4½ Stans - Abenteuer auf der Seidenstraße

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Es wird mal wieder Zeit für einen Reisebericht. Bitte anschnallen, vor uns liegen 18 Tage großartige Natur, grottige Straßen und spannende Geschichte.

Freitag, 11.04.2025



Es haben sich mal wieder schön viele Überstunden angesammelt, sodass ich frech meine Schüler zurück lasse und zwei Tage zeitiger in die Ferien starten darf. Das habe ich gestern genutzt, um eine ganz andere Reise zu feiern: den 10. Hochzeitstag. Und heute darf ich ganz alleine los ziehen... Wobei das auch nicht ganz stimmt, auf halbem Wege werde ich meine altbekannte Reisebegleitung treffen. Der Flieger geht ostwärts und in Istanbul haben wir beide Aufenthalt, den wir mit einer Metrofahrt zum Bosporus überbrücken wollen. Ich bin überpünktlich, ihr Flieger nicht. Also ziehe ich bei unerwartet frischen Temperaturen alleine los. Diesmal jedoch nicht ins orientalische Istanbul, sondern ins alte Pera, das "drüben". Hier im Stadtteil jenseits des Goldenen Horns haben einst Venezianer und Genuesen residiert und hat der Sultan im 19. Jh. begonnen, eine moderne europäische Metropole zu erbauen. Vom Taksimplatz aus bimmelt eine alte Straßenbahn vorbei an prächtigen Fassaden und Passagen, die auch in Paris sein könnten.

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Istanbul - alte und neue Türme. Galataturm und Fernsehturm




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Grande rue de Péra. Heute: İstiklal Caddesi (Unabhängigkeitsstraße). Europäischer Charme und mondäne Passagen.



Ich werfe einen Blick in die Basilika des Heiligen Antonius, spaziere einmal zum goldenen Horn und fahre schon wieder zurück zum Flughafen, wo hinter der Sicherheitskontrolle schon meine Begleitung wartet und wir kurz darauf gemeinsam den nächsten Flieger besteigen. Ziel: DYU.



Dushanbe, Tajikistan. Ein neues Land auf meiner Liste! Als wir landen ist es schon dunkel, etwa 01:00 Ortszeit, Deutschland 3 Stunden voraus. Da sehen wir die großartige Bergkulisse leider nur Schemenhaft. Tagsüber muss der Anflug großartig sein. Als Europäer brauchen wir kein Visum. Die Einreise geht flott, aber das Gepäck ist unorganisiert. Erst kommt es so langsam aufs Band, dass man denkt, jeder Koffer wird einzeln vom Flieger her gebracht und dann laufen plötzlich drei Bänder auf einmal und alle springen hin und her, um zu schauen, auf welchem Band ihr Koffer angerollt kommt.



Kaum raus, wird man von der üblichen Traube Taxifahrer bedrängt, aber die brauchen wir nicht. Zum Hotelzimmer gibt's Flughafentransfer inklusive.




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Dushanbe. Die Gipfel des Hissargebirges lassen sich auch im Dunkeln erahnen.

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Samstag, 12.04.2025



Unsere Zimmer im 14. Stock bieten einen schönen Blick über eine unerwartet grüne Stadt. Im Haus sind drei Hotels übereinander, wir sind im mittleren. Dushanbe hieß 1929-61 übrigens Stalinabad, heute trägt sie wieder ihren ursprünglich persischen Namen: "Montag", weil hier immer Montagsmärkte stattfanden (بازار دوشنبه, Bāzār-i Dušanbe).



Nach dem Frühstück treffen wir unseren Guide Ahmad. Den Tajikistan-Teil habe ich schon vorab organisiert, damit wir einen Fahrer haben und später auch unkompliziert über die Grenze kommen.

Heute starten wir allerdings nach der kurzen Nacht erst einmal gemächlich, fahren eine Runde durch Dushanbe, das zwischen sowjetischem Prunk und modernem Protz schwankt. Großartig sind die Massen an Tulpen!

Außerdem steht auch noch die ganze Deko von Nowruz, dem hiesigen Neujahrsfest, dass im März gefeiert wurde.

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Nach einem guten Cappuccino starten wir ins Bildungsprogramm. Das nationale Antikenmuseum ist nicht riesig, hat aber ein paar spannende Exponate. Von Alexander dem Großen sowieso, aber auch wunderbare Wandmalereien aus Panjakent (später mehr dazu) und einen riesigen 13 Meter langen Buddha. Der schlafende Buddha, bzw. "Buddha im Nirvana" ist der größte Ton-Buddha der Welt und Zeugnis davon, dass hier an der Seidenstraße auch ein Schmelztiegel der Kulturen war.

Dass die Gegend auch einmal stark buddhistisch geprägt war, war mir bisher gar nicht so bewusst. Andererseits ist auch Afghanistan nicht weit, wo die Taliban 2001 die riesigen Buddhas von Bamyan gesprengt haben :mad:



Etwas außerhalb von Dushanbe besuchen wir die Festung Hissor. Sie wurde im 18. Jh. als Sommerresidenz der Emire von Bukhara angelegt und zieht heute viele tadschikische Touristen an - ein buntes, glitzerndes Völkchen, insbesondere die Frauen. Das Land ist zwar muslimisch, aber die Schwarzvermummten aus anderen Weltgegenden sucht man hört vergeblich.



Am Fuße der Festung schauen wir außerdem in die Zellen einer alten Medrese, während im Hintergrund die Ausläufer des Pamir weiß aufleuchten.




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Tajikistan ist ein grünes Land, zumindest hier in der Ebene. Im Winter kalt, im Sommer heiß und mit ausreichend Wasser, dass die Landwirtschaft gedeiht. Und von überall her grüßt das Portrait von Präsident Emomalij Rahmon, der seit 1994 an der Macht ist.



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Zum Mittagessen führt uns Ahmad in den Nowruz Palast aus. Es gibt Salate, eine Suppe und Plov, ein Reisgericht, dass als Pilaw, Plow o.ä. im gesamten orientalischen Raum verbreitet ist.



Der Tee wird übrigens drei Mal ausgeschenkt und wieder in die Kanne zurück gegossen. So stellt der König sicher, dass er keine vergiftete Trinkschale bekommt.



Ursprünglich war der Palast Mal als riesiges Teehaus geplant gewesen, das größte Teehaus der Welt, jetzt ist es so etwas wie der städtische Veranstaltungsort, oder eine Stadthalle. Das Ding ist riesig und strotzt vor Prunk. Knapp 8.000 Handwerker sollen beim Bau beteiligt gewesen sein, erfahren wie bei einer Führung, die sogar auf Deutsch ist. Der Palast soll vom Reichtum Tajikistans zeugen, Marmor, Lapislazuli, Zedernholz, Gold, ...



Außerdem sind gerade Uni-Absolventen zum Fototermin hier, inklusive Hut werfen.



