Mehrheit der Briten würde bei neuer Abstimmung wieder der EU beitreten

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Euractiv.com informiert:

Umfrage: Mehrheit der Briten würde bei neuer Abstimmung wieder der EU beitreten

Von: Benjamin Fox | EURACTIV.com | übersetzt von Thomas Lehnen
12. Nov. 2021

Fünf Jahre nach dem Brexit-Referendum und fast zwei Jahre nach dem Austritt aus der EU würden die meisten Briten bei einer Volksabstimmung für den Wiedereintritt in die EU stimmen, so eine neue, am Freitag (12. November) veröffentlichte Umfrage.

Laut einer von Savanta durchgeführten Umfrage unter mehr als 2.000 Personen würden 53-47% der Briten für den Wiedereintritt in die EU stimmen. Inzwischen würden 82 % derjenigen, die beim Referendum 2016 nicht gewählt haben, für einen erneuten Beitritt zur EU stimmen.

Der Lauf der Zeit hat offenbar nicht dazu beigetragen, die politischen Spaltungen und Bruchlinien in der britischen Gesellschaft zu verringern, die durch die Referendumskampagne und den politischen Stillstand zutage traten und die britische Politik nach wie vor dominieren.

Das Versprechen, dass Londons Beziehungen zur EU mit dem Referendum und dem Wahlsieg von Boris Johnsons konservativer Partei im Jahr 2019 endgültig geklärt seien, wird auch durch die Umfrage widerlegt, die zeigt, dass trotz der Brexit-Müdigkeit zwei von fünf britischen Erwachsenen ein Referendum über einen erneuten EU-Beitritt innerhalb der nächsten fünf Jahre befürworten würden, während nur ein Drittel diese Idee ablehnt.

Da die Mehrheit für eine EU-Mitgliedschaft vor allem unter jungen Wählern zu finden ist, von denen 77 % für einen erneuten Beitritt stimmen würden, ist es unwahrscheinlich, dass die EU-Frage im Vereinigten Königreich in absehbarer Zeit vom Tisch sein wird.

49 % der Wähler:innen zwischen 18 und 34 Jahren wünschen sich ein neues Referendum innerhalb der nächsten fünf Jahre.

„Fünf Jahre nach dem Brexit-Referendum deutet diese Umfrage auf ein Land hin, das gleichmäßig gespalten ist, wobei sich die Dynamik in Richtung einer Mehrheit verschiebt, die nun für einen erneuten Beitritt zur EU stimmen würde“, so Chris Hopkins, Political Research Director bei Savanta ComRes.

„Und obwohl viele der Meinung sind, dass das Thema am besten zu den Akten gelegt werden sollte, zeigen die hohe Unterstützung für einen erneuten Beitritt unter den jüngeren Wählern sowie der große Anteil derjenigen, die ein solches Referendum auf jeden Fall befürworten würden, dass das Thema Brexit nicht so schnell vom Tisch sein wird“, fügte er hinzu.

Das im Januar in Kraft getretene Post-Brexit-Handels- und Kooperationsabkommen war von Johnson und seinen Ministern als Abschluss des Brexit-Prozesses versprochen worden. Doch Verzögerungen und Lieferkettenprobleme in einer Reihe von Sektoren sowie ein Arbeitskräftemangel, der durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs noch verschärft wurde, haben zu leeren Regalen und Produktmangel in britischen Geschäften und Supermärkten geführt.

Streitigkeiten mit Frankreich über Lizenzen für französische Fischereifahrzeuge und mit der Europäischen Kommission über die Umsetzung des Nordirland-Protokolls waren in diesem Jahr ein fast ständiges Thema, und Beamte des Vereinigten Königreichs und der EU räumen ein, dass die Beziehungen auf absehbare Zeit schwierig bleiben werden.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]


Quelle:
 
Laut einer von Savanta durchgeführten Umfrage unter mehr als 2.000 Personen würden 53-47% der Briten für den Wiedereintritt in die EU stimmen.

...vor allem unter jungen Wählern zu finden ist, von denen 77 % für einen erneuten Beitritt stimmen würden, ist es unwahrscheinlich, dass die EU-Frage im Vereinigten Königreich in absehbarer Zeit vom Tisch sein wird.

49 % der Wähler:innen zwischen 18 und 34 Jahren wünschen sich ein neues Referendum innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Ist das eine geile Umfrage.

Eine Mehrheit von 53-47% ? Wahnsinn. Hier scheint jemand nicht rechnen zu können oder einen generellen Denkfehler zu haben.

