Brakteaten - Prägetechnik

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KI sagt: "Die Prägetechnik umfasste die Verwendung von zwei Stempeln – einem Unterstempel, der die Vorderseite (Avers) der Münze prägte, und einem Oberstempel (Festhaltemeißel), der das Motiv auf der Rückseite (Revers) als Negativabdruck erzeugte..."

Reppas Lexikon sagt: "Die dünngehämmerten, breiten Schrötlinge wurden auf weichen Unterlagen (z.B. auf Leder, Blei oder Pech) einseitig geschlagen..."

Alles gut, alles schön. Möglich ist oder wäre beides. Möglicher Weise wurde sogar beides praktiziert. Man muss hier vorsichtig sein.

Diese Fehlprägung hier wurde - sehr deutlich erkennbar - auf einer weichen Unterlage geschlagen. Anders ist die Restwölbung im Negativabdruck nicht erklärbar. Bei zwei Stempeln (1 x negativ und 1 x positiv, zwischen die das dünne Blech gelegt worden wäre) würde sowohl die Vorder- als auch die Rückseite nur noch Phantomspuren aufweisen. Eine weiche Unterlage, Leder oder Blei oder Bitumen/Pech kann nachgeben.

Für die weiche Unterlage spricht auch, dass die Patina vieler Brakteaten je nach Seite deutlich variiert. Viel Freude beim Betrachten. Die ganz rechte Abbildung ist die negativ geprägte Rückseite, jedoch horizontal gespiegelt.
 

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Für die von der KI erklärten Vorgehensweise hätte der Münzschläger für jeden Schlag die Werkzeuge exakt zueinander ausrichten müssen. Das wäre viel zu zeitaufwändig gewesen. Alternativ hätte er jeden Rohling in eine dafür vorgesehene Einrichtung spannen müssen. Auch hier hätte das alles viel zu lange gedauert. Außerdem gab es auch Jahrhunderte später noch keine solche Einrichtung.
Viel mehr war es so, dass der Münzschläger mehrere Rohlinge übereinander gelegt und gleichzeitig geschlagen hatte.
Wie Du erwähnt hast, alles auf einer weichen Unterlage. Da ist Grandmaster R mit seinem Lexikon auf jeden Fall näher an der Wahrheit.

Hier hat die KI mal wieder bewiesen, wie intelligent sie ist. Die sucht sich Infos zusammen, die in diesem Fall gar nicht zueinander passen.
 
Wenn beim prägen der Brakteaten mit Ober- und Unterstempel gearbeitet worden wäre, hätten viel mehr Stücke Schrötlingsrisse. Das dünne relativ harte Material reißt relativ schnell.
 
Das Arbeiten mit Ober- und Unterstempeln hätte zwei perfekt aufeinander hergestellte und ausgerichtete Stempel erfordert. Bereits die Nachbearbeitung eines Stempels nach dem Abdrücken vom Original hätte zu Problemen geführt. Von den Problemen der Ausrichtung beim Prägen mal genz abgesehen. Mehrere Stücke gleichzeitig schlagen hätte auch Probleme bereitet (Trennung derselben). Ebenso der direkte Kontakt mit Pech (da hätte es eines Trennmittels bedurft), ebenso mit Blei. Legt man jedoch ein dünnes Stück Filz oder Papier auf diese Materialien wäre die Trennung kein Problem. Ebenso dann nicht, wenn man mit Trennmittel (Talkum, Puder, Tonstaub, Magnesia oder etwas anderem) gearbeitet hätte. An ungereinigten Stücken aus Haus-, Mauer- oder Dachbodenfunden (Verstecke in Holzbalken) müssten sich Spuren der Kontaktstoffe der Rückseiten finden und analysieren lassen.
 
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