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Heutzutage ist nicht mehr nur noch montags Markt in Dushanbe. Der Mekhrgon Bazaar hat die ganze Woche geöffnet. Die Markthalle erinnert jetzt nicht unbedingt an einen orientalischen Basar, aber das geschäftige Gewusel ist schon interessant. Und der frisch gepresste Granatapfelsaft ist auch nicht zu verachten.




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Nach den kalten Tagen in Deutschland sind die 28°C jetzt ganz ungewohnt. Deshalb verlockt der Rudaki-Park, die grüne Lunge der ohnehin sehr grünen Stadt zu einer Pause. Zumal nach der kurzen Nacht sich ein Nachmittagstief bemerkbar macht.



Rudaki war ein tadschikischer Poet (858-941), der aus Panjakent stammt. Er war der erste, der die moderne persische Sprache für Poesie genutzt hat. Über 1.000.000 Gedichte soll er verfasst haben, die Zeiten überdauert haben aber nur wenige.



Außerdem steht ein goldener Ismail Somoni (849-907) im Park. Er wird als "Vater des Vaterlandes" verehrt. Somoni hat sein Emirat zu höchster Blüte geführt und seine Grenzen bis über Persien und Turkestan ausgedehnt - das geschah größtenteils friedlich, da seine Herrschaft Kultur, Wohlstand und Fortschritt versprach. Erstaunlich, dass man vom Samaniden-Emirat noch nicht wirklich viel gehört hat im Geschichtsunterrichts.

Gleich hinter Ismail Somoni wird gerade eine Mountainbike Meisterschaft durchgeführt...



Groß und protzig können sie ja, die Tadschiken. Anlässlich des zwanzigjährigen Republikjubiläums wurde ein 165m hoher Flaggenmast errichtet. Die 700 kg schwere Flagge ist 30x60 m groß. Der Mast war 2011-14 der größte der Welt, ist aber mittlerweile auf den 5. Platz gerutscht.




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Nach dem ausgiebigen Mittagessen meldet sich heute sicher kein Hunger mehr. Und weil die letzte Nacht so kurz war, geht es erstmal zurück ins Hotel, Beine hoch legen.



Als es langsam dunkel wird, zieht es mich allerdings noch einmal raus in den Park. Auch beleuchtet ist es wirklich schön hier. Es sind sehr viele Frauen und Kinder unterwegs, auch junge Pärchen sieht man, nur Väter und ältere Männer machen sich rar.

Über die Baumwipfel leuchtet auch ein kleines Eigenheim. Der Palast der Nation ist das bescheidene Heim des Präsidenten.

Ihm gegenüber auf der anderen Seite des Parks leuchtet das neue Parlament.


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Sonntag, 13.04.2025



Heute haben wir ein bisschen Strecke vor uns, deswegen starten wir schon halb 9 und verlassen Dushanbe. Die nördlichen Landesteile sind mit dem Süden nur über eine einzige Straße verbunden, die das Fann Gebirge überquert.

Es ist bis in große Höhe noch grün, in den Tälern blühen die Pistazienbäume - alles in allem wunderschön.



Bis ganz hoch auf den Anzob-Pass geht es nicht, zumal der möglicherweise noch tief verschneit ist. Stattdessen nehmen wir den Istiklol-Tunnel, der immerhin auch schon auf 2.400m liegt. Die 5km lange Röhre gilt auch, nicht ganz vertrauenserweckend als Tunnel des Todes. Aber von den unbeleuchteten Schlaglöchern vor denen gewarnt wird, war nicht so viel zu sehen.

Früher zu Sowjetzeiten waren Nord- und Südtajikistan fast ausschließlich via Usbekistan miteinander verbunden. Das war natürlich ein Problem nach der Unabhängigkeit der einzelnen Sowjetrepubliken. Der Tunnel wurde 2006 im noch unfertigen Zustand, ohne Belüftung und Beleuchtung eröffnet. Wahrscheinlich stammt der Spitzname aus dieser Zeit.



Auf der anderen Seite ist die Szenerie komplett anders: trocken, steinig und bunt. Die bloody mountains sind voller Kupfer, Quecksilber und Kohle. An einigen Stellen qualmt die Erde, das Kohleflöz brennt. Deswegen gibt es hier auch im Winter keinen Schnee, die Berge sind zu warm.


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Irgendwann zweigen wir von der Hauptstadt ab und schlängeln uns über Piste wieder höher ins Gebirge zum Iskanderkul. Hier oben mitten im nirgendwo ist auch Alexander der Große lang geritten (Iskander = persisch für Alexander), bis er zu Fuß weiter gehen musste. Die örtliche Legende besagt, dass sein Pferd Bucephalos hier im See ertrunken sein soll. Andere sagen, das wäre bei der Schlacht am Hydaspes im heutigen Pakistan geschehen. Geschichte und Geschichten liegt eben nah beieinander.



Wir gehen ein Stündchen wandern, allerdings nicht entlang des Sees sondern entlang des Iskander Flusses bis zu einem Wasserfall, der beeindruckend in die Tiefe stürzt.




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Nach einer Teepause geht's zurück zum Auto und wieder ins Tal. Die Aussichten sind grandios, man kann sich gar nicht satt sehen.

Das Highlight sind aber komische Kühe... Halt... Das sind ja Yaks! Das erste Mal, dass ich welche sehe :smiley_lachen:



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Sonntag Abend ist es etwas schwieriger, ein offenes Restaurant zu finden, aber Ahmad kennt sich aus und führt uns in Panjakent zu einem netten Platz am Fluss. Und wo Wasser ist, gibt's auch Fisch. Zu einer Flasche tadschikischem Wein lassen wir uns zweierlei frittierten Fisch schmecken. Derweil donnert es schon am Horizont. Zurück im Hotel geht's dann richtig los, ein Blitzspektakel vom Feinsten.


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Danke, @kaamos, dass du uns wieder an dieser deiner neuen spektakulären Reise teilnehmen lässt. Beeindruckende Reportage, umwerfende Bilder ... - super!!!

Ich freue mich auf mehr ...
 
Montag, 14.04.2025

Heute früh bringt und Ahmad ins Pompeii Tajikistans. Alt-Panjakent war einst Hauptstadt eines sogdischen Fürstentums. Sogdien und Bakterien waren auch Regionen, die Alexander angelockt haben. Seine Blüte hatte Panjakent aber erst vor allem im 7./8. Jh. Nach den arabischen Eroberungen war die Stadt allerdings nicht mehr lange bewohnt.
Die hügelige Wiese, unter der die Reste von Grundmauern verborgen sind, erinnert mich auch an die Tells, die ich im Irak gesehen habe - nur viel grüner.
In den Häusern der Oberschicht haben sich viele Wandmalereien erhalten, daher auch der Beiname "Pompeii". Vor Ort sieht man sie allerdings nicht mehr, die sind größtenteils in der Eremitage in St. Petersburg. Einige Reste konnten wir allerdings auch in Dushanbe sehen.

