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Mardi Gras, auf gut deutsch der "Fette Dienstag". Wir nennen ihn hier Faschingsdienstag.
Freunde des Karnevals feiern den letzten Tag der weltlichen Ausschweifungen, bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist.
Die Dublone, wie die spanische 2 Escudos Goldmünze auch genannt wird, hat ein Gewicht von 6,77 g, ist 22 mm groß und hat einen Feingehalt von 916/1000. Die wohl bekannteste "Dublone" hatte Kapitän Ahab an den Mast der Pequod genagelt. Allerdings war es laut Roman (Moby Dick) eine Goldmünze zu 16 Dollar. Da kann man die Zahlen hin und her rechnen, wie man will. Eine Dublone wird es nie. Herman Melville hat allerdings mit der falschen Benennung des Goldies gewiss zur Popularität des Begriffs "Dublone" beigetragen.
Louisiana, ehemals Teil der französischen Kolonie Neufrankreich, zwischenzeitlich unter spanischer Herrschaft (1762-1801), wurde 1803 von Napoleon an die Vereinigten Staaten verkauft. Seit 1812 ist Louisiana der 18. Staat der USA.
Am Faschingsdienstag herrscht im Großraum New Orleans Ausnahmezustand. Nirgendwo sonst in den USA wird der Tag so exzessiv gefeiert wie dort.
Während bei uns am Rosenmontag hauptsächlich Süßigkeiten in die Menge geworfen werden, sind es dort am Dienstag Perlenketten und Dublonen.
Die vorherrschenden Farben des Tages sind violett, gold und grün. Das feiernde Volk wird jedoch mit allem beglückt, was glänzt oder bunt ist.
Wie schon erwähnt werden die Mardi Gras Dublonen in die feiernde Menge geworfen. Somit sind es fast ein bisschen Auswurfmünzen.
Allerdings sind es keine echten Dublonen, nicht einmal Münzen. Es handelt sich meist um runde, etwa 39 mm große Aluminiumscheiben. Es gibt auch welche aus Holz und auch spezielle Sammlerstücke aus Silber, Bronze oder anderen Materialen; natürlich auch andere Formen und Größen.
Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt jedoch auf den runden Alu-Chips. Diese sind oft silberfarben, aber auch golden, bronze, blau, grün, violett, rot, … Hauptsache metallic. Das Gewicht einer Aluminiumdublone reicht in der Regel von knapp 4 bis gut 5 Gramm. Es gibt jedoch auch dickere Scheiben, die etwa 7,5 g oder noch mehr wiegen. Der dickste Fisch in meinem Teich bringt es sogar auf 10,03 g.
1959 entwarf der Künstler H. Alvin Sharpe die erste Alu-Dublone. 1960 wurden bereits die ersten Exemplare vom Festwagen des "Krewe of Rex" geworfen. Die meisten Stücke waren undatiert, denn es wurden 80.000 Stück bei einer Firma in Ohio gefertigt, die über Jahre hinweg genutzt werden sollten. 1964 wurde in New Orleans die Barco Mint Company gegründet, um die Dublonen vor Ort zu produzieren.
Verschiedene Karnevalsvereine (nein, nicht Mainz 05 und auch nicht der Eff Zeh) lassen seitdem Dublonen prägen und werfen diese von ihren Festwagen. Die Vereine, häufig "Krewe of ..." oder "... Carnival Club" genannt, haben jedes Jahr ein anderes Thema für den Umzug, das häufig auch als Motiv auf den Dublonen zu finden ist. Viele Vereine haben sich bei der Namensfindung an den antiken Götterwelten orientiert, andere haben vermutlich bei der Vereinsgründung ein paar Likörchen zu viel geschnasselt (--> "Confused Couples Carnival Club", "Gentilly Happy so Luckies Carnival Club", "The Babbling Bastards of Bruno" u.a.). Sogar das Militär nutzt diese Scheiben, um auf sich aufmerksam zu machen und Leute zu rekrutieren. Offensichtlich werden solche Dublonen auch zu anderen Anlässen verteilt, so zum Beispiel bei einer St. Patrick's Day Parade.
Bei hunderten Vereinen, mehr als sechs Jahrzehnten und mehreren Farben ergibt sich eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an Mardi Gras Dublonen. Eine genaue Zahl kann ich nicht nennen, da mir nicht bekannt ist, wer wann in wie vielen Farben Dublonen hat produzieren lassen. Ich denke, es sind wohl viele tausend Typen.
Haben diese Dinger überhaupt in diesen Forum eine Daseinsberechtigung? Ich denke schon, denn
- es sind Scheiben mit Motiv, also Medaillen.
- es sind von Namen her Dublonen, also Volltreffer als numismatisches Thema.
Ich habe aus Spaß an der Freude in Deutschland und in den USA ein paar Kilo Aluminium und ganz wenig Holz erworben und mir eine kleine Sammlung aufgebaut. Diese umfasst derzeit 580 Aluscheiben aus 38 verschiedenen Jahren in 9 Farben von 166 verschiedenen Vereinen. Dazu kommen noch 5 Holzdublonen/Wooden Nickel. Meine älteste datierte Dublone ist aus dem Jahr 1964, die jüngste stammt aus 2005. Beim Kauf von großen Lots bleibt es nicht aus, auch Doubletten mit zu kaufen. Momentan befinden sich gut 400 Stücke in meiner Tauschliste, davon 116 verschiedene. Sollte noch jemand hier Interessen an diesem Thema haben, scheut Euch nicht, meldet Euch.
Hier noch ein paar Impressionen von meiner Sammlung:
Ein Paket aus dem Großraum New Orleans:


