Pseudomünzen, Pseudostaaten und Kommerzprodukte

Super, ein Multitool- wahlweise als Flaschenöffner oder als Hämmerchen verwendbar, um sich das Sammeln solchen Schmarrns aus dem Kopf zu schlagen. Ich finde es halt erbärmlich, dass solche Machwerke hochoffiziell von der MdP kommen und deren Kommerzialisierung immer neue Blüten treibt.
 
Super, ein Multitool- wahlweise als Flaschenöffner oder als Hämmerchen verwendbar, um sich das Sammeln solchen Schmarrns aus dem Kopf zu schlagen.
Na, ob das Teil als Werkzeug taugt? Es hat zwar eine ungewöhnliche Form, aber es ist ja flach wie eine Münze. Als ich das Ding zum ersten Mal "in natura" gesehen habe, war ich durchaus beeindruckt. Aber man muss es natürlich nicht kaufen, wenn man nicht will - schon weil die Monnaie de Paris, ähnlich wie z.B. die Kanadische Münze, gar nicht erst damit rechnet, dass irgend ein Kunde eine komplette Sammlung ihrer Ausgaben haben will. ;)

Tschüs,
Christian
 
Na, ob das Teil als Werkzeug taugt? Es hat zwar eine ungewöhnliche Form, aber es ist ja flach wie eine Münze. Als ich das Ding zum ersten Mal "in natura" gesehen habe, war ich durchaus beeindruckt. Aber man muss es natürlich nicht kaufen, wenn man nicht will - schon weil die Monnaie de Paris, ähnlich wie z.B. die Kanadische Münze, gar nicht erst damit rechnet, dass irgend ein Kunde eine komplette Sammlung ihrer Ausgaben haben will. ;)
Selbst wenn es jemand wollte mit extra großem Geldbeutel, kann ja auch maximal 1 Sammler Frankreich bzw. komplett sammeln, da mindetens 1 Münze eine Auflage von nur 1 hat.
 
Kleine 14 mm Alu-Scheiben im Namen von Samoa
12 x 1 Sene 2020 Vögelchen
 

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Heute angekommen. Klar, dass es nicht als Zahlungsmittel gedacht ist, sondern als Kommerzprodukt. Ausgabeland: Tschad. Geprägt bei einer privaten Prägeanstalt in den USA, wohl primär für den US-Markt (weil einige Münzen dieser Serie Namen in Englisch aufgeprägt haben, was die bezweckte Illusion: die uralte Wirkung der Prägung (Antique-Finish) meiner Ansicht nach entstellt). Bezahlt habe ich 34,40 Euro je Unze fein, bei einem Spot-Kurs von 22,60 je Unze Feinsilber. Interessant fand ich, wie die das mit dem Antique-Finish geregelt haben:
(1) Ronden durch Abdrehen (Vorderseite, Rückseite, Rand) hergestellt und auf Gewicht gebracht,
(2) Die scheinbar stark durch Schlagen mechanisch bearbeitet (Wertseite feiner, Motivseite stärker), dass das Metall einerseits nicht an allen Stellen in den Stempel fließen kann und Vertiefungen verbleiben und es andererseits keine "Dellen" in den scharfen Kanten des Reliefs gibt (was bei nachträglicher Schlagbearbeitung der Fall wäre), werden direkt mit geprägt.
(3) Ronden mit sehr viel Druck und etwas größeren Stempeln und Ring so geprägt, dass sie nicht ganz in den Ring fließen mit der Folge, dass jede Münze einen leicht anderen Stempelausschnitt zeigt (rote Pfeile) und die Buchstaben nach außen hin nicht voll gefüllt sind (Phantomspuren),
(4) Patinierung,
(5) anschließend sehr feine, gerichtete Oberflächenbearbeitung mit Bürsten und ggf. leichtem Schleifmittel, sodass jeder Prägeglanz abgetragen wird und nur Patina in den Vertiefungen zurück bleibt.

Ergebnis: eine deutlich abgenutzt und sehr lange zirkuliert wirkende Münze jedoch mit scharfen Konturen und Patina in den Vertiefungen. Sämtliche Abnutzungserscheinungen sind genau dort, wo es nicht "stört". Faktisch kann man sagen, dass es fast stempelfrisch erhaltene Münzen mit sehr feiner und gleichmäßiger Bereibung sind.

Ich denke, das haben sie gut und vergleichsweise günstig hinbekommen, was die Herstellungskosten angeht.
Kratzer infolge mechanischem Patina-Abtrag erkennt man mit bloßem Auge keine, wohl aber noch die Spuren der Bearbeitung der Ronde von vor dem Prägevorgang. Beides finde ich sehr gut, was die Wirkung der Oberflächen angeht.

PS: auf dem "offiziellen" Bild, dass bei Online-Auktionen verwendet wird, sind noch einige gröbere "Dellen" auf der Münze enthalten, die mein Stück nicht hat. Auch weist die Münze, die für die offizielle Abbildung genommen wurde bereits mehrere Stempelfehler auf, den mein Exemplar nicht hat. Gut möglich, dass diese Dellen aus einer speziellen Bearbeitung der Ronde herrühren oder dass während der Produktion noch ein weiterer, neuer Stempel vom Urwerkzeug gefertigt wurde, das bei der Gelegenheit um ein paar größere Dellen abgeändert wurde..... Weil: im Stempel eingravierte Dellen wären als Prägung "Knubbel", also Erhöhungen.

Eine weitere, für Sammler sehr schlimme und teure Unsitte bei vielen echten, alten Münzen (das ganze oder teilweise Nachschneiden der Umrisse des Reliefs zur Vortäuschung von Plastizität) hat man auch direkt mit der Prägung erledigt.....
 

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Zuletzt bearbeitet:
Unvollendeter Antik-Finish

was rauskommt, wenn

(5) anschließend sehr feine, gerichtete Oberflächenbearbeitung mit Bürsten und ggf. leichtem Schleifmittel, sodass jeder Prägeglanz abgetragen wird und nur Patina in den Vertiefungen zurück bleibt

fehlt, kann man rechts erkennen.

Die linke Münze ist ganz fein gebürstet, die rechte nicht.

Andeutungsweise kann man die Spuren des "brushings" bei der linken Münze erkennen.

Das rechte Stück weist einen "Kippglanz" auf, der dem linken, gebürsteten Stück natürlich fehlt.

War ja nur eine Frage der Zeit, bis auch so ein Stück auftaucht.
 

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Ich kann auch noch etwas hinzufügen. ECUS aus dem "Land" Katalonien: 5 ECU CuNi und 25 ECU aus Silber. Alles nur Medaillen, haben aber einen Handelswert, zumindest die 25 ECU-Prägungen.
Nun, ich sammel alles, wo ECU darauf geprägt ist, auch Phantasieprodukte! Das vervollständigt eine Sammlung und man kann dann ebensolche Produkte mal zeigen. Mittlerweile dürfte ich die größte ECU-Sammlung in Deutschland haben,
 
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