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Dirhams der Bukhar Khudat Dynastie (vor 681 bis 890)

Gleich unterhalb des alten Panjakent liegt das neue, inklusive wuseligem Basar. Den wollen wir natürlich auch sehen. Nur mit Parkplätzen sieht es schlecht aus, also schmeißt uns Ahmad am Eingang einfach aus dem Auto und wir erkunden alleine. Hier herrscht gleich eine ganz andere Atmosphäre als im Basar von Dushanbe.

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Danach gehts noch kurz ins Rudaki-Museum. Rudakis Statue haben wir schon in Dushanbe besucht. Das Heimatdorf des Vaters der persischen Poesie befindet sich allerdings in der Region Panjakent.

Als letzten Höhepunkt vor der Grenze führt uns Ahmad 6.000 Jahre in der Menschheitsgeschichte zurück. In den 1970er Jahren wurde das antike Sarazm entdeckt, als ein Bauer eine Bronzeaxt fand. Er hielt sie erst versteckt, weil er Angst hatte, dass die Regierung sonst sein Land beschlagnahmt, aber ab 1977 fanden schließlich doch offizielle Grabungen statt.

Das bronzezeitliche Sarazm war ca. 4000 v. Chr. eine der ersten Städte Zentralasiens, die Ackerbau betrieben hat und zudem über ein ausgedehntes Handelsnetz von Persien, den Aralsee, Afghanistan bis an den Indus verfügte. Sarazm war ein Knotenpunkt der frühen Seidenstraße.
Hier hat man auch die "Prinzessin von Sarazm" entdeckt, eine etwa 20jährige Frau, die mit reichen Grabbeigaben, wie etwa mehreren tausend Perlen bestattet wurde.

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Bei der Weiterfahrt kommen uns immer wieder Unmengen an Kindern und Jugendlichen entgegen, die entweder auf dem Weg zur Schule oder nach Hause sind. Laut Ahmad findet der Unterricht in zwei Schichten statt. Die uniformierten Kinder werden auf unserer Fahrt schnell ein vertrauter Anblick.

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Wie verabschieden uns von Ahmad. Ein großartiger Guide! Er bringt uns allerdings nicht bis Samarkand, da der Grenzübertritt mit Fahrzeug einfach zu lange dauert. Zu Fuß ist es aber kein Problem. 50 Minuten später, und nach dem Geld wechseln plötzlich als Millionär, sind wir in Usbekistan. Meinen Pass hat der Grenzer minutenlang mit der Lupe inspiziert, keine Ahnung, was er gesucht hat.
Auf der anderen Seite werden wir schon von unserem Taxifahrer erwartet. So ganz scheint sich er sich aber doch nicht auszukennen, er kutschiert uns erst einmal in die falsche Ecke von Samarkand. Aber ein kurzes Telefonat klärt das Problem und wir können unser wunderschönes Hotel direkt neben der Bibikhanum Moschee beziehen.

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Gleich neben dem Hotel erheben sich die hohen Mauern einer Moschee. Sie wurde unter der Herrschaft Emir Timurs errichtet. Er ist auch als Tamerlan bekannt und wird uns noch einige Male begegnen. Ende des 14. Jh. wollte er die Macht des mongolischen Reiches wieder herstellen und konnte Gebiete von Syrien bis Indien unter seine Kontrolle bringen.
Samarkand war Hauptstadt des Timuridenreiches. Um seine politischen Macht auch im religiösen zu unterstreichen, befahl er die Errichtung einer riesigen Freitagsmoschee, die zu den größten und prächtigsten in Mittelasien zählte. Im 20. Jh. waren nur noch Ruinen übrig, mittlerweile ist aber ein Großteil rekonstruiert.
Die Dimensionen sind wirklich gewaltig, wenn man vor den Iwanen steht.

Warum aber Bibikhanum?
Khanum war der Legende nach die Lieblingsfrau Timurs und übernahm, während der Emir auf Feldzügen war, die Bauaufsicht.
Der Baumeister, dem Bibikhanum den Auftrag gab, verliebte sich leidenschaftlich in sie. Er erklärte dreist: „Ich werde die Moschee erst fertigstellen, wenn du mir erlaubst, dich zu küssen.“ „Das ist unmöglich,“ wehrte sie ab. „Aber du darfst stattdessen eine meiner Dienerinnen küssen. Es ist ja gleich, aus welchem Becher du deinen Durst stillst: Ein Trank ist wie der andere.“ „Oh nein,“ erwiderte der Baumeister. „Schau einmal her. Hier habe ich zwei Becher: einen mit klarem Wasser, den anderen mit hellem Wein. Von außen sehen beide gleich aus und beide löschen den Durst. Aber der Wein wird mich zudem erheben und glücklich machen.“ Bibikhanum war verzweifelt. Denn Timur war schon auf dem Weg nach Samarkand, und die Zeit drängte: Die Moschee musste fertig werden. Schließlich gab sie nach und erlaubte dem Baumeister einen Kuss auf ihre Wange. Im letzten Augenblick zog sie noch ein kleines Kissen dazwischen, doch der Kuss war so heiß und leidenschaftlich, dass er sich durch das Kissen in ihre zarte Wange brannte. Bald traf Timur ein und war begeistert von der Moschee, diesem herrlichen Geschenk seiner geliebten Frau. Doch dann, als er Bibikhanum den Schleier vom Gesicht nahm, entdeckte er die Spur des Frevels auf ihrer Wange. Rasend vor Eifersucht ließ er nicht locker, bis Bibikhanum ihm alles gestanden hatte. Wütend forderte er den frechen Baumeister zu sich. Doch der wusste, dass auf ihn der sichere Tod wartete. Kunstfertig wie er war, baute er sich ein Paar Flügel, stieg auf das höchste Minarett seiner Moschee und flog davon bis nach Maschhad in Persien.

Gegenüber der Moschee befindet sich das Mausoleum von Bibikhanum.

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Mausoleum der Bibikhanum

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Bibikhanum Moschee

Das Prunkstück Samarkands ist ohne Frage der Registan. Timur hatte hier einen Basar errichtet, der von seinem Enkel Ulug Beg durch den heutigen Paradeplatz ersetzt.
Wir zahlen brav Eintritt, wimmeln die Fremdenführer ab und erkunden die Anlage, die aus drei Medresen besteht: Sherdor, Tillakori und Ulug Beg Medrese.
Das Ensemble war eine der angesehensten Lehranstalten der muslimischen Welt. Heute befinden sich in den Zellen der Studenten Souvenirshops.
Eine Besonderheit ist die Sherdor Medrese. Bildliche Darstellungen sind im Islam ja eigentlich verboten, ihr Iwan jedoch wird von zwei Löwen bekrönt.

Wir müssen uns schließlich auch noch sportlich betätigen: es geht hoch aufs Minarett der Ulug Beg Medrese. Steile Stufen bringen uns ins schwitzen. Wie der Muezzin oben angekommen noch genug Puste für sein Gebet haben soll, ist mir ein Rätsel. Zumal neben den Stufen auch der Ausblick atemberaubend ist. Man schaut oben nur durch eine kleine Luke. Es gibt keinen Balkon, wie man es sonst von Moscheen kennt.