Die Alben (Leuchtturm 345988, da passen 200 Stück in Rähmchen rein):


Ein paar Einzelstücke:
meine älteste


meine jüngste


meine kleinste
(nur 32 mm)


meine schwerste


und ein paar sehr hübsche Motive:
Dauguters of Eve 1977


The Nutcrackers 1969


Krewe of Houmas 1976


Krewe of Portchartrain 1976


Krewe of Versailles 1976


Krewe of Pandora 1976


Freunde des Karnevals feiern den letzten Tag der weltlichen Ausschweifungen, bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist.
Die Dublone, wie die spanische 2 Escudos Goldmünze auch genannt wird, hat ein Gewicht von 6,77 g, ist 22 mm groß und hat einen Feingehalt von 916/1000. Die wohl bekannteste "Dublone" hatte Kapitän Ahab an den Mast der Pequod genagelt. Allerdings war es laut Roman (Moby Dick) eine Goldmünze zu 16 Dollar. Da kann man die Zahlen hin und her rechnen, wie man will. Eine Dublone wird es nie. Herman Melville hat allerdings mit der falschen Benennung des Goldies gewiss zur Popularität des Begriffs "Dublone" beigetragen.
Louisiana, ehemals Teil der französischen Kolonie Neufrankreich, zwischenzeitlich unter spanischer Herrschaft (1762-1801), wurde 1803 von Napoleon an die Vereinigten Staaten verkauft. Seit 1812 ist Louisiana der 18. Staat der USA.
Am Faschingsdienstag herrscht im Großraum New Orleans Ausnahmezustand. Nirgendwo sonst in den USA wird der Tag so exzessiv gefeiert wie dort.
Während bei uns am Rosenmontag hauptsächlich Süßigkeiten in die Menge geworfen werden, sind es dort am Dienstag Perlenketten und Dublonen.
Die vorherrschenden Farben des Tages sind violett, gold und grün. Das feiernde Volk wird jedoch mit allem beglückt, was glänzt oder bunt ist.
Wie schon erwähnt werden die Mardi Gras Dublonen in die feiernde Menge geworfen. Somit sind es fast ein bisschen Auswurfmünzen.
Allerdings sind es keine echten Dublonen, nicht einmal Münzen. Es handelt sich meist um runde, etwa 39 mm große Aluminiumscheiben. Es gibt auch welche aus Holz und auch spezielle Sammlerstücke aus Silber, Bronze oder anderen Materialen; natürlich auch andere Formen und Größen.
Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt jedoch auf den runden Alu-Chips. Diese sind oft silberfarben, aber auch golden, bronze, blau, grün, violett, rot, … Hauptsache metallic. Das Gewicht einer Aluminiumdublone reicht in der Regel von knapp 4 bis gut 5 Gramm. Es gibt jedoch auch dickere Scheiben, die etwa 7,5 g oder noch mehr wiegen. Der dickste Fisch in meinem Teich bringt es sogar auf 10,03 g.
1959 entwarf der Künstler H. Alvin Sharpe die erste Alu-Dublone. 1960 wurden bereits die ersten Exemplare vom Festwagen des "Krewe of Rex" geworfen. Die meisten Stücke waren undatiert, denn es wurden 80.000 Stück bei einer Firma in Ohio gefertigt, die über Jahre hinweg genutzt werden sollten. 1964 wurde in New Orleans die Barco Mint Company gegründet, um die Dublonen vor Ort zu produzieren.
