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Es wurde schon mehrfach gefragt, wie eine Versilberung entfernt werden kann. Ich stelle im Folgenden meine Methode vor.
Sie ist nur für unlegierte Münzen anwendbar. Bei Legierungen wie Messing, Bronze und in gewissem Umfang auch Cu/Ni würde das Legierungsmaterial aus der Oberfläche herausgelöst werden. Die Münze wäre verdorben.
Als Versuchsobjekt dient ein Kupfer-Token aus Gibraltar von 1810. Vom Erhaltungszustand her ist wohl nicht mehr viel zu verderben. Ich hatte das Stück vor langen Jahren selbst versilbert. Die Versilberung soll nun weg.
Silber reagiert mit dem Schwefelgehalt der Umgebung zu Silbersulfid. Es bildet sich die typische Silberpatina. Sie kann durch eine Säure (hier: Zitronensäure) und anschließende Abreibung mit Natron entfernt werden.
Auch das reine Abreiben mit Natron funtioniert, nur kommt man hier ganz schlecht an die schwer zugänglichen Stellen ran.
Es kommt nun darauf an, die Versilberung in dieses Silbersulfid zu verwandeln. Hierzu dient Schwefelleber. Ein erbsgroßes Stück wird in einem kleinen Schälchen in Wasser aufgelöst. Schwefelleber stinkt erbärmlich nach faulen Eiern. Es ist empfehlenswert, an einem gut belüfteten Ort zu arbeiten; am Besten inm Freien.
In die Lösung wird nun die entfettete Münze o.Ä. eingelegt. Nach kurzer Zeit bildet sich ein grauer bis schwarzer Belag; Silbersulfid ist entstanden. Jetzt gündlich abspülen und in eine Schale Zitronensäure einlegen und die Münze mit Kochsalz bestreuen. Nach vielleicht einer Viertelstunde wenden. Nach einer halben Stunde entnehmen, mit feinkörnigem Natron abreiben, gründlich spülen und mit einem Küchentuch trockentupfen.
Der Vorgang wird mehrmals wiederholt.
Auch freigelegtes Kupfer reagiert mit Schwefelleber. Es bildet sich ein schwarzer Belag. I.d.R. wird auch er vom Natron entfernt. Je nach Oberfächengüte kann er allerdings auch der Natronabreibung widerstehen. In diesem Fall wird er im allerletzten Arbeitsgang chemisch entfernt.
Zu den Bildern:
001: der Ausgangszustand. Ein kupferner Token, versilbert.
002: nach 10 minütiger Behandlung mit Schwefelleber ist Silbersulfid entstanden.
003: Nach Zitronensäure und Natron ist stellenweise der kupferne Untergrund schon sichtbar.
004: erneute Behandlung mit Schwefelleber. Auch das freigelegte Kupfer hat reagiert.
005: Gereinigt sieht es doch schon ganz ordentlich aus.
Ich lasse jetzt anschließend den Token noch einmal von der Schwefelleberlösung quälen; über Nacht darf er dann in Zitronensäure ruhen.
Morgen geht es weiter.
Bis dahin
Hermann
Sie ist nur für unlegierte Münzen anwendbar. Bei Legierungen wie Messing, Bronze und in gewissem Umfang auch Cu/Ni würde das Legierungsmaterial aus der Oberfläche herausgelöst werden. Die Münze wäre verdorben.
Als Versuchsobjekt dient ein Kupfer-Token aus Gibraltar von 1810. Vom Erhaltungszustand her ist wohl nicht mehr viel zu verderben. Ich hatte das Stück vor langen Jahren selbst versilbert. Die Versilberung soll nun weg.
Silber reagiert mit dem Schwefelgehalt der Umgebung zu Silbersulfid. Es bildet sich die typische Silberpatina. Sie kann durch eine Säure (hier: Zitronensäure) und anschließende Abreibung mit Natron entfernt werden.
Auch das reine Abreiben mit Natron funtioniert, nur kommt man hier ganz schlecht an die schwer zugänglichen Stellen ran.
Es kommt nun darauf an, die Versilberung in dieses Silbersulfid zu verwandeln. Hierzu dient Schwefelleber. Ein erbsgroßes Stück wird in einem kleinen Schälchen in Wasser aufgelöst. Schwefelleber stinkt erbärmlich nach faulen Eiern. Es ist empfehlenswert, an einem gut belüfteten Ort zu arbeiten; am Besten inm Freien.
In die Lösung wird nun die entfettete Münze o.Ä. eingelegt. Nach kurzer Zeit bildet sich ein grauer bis schwarzer Belag; Silbersulfid ist entstanden. Jetzt gündlich abspülen und in eine Schale Zitronensäure einlegen und die Münze mit Kochsalz bestreuen. Nach vielleicht einer Viertelstunde wenden. Nach einer halben Stunde entnehmen, mit feinkörnigem Natron abreiben, gründlich spülen und mit einem Küchentuch trockentupfen.
Der Vorgang wird mehrmals wiederholt.
Auch freigelegtes Kupfer reagiert mit Schwefelleber. Es bildet sich ein schwarzer Belag. I.d.R. wird auch er vom Natron entfernt. Je nach Oberfächengüte kann er allerdings auch der Natronabreibung widerstehen. In diesem Fall wird er im allerletzten Arbeitsgang chemisch entfernt.
Zu den Bildern:
001: der Ausgangszustand. Ein kupferner Token, versilbert.
002: nach 10 minütiger Behandlung mit Schwefelleber ist Silbersulfid entstanden.
003: Nach Zitronensäure und Natron ist stellenweise der kupferne Untergrund schon sichtbar.
004: erneute Behandlung mit Schwefelleber. Auch das freigelegte Kupfer hat reagiert.
005: Gereinigt sieht es doch schon ganz ordentlich aus.
Ich lasse jetzt anschließend den Token noch einmal von der Schwefelleberlösung quälen; über Nacht darf er dann in Zitronensäure ruhen.
Morgen geht es weiter.
Bis dahin
Hermann
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