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Nach gutem uighurischen Abendessen gehts gleich noch mal los. Der Registan ist auch im Dunkeln ein Traum. Bevor ich zurück zum Hotel gehe, schaue ich noch einmal bei Bibikhanum vorbei und entdecke das Mausoleum von Usbekistans ersten Präsidenten, Islom Karimov, der das Land als "Yurtboshi" (Führer des Vaterlandes) bis zu seinem Tod 2016 nicht ganz demokratisch führte.

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Dienstag, 15.04.2025

Ab jetzt sind wir mobil! Nach dem Frühstück bringt uns ein Taxi zu Sixt, wo wir unser Ross für die nächsten Tage abholen. Wir nennen es "Li", denn es ist ein Chinese (BYD), Hybrid mit allem Schnickschnack. Der eigentlich georderte SUV war leider nicht verfügbar. Dass der Manager auf die Frage nach den usbekischen Straßen kurz gezögert hat, bevor er "es geht" sagte, hätte mich allerdings stutzig machen sollen...

Aber nun starten wir erst einmal. Timur ist uns ja nun schon über den Weg gelaufen. Sein Vermächtnis ist zwiegespalten. Einerseits wird er für seine Grausamkeit und verheerenden Kriegszüge gefürchtet, aber andererseits hat er Mittelasiens auch zu einem Hort für Kultur und Wissenschaft gemacht. Von seinem architektonischen Kunstsinn zeugt auch das Gur-Emir-Mausoleum, dass er ursprünglich für seinen Lieblingsenkel hat errichten lassen. Nun liegt Timur allerdings selbst hier unter einer goldenen Kuppel begraben.
Der Legende nach liegt ein Fluch auf Timurs Gebeinen. Nachdem er Anfang der 1940er Jahre exhumiert wurde, um untersucht zu werden, ist die Wehrmacht in die Sowjetunion einmarschiert. Die Kriegswende in Stalingrad bringt der Volksglauben mit der erneuten Bestattung nach muslimischen Ritus 1942 in Verbindung.

Heute geben sich hier die Touristen die Klinke in die Hand: Chinesen, Engländer, Deutsche, Franzosen - alles vorhanden.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die örtlichen Toiletten. Foto gibt's keins, nur die Beschreibung:
In einem langen Raum kommen erst Waschbecken und Pissoir, dann eine freistehende Kloschüssel ohne Kabine und zum Abschluss ein Plumpsklo mit halbhoher Glastür.

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Samarkand. Gur-Emir-Mausoleum. Grabstätte Tamerlans

Nicht alle Timuriden waren so grausam, wie Timur. Sein Enkel Ulugh Beg war zwar als Herrscher nicht ganz so erfolgreich, hatte sich aber ganz der Wissenschaft verschrieben. Besonders die Astronomie hatte es ihm angetan. 1424-28 ließ er ein riesiges Observatorium errichten. Riesig deshalb, weil kleine, präzise Teleskope zur Himmelsbeobachtung einfach noch nicht existierten. Der Rundbau war ein 36m großer Sextant. Heute stehen nur noch die Fundamente, die auch schon beeindruckend sind.
Damit konnte er unter anderem die exakte Länge eines Jahres mit Abweichung von nur wenigen Sekunden berechnen. Es wurde außerdem der erste neu vermessene Sternenkatalog seit Ptolemäus (100-160 AD) geschaffen.

Ulugh Beg wurde ermordet, das Observatorium zerstört, aber die Sternentafeln konnten erst nach Tabriz und später Istanbul gerettet werden.

Ulugh Begs Observatorium war Vorbild für einige ähnliche Anlagen, die heute noch stehen, etwa die Jantar Mantars in Indien.

Ulugh Beg wird das Zitat zugeschrieben: „Die Religionen zerstreuen sich wie Nebel, die Zarenreiche zerstören sich von selbst, aber die Arbeiten des Gelehrten bleiben für alle Zeiten. Das Streben nach Wissen ist die Pflicht eines jeden!“

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Samarkand. Ulugh Beg Observatorium

Eigentlich gäbe es jetzt noch die Überreste der antiken Stadt Afrosiyob und das Ensemble von Shohizinda (und sicherlich noch viel mehr). Wir entscheiden uns aber, doch schon etwas eher nach Süden aufzubrechen und dafür noch einen Abstecher in die Berge zu machen.

Die Straßen sind schlechter als in Tajikistan und auch der Verkehr wird deutlich chaotischer. Trotzdem kommen wir gut voran und winden uns einige Serpentinen hoch und runter. Es ist allerdings trüb, das ist nicht so viel mit Weitblick ins Tal. Aber zumindest ist alles grün - angenehm fürs Auge.

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Die weißen Kügelchen sind Kurt, getrockneter Joghurt, ein beliebter Snack.

Nach so viel Timuriden müssen wir Mal wieder einen anderen altbekannten ausgraben: Alexander war natürlich auch hier in der Gegend.
328-27 v. Chr. soll er mit seinem Heer an den Südhängen der Serafschankette bei den Siedlungen Sangirtepa und Padayaktepa überwintert haben. Hier hat er seine Frau Roxanne kennen gelernt, eine baktrische Prinzessin.

Wohnhöhlen und ein paar Mauerreste soll es noch geben. Die haben wir nicht gefunden, dafür ein wunderschönes, stilles Tal, wo die Wiesen vor zwei Wochen noch voller Narzissen gewesen sein müssen.
Unser Auto macht sich auch auf Feldwegen gut, auch wenn die Strecke ein bisschen Nervenkitzel mit sich bringt.
Der Nervenkitzel bleibt uns erhalten. Gegenverkehr darf bei der Brückenüberquerung nicht kommen, die Abstandssensoren rechts und links piepen die ganze Zeit. Und für eine Baustelle wird der Verkehr gleich Mal über einen Feldweg umgeleitet.

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Vom griechischen König springen wir jetzt aber gleich wieder zurück zu Timur. Diese wollte die Hauptstadt seines Reiches von Samarkand nach Kesh, dem heutigen Sharisabz verlegen, seinem Geburtsort.
Dafür braucht er natürlich auch eine standesgemäße Unterkunft und so ließ er sich ab 1380 in 24 Jahren einen gewaltigen Palast errichten. Er beinhaltete bis zu sechs Stockwerke hohe Gebäude und ein 120x250m großes Wasserbecken. Leider sieht man davon nicht mehr viel, denn schon im 16. Jh. hat der Emir von Bukhara Stadt und Palast zerstört. Von der Pracht zeugen nur noch die Pylone des Eingangsportals, das einst eine Spannweite von 22m hatte.