Verschiedene Karnevalsvereine (nein, nicht Mainz 05 und auch nicht der Eff Zeh) lassen seitdem Dublonen prägen und werfen diese von ihren Festwagen. Die Vereine, häufig "Krewe of ..." oder "... Carnival Club" genannt, haben jedes Jahr ein anderes Thema für den Umzug, das häufig auch als Motiv auf den Dublonen zu finden ist. Viele Vereine haben sich bei der Namensfindung an den antiken Götterwelten orientiert, andere haben vermutlich bei der Vereinsgründung ein paar Likörchen zu viel geschnasselt (--> "Confused Couples Carnival Club", "Gentilly Happy so Luckies Carnival Club", "The Babbling Bastards of Bruno" u.a.). Sogar das Militär nutzt diese Scheiben, um auf sich aufmerksam zu machen und Leute zu rekrutieren. Offensichtlich werden solche Dublonen auch zu anderen Anlässen verteilt, so zum Beispiel bei einer St. Patrick's Day Parade.
Bei hunderten Vereinen, mehr als sechs Jahrzehnten und mehreren Farben ergibt sich eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an Mardi Gras Dublonen. Eine genaue Zahl kann ich nicht nennen, da mir nicht bekannt ist, wer wann in wie vielen Farben Dublonen hat produzieren lassen. Ich denke, es sind wohl viele tausend Typen.
Haben diese Dinger überhaupt in diesen Forum eine Daseinsberechtigung? Ich denke schon, denn
- es sind Scheiben mit Motiv, also Medaillen.
- es sind von Namen her Dublonen, also Volltreffer als numismatisches Thema.
Ich habe aus Spaß an der Freude in Deutschland und in den USA ein paar Kilo Aluminium und ganz wenig Holz erworben und mir eine kleine Sammlung aufgebaut. Diese umfasst derzeit 580 Aluscheiben aus 38 verschiedenen Jahren in 9 Farben von 166 verschiedenen Vereinen. Dazu kommen noch 5 Holzdublonen/Wooden Nickel. Meine älteste datierte Dublone ist aus dem Jahr 1964, die jüngste stammt aus 2005. Beim Kauf von großen Lots bleibt es nicht aus, auch Doubletten mit zu kaufen. Momentan befinden sich gut 400 Stücke in meiner Tauschliste, davon 116 verschiedene. Sollte noch jemand hier Interessen an diesem Thema haben, scheut Euch nicht, meldet Euch.
Hier noch ein paar Impressionen von meiner Sammlung:
Ein Paket aus dem Großraum New Orleans:


Die Alben (Leuchtturm 345988, da passen 200 Stück in Rähmchen rein):


Ein paar Einzelstücke:
meine älteste


meine jüngste


meine kleinste
(nur 32 mm)


meine schwerste


und ein paar sehr hübsche Motive:
Dauguters of Eve 1977


The Nutcrackers 1969


Krewe of Houmas 1976


Krewe of Portchartrain 1976


Krewe of Versailles 1976


Krewe of Pandora 1976





