Kronentaler 1830 oder: Segnungen der Fototechnik

B555andi

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Anfang Dezember hatte das Briefmarkenhaus Pfankuch diesen badischen Kronentaler 1830 in einer Saalauktion: link

Der Jahrgang 1830 (erster Jahrgang der Ausprägung) wird trotz hoher Prägezahlen selten angeboten; und dann meist mit ziemlichen Umlaufspuren. Ein Exemplar in vz, wie hier angeboten, hätte voll in mein Beuteschema gepasst.

Allerdings ist das gute Stück stark berieben - insbesondere hinter dem Kopf des Großherzogs ist dies schön zu sehen. Ich hatte Pfankuch deswegen angemailt, von wo mir (mit Bedauern) die massive Bereibung bestätigt wurde.

Die Münze konnte auch im Nachverkauf nicht zugeschlagen werden. Vermutlich wurden eventuelle Käufer, wie ich auch, von den starken Putzspuren (in Verbindung mit dem aufgerufenen Preis) abgeschreckt. Bei einem deutlich reduzierten Preis wäre ich in Versuchung geraten, mir die Münze als Belegexemplar in die Sammlung zu legen.

Soweit, so gut.

Jetzt bin ich auf Numisbids auf folgendes Auktionslot gestoßen: link

Schon wieder ein Kronentaler aus 1830 (seltenes Ereignis), wieder in vorzüglich und nur minimal berieben. Auf den Fotos ist eine Bereibung nicht wirklich zu erkennen. Beim Vergleich mit der Pfankuch-Auktion ist aber zu sehen, dass es sich um ein und dieselbe Münze handelt. Ohne die Münze bei Pfankuch gesehen zu haben, hätte ich vermutlich auf den Kronentaler über numisbids geboten (und hätte den Aufwand mit Rückgabe gehabt, wenn das überhaupt gegangen wäre).

Erkenntnis: vor einem Gebot die Transparenz des Marktes nutzen und in abgelaufenen Auktionen nach nicht zugeschlagenen Münzen suchen. Manche Stücke werden über Jahre herumgereicht und irgendwann findet sich dann Jemand, der kauft. Acsearch ist für mich eine wichtige Informationsquelle. Leider sind hier von einigen Auktionshäusern keine Bilder mehr hinterlegt.
 
Hallo Andreas,
wie mir das auf den Bildern aussieht, hat jemand versucht die Schlagmacken hinter dem Kopf des Großherzogs mit ungeeigneten Mitteln zu beseitigen.
Mit ordentlichem Werkzeug und einer Portion Sachkenntnis hätte das gelingen können -
so ist nur eine ordentlich Bereibung daraus geworden :schaem:.
 
Wäre die Münze für einen Preis um die 100 EUR (ohne Aufgeld usw.) angeboten worden, hätte ich sie mir vielleicht in die Sammlung gelegt und gewartet, bis ordentlich Gras, sprich Patina, über die Bereibung gewachsen ist. Sie wird ja nun für 50 EUR weniger ausgerufen. Bin mal gespannt, ob es nun einen Käufer gibt. Aufgrund der Fotos, welche die Bereibung in ihrem ganzen Ausmaß nicht mehr zeigen, findet sich vielleicht Jemand....
 
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