Mittlerweile ist es auch ziemlich heiß geworden, sodass wir uns in der schönen Parkanlage eine entspannte Teepause gönnen.
Die Preisunterschiede sind extrem. In Samarkand haben wir für eine Kanne 30.000 Som bezahlt, hier kostet es nur 3.000 Som (20 Cent).

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Sharisabz. Oqsaroy, der Palast Timurs.

Damit wir morgen pünktlich los kommen, haken wird die verstreuten Sehenswürdigkeiten Sharisabz noch kurz vor Feierabend ab.
Der Dorut-Tilovat-Komplex beinhaltet einige Gräber von Timurs Verwandten, wie auch seines von ihm hochverehrten Lehrers. Die türkisfarbenen Kuppeln sind ein Traum.

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Sharisabz.Dorut-Tilovat-Komplex.

Nicht nur die timuridische Verwandtschaft ist hier gebettet, wir stoßen in einem Keller auch auf das Grab von Timur selbst. Moment mal - hatten wir das nicht gerade in Samarkand? Wurde er etwa aufgeteilt? Nein, sowas machen nur europäische Herrscher.
Da Sharisabz ja die neue Hauptstadt werden sollte, wurde hier schon eine Gruft für Timur errichtet, das Grab ist aber leer.
Daneben gibt's noch ein weiteres Mausoleum für einen "weisen Mann".

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Sharisabz.Dor Us-Siyodat Mausoleum und Gruft Timurs (neben der grünen Spendenbox die Treppe runter)

Abendessen gleich um die Ecke zum Hotel wird nix, aber der Portier organisiert uns ein Taxi. Mit Zwischenstopp beim Geldautomaten (zwei von drei Automaten sind schon leer), lädt es uns bei einer guten Portion Schaschlik aus.

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Mittwoch, 16.04.2025

Über Nacht muss es geregnet haben, es sind Staubspritzer auf dem ganzen Auto. Heute bleibt es aber trocken. Vor uns liegt eine lange Fahrt durch flaches Land, über grottige Straßen. Es ist eine Slalomfahrt um Schlaglöcher und manchmal auch quer durch.
Da brauchen wir bald eine Rast und 'ne Kanne Tee. Die Dame an der Theke hat ein komplettes Goldgebiss, das sieht man hier sehr häufig.

Die Straßen bleiben schlecht, aber dafür geht's jetzt bergauf ins Hissargebirge. Nach früherer Vermessung beherbergte das Gebirge den höchsten Gipfel Usbekistans, den "Berg des 22. Kongresses der Kommunistischen Partei". Heute hat ein Nachbargipfel 25m mehr und der Kommunistenberg einen neuen Namen.

Erst an der Grenze zum Viloyat Surxondaryo, der südlichsten Provinz Usbekistans, wird's besser, die Tachonadel erreicht sogar die 100.
Immerhin befinden wir uns jetzt auf der Europastraße E60, die von Brest in Frankreich bis an die chinesische Grenze führt.
Zurück in der Ebene wird es jetzt sogar richtig grün - und warm.

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Unterwegs auf der Europastraße 60

In der Nachmittagshitze steuern wir Kampyr Tepe an.

Bei seiner Jagd auf den Perserkönig Artaxerxes V. hat Alexander von Kandahar kommend den Hindukusch überquert. Am heutigen Amudarja, dem damaligen Oxus hätte er ihn 329 v. Chr. fast gestellt, doch der Perser war schneller und brannte alle Brücken ab. Alexanders Heer musste in mit Stroh gefüllten Lederzelten und Wasserschläuchen in einer 5-6 Tage andauernden Aktion übersetzen. Doch schließlich gelang es Alexander hier seinen Widersacher zu stellen und dafür zu bestrafen, dass er seinen Vorgänger Dareios III. hat ermorden lassen. Artaxerxes wurde entweder gekreuzigt, oder zwischen zwei gebogene Bäume gebunden, die ihn dann auseinander gerissen haben.
So bemerkenswert der Makedonenkönig auch war, er war ein grausamer Mensch.

Am Oxus traf er auch auf eine griechisch sprechende Stadt, deren Einwohner 150 Jahre zuvor von Xerxes aus Milet verschleppt worden waren. Alexander ließ die Stadt mit Mann und Maus zerstören, da ihm die Einwohner aus Verräter galten.

An dieser Stelle ließ Alexander nun eine neue Stadt errichten: Alexandria am Oxus. Er ließ zahlreiche Söldner zurück, um die Stadt zu sichern.
Nach ihrer Glanzzeit im 1.-2. Jh. wurde die Stadt nach mehreren Überschwemmungen verlassen.

Wir klettern über die Reste von Mauern und Gebäuden. Es wirkt alles noch ziemlich gut erhalten. Am Horizont sehen wir die Wachtürme vor der afghanischen Grenze.

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Oks Aleksandrya. Alexandria am Oxus, Kampirtepa.

Nach Alexander kamen die Chinesen. Im 1./2. Jh. existierte das Reich von Kushan, dass sich vom Indus über Bakterien (Afghanistan) bis nach Westchina erstreckte. Mit den neuen Herrschern kam der Buddhismus in die Region - Termez stieg gar zu einem Zentrum buddhistischer Gelehrsamkeit in Zentralasien auf. Dementsprechend gab es auch zahlreiche Klöster, eines davon war Fayaztepe.
Ein Usbeke führt uns für 100.000 Som übers Gelände. Irgendwie wollen die Goldzähne halt auch finanziert werden...
Am Eingang gibt's einen Fototermin mit einer kasachischen Reisegruppe. Man ist sehr erfreut über uns.

In Fayaztepe sind noch Reste von Kloster, Wohnzellen und einer Stupa vorhanden, an der man auch noch die ehemalige Vergoldung erahnen kann. Um die historische Substanz zu schützen, ist die Originalstupa unter einem Neubau versteckt.

Vom Nachbarkloster Karatepe hat man einen guten Blick auf den afghanischen Grenzzaun. Es liegen auch zahlreiche Patronen rum, die von den Kalaschnikows der Taliban stammen sollen.

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Fayaztepe und Karatepe. Buddhistische Klöster, afghanische Grenze und Talibanmunition

Die Sonne brennt schon nicht mehr ganz so heiß und so langsam beginnt der Hunger zu nagen, aber ein Zwischenstopp geht schon noch.
Nachdem Alexandria am Oxus verlassen wurde, wurde die Stadt als Termez neu gegründet. Der Name geht wahrscheinlich auf das griechische Θέρμος (thermos) - heiß - zurück. Nach den Griechen und den Buddhisten kamen die Sassaniden und brachten den Zoroastrismus mit, gefolgt von den Umayyaden und dem Islam. Termez war ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen - bis schließlich 1220 Dschingis Khan mit seinen Horden dem Ganzen ein Ende bereitete. Die Mongolen leisteten ganze Arbeit dabei, die Stadt auszuradieren. Von der einstigen Pracht ist heute nichts mehr zu sehen, außer einer großen Mauer. Und auch an die kommt man nicht richtig ran, weil sie hinterm Grenzzaun steht.

