor der Prägung gewaschen, so hat Schumacher es sicher auch im Meyer- Lexikon gelesen
- Schumacher war fachfremd, es ist gut möglich, dass er mit " Münze " in diesem Zusammenhang die unbeprägte Ronde meint

@Alexostylo :
- Hast Du bei Deinem Versuch den Cent nass oder trocken gebürstet und würde das überhaupt einen Unterschied bedeuten ?
- Welche Bedeutung käme einer Seife bei dem Resultat einer mechanischen Behandlung einer Metalloberfläche zu ?

Die drei Elephanten, die ich bislang in der Hand hatte hatten alle einen matten Schimmer, aber auf keinen Fall den Prägeglanz, den man bei einer herkömmlich geprägten Münze vorfindet. Sie erinnerten mich eher an Münzen aus der Zeit vor 1800.
Eben in " Metall und Erz nachgelesen . Schumacher schreibt tatsächlich: " Die aus der Prägemaschine kommenden Goldmünzen erhielten mittels Messingbürsten in einem aus den Früchten des tropischen Seifenbaums hergestellten Seifenwasser vollends Hochglanz und waren sodann fertig zur Ausgabe. "
 
@Alexostylo :
- Hast Du bei Deinem Versuch den Cent nass oder trocken gebürstet und würde das überhaupt einen Unterschied bedeuten ?
- Welche Bedeutung käme einer Seife bei dem Resultat einer mechanischen Behandlung einer Metalloberfläche zu ?
Ich habe es eben noch einmal probiert. Die Seifenseite hat sogar noch mehr ,,Schaden'' genommen, was aber auch Zufall sein kann. Sobald man mit der Bürste auch nur einmal über die Münze streift wirkt sie schon leicht berieben. Das heißt wenn man mit einer Messingbürste anfängt Schmutzige Stücke wirklich zu reinigen sind sie sogar zerkratzt. Unterm Strich bringt das folgende Möglichkeiten mit sich:

1. Die Ronden wurden vor der Prägung damit gereinigt
2. Die Verwendung nach der Prägung ist entweder falsch oder wurde nur bei sehr wenigen Stücken realisiert
3. Es wurde einer viel weichere, nicht metallische Bürste verwendet. Wobei jedoch schon eine Zahnbürste mit Schweineborsten Spuren hinterlassen müsste. Daher glaube ich eher, dass man die Stücke in Seifenwasser gekocht hat oder so etwas in der Art. Zumindest wäre das eine Möglichkeit eine beliebige Menge Münzen quasi ohne Arbeitsaufwand relativ schnell sauber zu bekommen.

Die Frage ist halt, wie gut die Überlieferungen sind. Ich habe Zweifel daran, dass die hohen (Kolonial-) Herren, welche uns die Berichte liefern, bis ins kleinste Detail Kenntnis von den genauen Arbeitsschritten der einfachen Buscharbeiter hatten. Vielen, was wir hier diskutieren dürfte den damaligen Autoren sehr trivial erschienen sein. Dann kommt auch noch hinzu, dass Menschen dazu neigen sich im Nachhinein Erklärungen für Dinge zusammen zu spinnen, die sie nicht (mehr) genau wissen. Als bestES Beispiel fällt mir dazu ein antiker Bericht über die Fertigung des Kolosses von Rhodos an. Der wirkt auf den ersten Blick wohl schlüssig, treibt aber jeden Metallgießer in den Wahnsinn.
 
Schumacher war ja in dem Sinne kein " Hoher Herr ", sondern " Fussvolk ", aber natürlich müssen auch seine Angaben, wie alle Quellen, kritisch betrachtet werden. Ich glaube, man tut ihm kein Unrecht, wenn man die Meinung vertritt, dass er sich manchal widersprüchlich ausdrückt, siehe die anfängliche Behauptung, es hätte von Anfang an zwei Stempel für die Rückseite von J 728 gegeben , die er erst 1960 änderte.
Auch die Verwendung von " Hochglanz " mutet merkwürdig an, Schumacher sollte gewusst haben, wie stempelfrische Goldmünzen aussehen.
 
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