Des Weiteren, 77% der jungen Wähler sind dafür aber nur 49% von denen in den nächsten 5 Jahren. Die anderen dann nach 6-10 Jahren oder wird hier "jung" nochmals differenziert ?

Im übrigen rufen solche Meinungsforschungsinstitute in der Regel nur bei Leuten an welche sich vorab haben registrieren lassen. Hierbei sind dann pensionierte Beamte, Studenten oder andere Gruppen welche gern mitreden möchten und bei den entsprechenden Anrufen auch zu Hause sind, deutlich überrepräsentiert. Den Landbauern, Fernfahrer, Werftarbeiter oder sonstigen Brexit-Befürworter, trifft man bei solchen Umfragen eher selten.
 
Hallo,

bei Umfragen ist es wie in der Bilanzbuchhaltung.
...Und der Bilanzbuchhalter sagt: "glaube keiner Bilanz die du nicht selbst frisiert hast..."

Interssant finde ich solche Umfragen aber immer.
 
Ich wünsche den Britten viel Geduld und Glück.
Man wird sehen, wem es in ein paar Jahren besser geht.
 
So wenig ich den Austritt rational nachvollziehen konnte, so sehr bin ich aber auch dafür, dass man nicht alle paar Jahre als Staat seinen Kurs ändert. Die Austrittsverhandlungen haben genug an Zeit und Energie verschwendet, welche man für wichtigere Themen hätte einsetzen können. Bitte nicht alle paar Jahre wieder das gleiche Theater (auch Beitrittsverhandlungen gingen nicht von heute auf morgen)...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde die in der EU wieder aufnehmen. Jedoch keine Sonderverhandlungen über irgendwelche Ausnahmen wie es die Briten bisher schon getan hatten als EU-Mitglied. Dazu muss das Land binnen 5 Jahren den Euro Einführen ansonsten bleibt die Türe verschlossen.
 
Moin
Ja, im Prinzip stimme ich dem zu, keine Sonderrechte mehr, allerdings sollte in der EU jeder Staat selbst über die Euroein-
führung entscheiden dürfen.
Wäre das nicht unfair gegenüber denen die das müssen/mussten und bereits eingeführt haben wie die Baltischen Staaten, Slowenien, Slowakei, Zypern und Malta?
 
Wieso, mussten die das?
Denke ich nicht, für die Euroeinführung muss man sich bewerben und bestimmte Parameter einhalten, das ist alles freiwillig.

Doch, müssen die Länder schon. Laut Maastrichter Vertrag. Nur Dänemark und Großbritannien haben damals eine Opt- Out- Regelung durchgesetzt, die sie von der Verpflichtung zum Euro befreit (hat).
Alle anderen Länder - somit u.a. auch Schweden, das erst 1995 der EU beigetreten ist - müssten den Euro einführen, sobald die Beitrittskriterien erfüllt sind. Das umgeht Schweden schon seit Jahren, in dem sie nicht dem WKM II beitreten. Das wird von der EU offenbar stillschweigend toleriert.
Am Beispiel von Polen, Tschechien und Ungarn, die es ja mit dem Euro auch nicht eilig haben, sieht man aber, dass man es zumindest sehr lange hinauszögern kann.

Im Falle eines erneuten Beitritts des UK (oder vielleicht dann nur noch einer Union aus England und Wales) in einer mehr oder weniger fernen Zukunft sollte man den Briten dann m.E. kein Zugeständnis in der Hinsicht mehr machen und u.a. die Euro-Einführung zur Bedingung machen.

Aber mal noch steht das ja eh nicht zur Debatte.
 
Eigentlich ist es doch Makulatur. Der Brexit war final, so wie ich die Sache sehe ist ein Wiedereintritt dauerhaft ausgeschlossen auch von Seiten der EU, weil ja ...
Was ist in diesem Leben "final"? Eigentlich nur der Tod.

Ich halte es durchaus für möglich, dass von einer anders geführten GB-Regierung irgendwann (!) ein erneutes Aufnahmegesuch an die EU gestellt werden könnte. Dass dann von EU-Seite anders verhandelt wird, dürfte deutlich sein.

Sag niemals nie!
 
Was ist in diesem Leben "final"? Eigentlich nur der Tod.

Ich halte es durchaus für möglich, dass von einer anders geführten GB-Regierung irgendwann (!) ein erneutes Aufnahmegesuch an die EU gestellt werden könnte. Dass dann von EU-Seite anders verhandelt wird, dürfte deutlich sein.
So wie du es schreibst: Irgendwann. Für die nächsten 15-20 Jahre sehe ich da keinen Bedarf bei GB und EU.
 
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