Dafür genießen wir diesseits des Zaunes die Ruhe im Mausoleum des Al Hakkim at-Termizi, eines islamischen Mystikers des 8./9. Jahrhunderts.

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Unser Hotel liegt in der neuesten Gründung von Termez. 1897 wurde die Stadt im Zuge der russischen Kolonisation wieder aufgebaut.
Der russische Charme ist unserer Unterkunft anzumerken.
Abendessen scheint es im besten Haus am Platz zu geben. Zumindest füllt es sich nach uns noch gut. Auch hier blitzen an allen Tischen die Goldzähne. Speisekarten lassen sich in der Regel auch hier in diesem entfernten Zipfel recht gut lesen, bzw. mit Google übersetzen. dennoch bin ich dem Kellner dankbar, dass er uns von einem Gericht abgeraten hat - das wären 2 kg Fleisch. Jetzt gibt es für uns nicht ganz so viel , aber immer noch einen Riesenteller Lamm. Wir müssen zwar eine ganze Weile warten, aber es schmeckt ausgezeichnet.
Es wird auch getanzt, aber uns ist die Musik zu laut - da lassen wir den Abend lieber im ruhigen Hotelhof ausklingen.

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Mittwoch, 16.04.2025

Wir brauchen mal wieder Geld. Auch Millionen schmelzen irgendwann dahin. Zwar gibt es ausreichend Geldautomaten in den größeren Orten, aber wenn man abends was braucht, kann es vorkommen, dass sie leer sind. Jetzt haben wir aber Glück.
Danach geht's ins archäologische Museum von Termez, wo Funde aus der Gegend ausgestellt sind, u.a. Buddhas aus Fayaztepe und anderen Klöstern, Münzen und Keramik aus Alt-Termez und Überbleibsel von Oks Aleksandriya.
Auch die Touristenpolizei interessiert sich für uns - aber nur aus den besten Gründen: Selfies, Englisch testen und sich freuen, dass sich mal Touristen in diesen entfernten Zipfel verirren.

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Archäologisches Museum Termez. Faszinierend, dass die griechische Antike bis hier her reichte. Unten links ist Athene.

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Auch numismatisch gibt es einiges im Museum zu sehen.

In Samarkand haben wir den Shah-i-Zinda Komplex ja ausgelassen, also holen wir den Besuch hier in dessen kleinerem Bruder nach.
Sultan Saodat, der "König des Glücks", ist zwar nicht ganz so reich dekoriert, lohnt den Besuch aber trotzdem.
Seit dem 11. Jh. liegen hier die Herrscher von Termez, die Sayyiden, die ihre Abstammung auf Mohammed zurückführen. Bis ins 17. Jh. hatte immer ein Mitglied der Termez-Sayyiden eine wichtige politische Rolle, sei es bei den Samaniden, Seljuken oder Timuriden.

Wir werden vom Imam angesprochen, wo wir herkommen. Als er Deutschland hört, freut er sich, er war 1972-74 in der DDR. Einen Bildband von Schwerin hat er auch gleich parat. Nach all denn Jahren ist das bisschen Deutsch natürlich mehr als eingerostet, aber ein herzliches "Tschüss, auf Wiedersehen" zum Abschied geht noch.

Ich steige noch aufs Dach des Mausoleums und sehe: in der Ferne wird es finster. Aber es sind keine Wolken, die aufziehen, sondern ein Sandsturm, der aus der afghanischen Ebene rüber weht.


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Ein neues Land für die persönliche Liste? Nicht ganz, nur von Ferne können wir einen Blick Richtung Afghanistan werfen, weiter als bis zum ersten Schlagbaum kommen wir nicht. Das erklärt nun auch das ½ Stan im Titel.

Auch der Blick auf die Brücke der Freundschaft, die Usbekistan und Afghanistan verbindet, gelingt uns durch den Sandsturm nicht.
Bis Masar-e-Sharif sind es von hier aus nur 70km. Wer weiß, ob ich noch jemals dort hin komme. Möglich ist es zwar, es gibt einige Reisegruppen, aber bei den derzeitigen Zuständen weigere ich mich.

Die Freundschaftsbrücke wurde von den Sowjets errichtet, um den Nachschub während des Afghanistankrieges in den 1980er Jahren zu sichern. In Afghanistan hatten sich die Kommunisten an die Macht geputscht, konnten sich aber nur schwer behaupten. Die Sowjets marschierten zur Unterstützung ein, scheiterten aber in einem 10 Jahre währenden Kampf kläglich. Am Hindukusch haben sich bisher alle Großmächte die Zähne ausgebissen. Der Krieg hatte auch erheblichen Anteil am Zusammenbruch der Sowjetunion.

Die Sowjets hinterließen bei ihrem Abzug 1989 ein zerstörtes Land, das von religiösen Gruppen, insbesondere den Taliban übernommen wurde. Während des Krieges wurden diese intensiv von den USA unterstützt und mit Waffen versorgt. Eigentlich hätte man die nun folgende Geschichte voraussehen müssen.

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Entlang der Transkaspischen Eisenbahn geht es nun weiter durch ein fruchtbar grünes Tal nach Norden. Noch 200km weiter und wir wären schon wieder in Dushanbe. Aber da wollen wir nicht noch einmal hin. Stattdessen steuern wir Jarqo'rg'on an, wo wir die Überreste eines Minaretts aus dem 12. Jh. besuchen. Die dazugehörige Moschee steht nicht mehr und von einer ursprünglichen Höhe von 40-50m sind nur noch 22m erhalten. Bemerkenswert ist das kunstvolle Mauerwerk.
Aufs besteigen verzichten wir. Der gröbste Sandsturm hat sich zwar gelegt, aber es ist noch immer trüb, da gibt es nicht viel Aussicht.
Unser Gefährt schlägt sich bisher wacker, aber so langsam bekommt es Durst. Benzin gibt's für 75ct/l. Und damit auch die Insassen nicht hungern müssen, empfiehlt uns der Tankwart gleich das Lokal nebenan, das eine köstliche Ilik Sho'rva serviert.

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Vor uns liegt jetzt wieder das Hissargebirge. Anfangs kommen wir recht flott voran, doch dann versperrt ein Erdwall die Straße und die Umleitung führt über Schlaglochpisten durch grüne Felder. Nur 20-30 km/h sind möglich. Besser wird's auch nicht, als wir am Fuß der Berge ankommen. Wir sind etwas zu zeitig dran, eine vermeintliche Schnellstraße ist erst noch im Bau. Die nächsten 50 km durchs Gebirge sind zäh, nur Schotter und ständig nach rechts und links ausweichen. Dafür entschädigt der Ausblick auf grüne Hänge und verwitterte Felsen.

