Plauderthread: Diskussion zu den Onlineauktionen - Kein Ebay & Co

Dreimal die gleiche Rückseite eines Römers (chemisch und mechanisch gereinigte Fundmünze mit Anhaftungsresten des Fundbelages):
Links: so, wie sie ankam, mit Schmodder drauf, bei bewölktem Wetter und stark nach "Geld" riechend. Mitte und rechts: nachdem der Schmodder weg war (mit Butter und Abtupfen und danach Reinigung mit nichtkratzendem Schwamm, Spülmittel und wieder abtupfen, nie reiben. Mitte und rechts bei verschiedenem Lichteinfall und bei nicht bewölktem Wetter (alle drei bei Tageslicht, kein Kunstlicht).

Und alle zeigen verschiedene Details der Prägung. Beim linken Foto noch von Schmutz überlegert.

Ein Foto zeigt niemals etwas, das nicht da ist. Dazu kann es erst dann kommen, wenn es überarbeitet, z.B. retuschiert oder "weichgezeichnet" oder "ausgepixelt" wird.
Je nachdem, mit welcher Kamera und Einstellung etwas aufgenommen wird, können Details erkennbar sein oder auch nicht. Vergleiche hierzu die Fotos des Verrkäufers in der "Bucht" (Nr. 134723293993). Ebenso spielt der Zeitpubnkt der Aufnahme eine Rolle. Bei früheren Aufnahmen können im Vergleich zu späteren Aufnahmen in der Zwischenzeit ja noch Dinge geschehen sein.

"Neue" Fotos bringen es daher bei einer sauberen Münze m.E. nicht. Das, was die Kamera gesehen hat, das ist auch da. Die einzige Ausnahme wäre, wenn es sich um Dreck oder um Anhaftungen/Auflagen von Schmutz oder Schmodder handeln würde, so wie bei dem Römerfoto ganz links.

Und wenn bei dem Zwani irgendwann mal jemand behutsam und mit einem leicht angeweichtem Zahnstocher zwischen Perlkreis und Buchstaben "seine Runde gedreht" und Dreck entfernt hat, Und wenn dann der eine oder andere meinte, Tauchen könnte "die Braut noch etwas mehr herausputzen" - dann ist das eben so. Genau so, wie der Römer über 1.000 Jahre im Boden lag, dann gefunden und gereinigt wurde, damit man ihn überhaupt bestimmen kann.

Wir ändern das nicht mehr dadurch, dass wir neue Fotos fertigen, auf denen man das dann nicht mehr sieht. Mit bloßem Augenlicht erkennt man es nicht. Und bei einer etwa 150 Jahre alten Münze gab es schon einige Vorbesitzer und früher ist man mit den Dingen anders umgegangen, konnte weniger sehen und analysieren als heute, wo jeder ein mobiles Mikroskop mit sich rumtärgt, auch Smatrfone oder Digitalkamera genannt.

Kritisch wird es dann - für sich selbst und auch für andere, unerfahrerenere Kollegen, wenn man sich bei der Bewertung des Zustandes mit dem, was war, vertut, indem man Dinge übersieht oder denen keinerlei Gewicht gibt.

Beim Römer würde ich für die Oberflächen eine 3 von 5 vergeben.

Bei den beiden 20ern liege ich (auf Grundlage der Fotos) bei einer sehr schwachen bzw. einer schwachen Vier.

Für einen MS-Grad bräuchte man dann eine 5, wenn man hier echten Stempelglanz, also flackernde Felder und matte Buchstaben, und keine krisseligen Oberflächen erwartet.

Das ist zumindest mein grundlegendes Verständnis für einen unzirkulierten Erhaltungsgrad einer Reichsgoldmünze.
 

Anhänge

  • Herennius-RV-Belichtungsvarianten-IMG_3200.webp
    Herennius-RV-Belichtungsvarianten-IMG_3200.webp
    757,2 KB · Aufrufe: 26
Zuletzt bearbeitet:
"Neue" Fotos bringen es daher bei einer sauberen Münze m.E. nicht. Das, was die Kamera gesehen hat, das ist auch da. Die einzige Ausnahme wäre, wenn es sich um Dreck oder um Anhaftungen/Auflagen von Schmutz oder Schmodder handeln würde, so wie bei dem Römerfoto ganz links.
Dann erspare ich mir die Arbeit, neue Fotos zu machen. Vielen Dank für die detaillierten Ausführungen.
 
Hier war mal wieder ein tolles Stück zu haben Rhenumis by Dr. Reinhard Fischer - Auction 12 Lot 486
Zuschlag 32000 € plus Aufgeld. Krass, und da kommt dann noch das Aufgeld dazu :oops: Da kann man nur ungläubig staunen.

Aber es waren auch einige gute Reichsgoldmünzen im Angebot, die zu echt attraktiven Preisen über den Tisch gegangen sind:
Für 560 €
Für 680 €
Für 525 €
Für 620 €
Für 1500 €
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich gehe davon aus, dass ein Teil Stücke in den 'Shops' wieder auftauchen wird.
Mit saftigen Aufschlägen ;)
 
Oben