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Schließlich haben wir es doch ohne Platten über den Kamm geschafft. In Boysun beziehen wir unsere Zimmer im Hotel Sahara und genießen erst einmal einen ruhigen Nachmittag, bevor es im hoteleigenen Restaurant Abendessen gibt. Die Nudeln nennt man Laghman, eine mittelasiatisch-chinesische, bzw. uighurische Speise. Sie können mit Gemüse und Fleisch trocken, wie hier oder auch als Eintopf zubereitet werden.

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Donnerstag, 17.04.2025

Heute wird es nix mit Bergpanorama. Über Nacht hat es schon ein paar Regenspritzer gegeben und heute morgen ist alles tief wolkenverhangen. Nach den 30°C der letzten Tage sind die heutigen 10°C auch sehr frostig. Aber da vor uns eine lange Autofahrt liegt, ist es vielleicht auch ganz gut, dass die Sonne nicht so brennt.

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Nach knapp drei Stunden Umleitung, Rüttelpiste und Schlaglochslalom brauche ich eine Pause. In Qarshi laufen wir einmal über eine Brücke aus dem 15. Jh., die für die Karawanen der Seidenstraße eine wichtige Querung des Amudarja war, und flüchten dann vor dem einsetzenden Regen in eine Hotdogbude und trinken quietschsüßen Tütenkaffee. Hier in der Gegend sind halt eigentlich die Teetrinker zu Hause.

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Weiter geht es entlang einer wunderbaren Neubaustraße. Einziges Problem: sie ist noch nicht fertig und wir holpern neben der Fahrbahn auf der alten Piste. Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal ein Land mit so durchgängig schlechten Straßen befahren zu haben. Gleichzeitig wirkt es aber, als reißt man gerade überall alles gleichzeitig ab, um neu zu bauen. Vom gestrigen Jarkurgan Minarett bis Bukhara heute, scheint es eine riesige 500km lange Baustelle zu sein. Und wirklich überall wird aktiv gebaut. Unglaublich, die Menge an schwerem Gerät.

Außerdem sehen wir die ersten Kamele! ... Gleich daneben ein Geschäft für Kamelmilch.

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Aber nun ist genug mit der Fahrerei. Nach der Strecke bin ich froh, in Bukhara das Auto abgeben zu können. Die Piste hat es allerdings nicht ganz ohne Blessuren überstanden. Aber alles andere hätte mich auch gewundert. Aber dafür ist man ja versichert.
Wenigstens hat der Regen den ganzen Dreck abgewaschen.

Ein Taxi bringt uns fix zur Altstadt, wo unser Hotel liegt. Die letzten Meter müssen wir zu Fuß durch den Regen und dann stehen wir in einem leeren Haus, nirgends eine Person zu finden.
Als der Portier dann doch auftaucht, gibt es nur ein Zimmer. Das reicht uns nicht. Glücklicherweise kann er uns in einem Schwesterhotel einquartieren. Die Lage ist traumhaft, Blick auf Basar und Moschee. Allerdings ist Bukhara natürlich Touristenmagnet schlechthin. Dementsprechend landen wir beim Abendessen auch gleich neben einer chinesischen Reisegruppe. Bei meiner Nordkoreatour haben die Koreaner über die Chinesen als "laute Nation" gelästert. Das stimmt definitiv auch am westlichen Rand des Reichs der Mitte.

Nach dem Abendessen verabschiedet sich meine Reisebegleitung ins Hotel. Ich gehe noch eine Runde durchs nächtliche Bukhara - ein Märchen aus 1001 Nacht. Was was ist, lasse ich erst einmal unkommentiert, das sehen wir morgen noch einmal alles im Tageslicht.

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Freitag, 18.04.2025

Über das Hotel habe ich heute eine Stadtführung organisiert. Mit Ravshan steuern wir in den nächsten fünf Stunden fast alle wichtigen Punkte der Altstadt an.

Wir starten nur unweit vom Hotel an der Ulug Beg Madrasa, der ältesten erhaltenen in Mittelasien.
Das ist auch eine kleine familiäre Zeitreise. Vor 41 Jahren sind auch meine Eltern mit dem Rucksack durch Mittelasien. Allerdings war es etwa 25°C wärmer und es waren weniger Kacheln an der Fassade, da kurz vorher ein Erdbeben war.

Gleich gegenüber befindet sich die Abdulaziz-Khan Madrasa.

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Der Poi Kalon und insbesondere das Poi Kalon Minarett sind ist das Wahrzeichen Bukharas schlechthin. Poi Kalon ist persisch und bedeutet "Hof nahe der großen Moschee".
Das Minarett stammt noch von den Karachaniden und ist das älteste Bauwerk am Platz (1127). Es hatte eine dreifache Funktion: einerseits diente es natürlich dem Muezzin zum Gebetsruf, aber auch als Leuchtturm den Karawanen als Wegweiser. Seine Funktion als Wachturm konnte Bukhara allerdings auch nicht vor der Zerstörung durch Dschingis Khan bewahren. Der Mongole verschonte nur das Minarett selbst, da er von ihm so beeindruckt gewesen sein soll.
Später wurden hier auch Hinrichtungen vollzogen, in dem in Säcke eingenähte Gefangene vom Minarett hinab gestoßen wurden.

Auch hier stehen wieder mehrere Moscheen und Medresen um den Platz, von denen wir nur die Poi Kalon Moschee besuchen. Nach Bibikhanum in Samarkand ist es die zweitgrößte Moschee Mittelasiens.

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Den Registan hatten wir ja schon in Samarkand. Aber den gab es in mehreren Städten. Registan heißt eigentlich "sandiger Ort" und war schlicht und einfach der Hauptplatz. Von der ursprünglichen Bebauung des Registans von Buhkara ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Der jetzt freie Platz wird nur noch vom Ark überragt, der Zitadelle von Bukhara. Der künstliche Hügel gilt auch als Stadt in der Stadt, in den sich die Bevölkerung Bukharas im Falle eines Angriffs flüchten konnte. Ab 1785 residierten hier außerdem die Emire von Bukhara bis zur Eroberung der Stadt durch die Rote Armee 1920.
Im rekonstruierten Palast gibt es einige Museen und einen Gedenkraum für Ármin Vámbéry, einen ungarischen Orientalisten und Reisenden, der verkleidet als Derwisch 1861-64 das damals nahezu hermetisch abgeriegelte Turkestan bereiste, um die asiatischen Wurzeln der Magyaren zu erforschen.
Mein Bruder hat mir zu Weihnachten ein antiquarisches Buch seines Reiseberichtes geschenkt.

Und vor der Burg treffe ich mein erstes baktrisches Kamel, das mit zwei Höckern :D

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0 Zainblech 1 & 2 Sogdische Münzen, Bukhara, 7./8. Jh. 3 & 4 Tetradrachmen des Euthydemos I. (ca. 235 bis 200 v. Chr.) 5 10 Tenga, Emirat Bukhara, 1919-20 6 Imitation einer Tetradrachme des Euthydemos I. 7 Tenga, Bukhara frühes 20. Jh. 8 10.000 Tengov, Volkssowjetrepublik Bukhara (1919-20) 9 Silber-Tenga16.-17. Jh.

Unweit des Ark kommen wir nun zum letzten Überbleibsel des alten Registan, der Bolo-Hovuz-Moschee. Der Name der ehemaligen Hauptmoschee Bukharas kommt vom Wasserbecken davor. Früher gab es zahlreiche derartige Zisternen, um die Wasserversorgung der Stadt sicher zu stellen. Sehr hygienisch war das allerdings nicht, die Barbiere mussten früher regelmäßig Würmer aus den Körpern der Bevölkerung schneiden.


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Wir haben unterwegs schon öfters Storchskulpturen gesehen und und gewundert, wovon die sich hier ernähren, für Frösche ist es eindeutig zu trocken. Hier lernen wir, dass das, bevor die Sowjets mit dem intensiven Baumwollanbau begonnen haben, anders aussah. Rund um Bukhara muss es zahlreiche Sümpfe gegeben haben.

Im Chashmai-Ayyub-Mausoleum erfahren wir ein wenig über die Usbekische Wasserwirtschaft. Passend, denn an dieser Stelle soll Hiob mit seinem Stab eine Quelle aus dem Felsen geschlagen haben.

So eine Quelle bräuchte man heute wieder. Im letzten Jahrhundert ist Usbekistan extrem ausgetrocknet. In den letzten 50 Jahren ist der einst riesige Aralsee nahezu verschwunden. Wo einst Fischfang betrieben wurde, liegen heute die Boote im Wüstensand.
Leider reicht unsere Zeit aber nicht, um so weit in den Westen vorzudringen, um das Drama mit eigenen Augen zu sehen.

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Interessant, wie sich die Kreise schließen. Nach den ersten Tagen in Dushanbe finden wir doch tatsächlich hier in Bukhara das Grab von Ismail Somoni. Der Herrscher ist im vermutlich ersten islamischen Kuppelgrab überhaupt bestattet. Man sieht ihm auch noch das Erbe der zoroastrischen Feuertempel an.
Die Fassade mit dem kunstvollen Mauerwerk ist großartig!

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Gleich hinterm Mausoleum befindet sich der Basar - groß, bunt und vielfältig, wie so oft hier. Da gibt's sicher ein paar Gewürze und ein Glas Honig 🤤

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Da wir uns mittlerweile ziemlich weit im Westen befinden, ordert Ravshan ein Taxi, dass uns zurück ins Zentrum der Altstadt, zum Labi Hovuz bringt. Hier steht Hodscha Nasreddin, eine Art Till Eulenspiegel, der in ganz Mittelasien, von Anatolien bis nach China bekannt ist.
Ob er auf eine reale Person zurück geht, ist nicht ganz geklärt. Russische Bearbeitungen des Stoffes siedeln ihn hier in Bukhara an.

In einer Geschichte forderte ein Wirt Bezahlung, weil Nasreddin sich am Duft der Speisen labte. Der Hodscha schüttelte daraufhin seinen Beutel und bezahlte somit mit dem Klang des Geldes.

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In den 1920er Jahren haben die Sowjets einen Großteil der Wasserbecken Bukharas trocken gelegt. Labi Hovuz haben sie zum Glück verschont. Um den Teich stehen wunderbare alte Maulbeerbäume und natürlich wieder großartige Architektur.
Wir schauen uns die Nodir-Devonbegi-Madrasa an, die ursprünglich eine Karawanserei werden sollte. Als der Emir den Bau gesehen hat, soll er aufgerufen haben, das sei aber eine schöne Madrasa. Und dem Emir kann man halt schlecht widersprechen, wenn einem das Leben lieb ist. Also ziehen eben keine Kamele ein, sondern Studenten. Wobei der Unterschied da manchmal auch nicht so groß ist.

Am anderen Ende des Teiches befindet sich die Nodir-Devonbegi-Chanaqa, ein Platz zum Übernachten für wandernde Sufis. Im osmanischen Reich kennt man sie als Tekken.

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Die Magʻoki-Attori-Moschee, bzw. "Moschee in der Grube" aus dem 9. Jh. ist eine der ältesten erhaltenen in Mittelasien. Sie wurde auch von Dschingis Khans Horden verschont. Nach und nach ist die Stadt ringsrum in die Höhe gewachsen, weswegen die Moschee heute so tief liegt. Unten gibt's ein Teppichmuseum. Der ein oder andere erinnert mich an meinen Afghanen zu Hause.

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Die Basare haben in Bukhara einen etwas anderen Aufbau, als ich es kenne. Es ist kein zusammenhängendes Gassengewirr, sondern es sind mehrere Toqis, Kuppelbasare aus dem 16. Jh. Es existieren nur noch drei: Toqi Sarrofon, Toqi Zargaron und Toqi Telpak Furushon. Wo einst indische Geldwechsler neben Juwelieren und Mützenverkäufern saßen, ist heute ein Souvenirhändler neben dem anderen.
Schade, dass im Rucksack nicht genug Platz für einen Teppich ist 😍

Wir schauen auch in den Vorraum eines Hamams. Ganz rein geht nicht, heute ist Frauenbadetag.

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Nachdem wir uns vorm Hotel von Ravshan verabschiedet haben, ziehen wir alleine weiter. Etwas abseits liegt noch eine Besonderheit Bukharas: Chor Minor, die vier Minarette. In Mittelasien gibt es architektonisch nichts vergleichbares, eventuell wird man in Indien fündig.
Das interessante Gebäude ist der Rest einer nicht mehr existenten Madrasa. In den 1990ern ist eines der Minarette eingestürzt. Sofort wurde das Gebäude aus dem offiziellen Touristenprogramm gestrichen und die Schmach totgeschwiegen.
Mittlerweile steht der vierte Turm wieder.

Nebenan wird kräftig getrödelt. Es gibt noch genug Plunder aus Sowjetzeiten.

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Langes laufen macht hungrig. Im Old Bukhara werden wir wunderbar verköstigt. Und eine Flasche usbekischen Wein gibt es auch. Die usbekische Küche ist richtig gut. Es gibt Einflüsse aus allen vier Richtungen, persisch, russisch, chinesisch, indisch. Immer wieder gern gegessen haben wir Manti und Samsa (gedämpfte, bzw. gebackene Teigtaschen).
Zum Sonnenuntergang setzen wir uns noch einmal an den Labi Hovuz zu Tee, Baklava und frittiertem Eis.

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Meine Begleitung verabschiedet sich ins Hotel, morgen früh geht's zeitig los. Ich schaue aber noch einmal kurz über den Basar und entschließe mich doch noch zu einem Spaziergang zum Bukhara Tower. Der war ursprünglich ein Wasserturm und ist schon an sich interessant. Er wurde von Wladimir Shukhov konstruiert, Russlands bedeutendsten Ingenieur. Ihm gelang es mit geringstem Materialaufwand große Konstruktionen zu errichten.
Von oben hat man einen schönen Blick auf Ark, Altstadt und Bolo Hovuz.

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