Heutiges Vorkommen seltener Reichsmünzen - Diskussions- und Infobeitrag

Ich finde schon, dass sich die 25 Guldfen für einen Vergleich anbieten. Wären sie unbeliebt, würden sie auf Auktionen liegenbleiben, ist aber so gut wie nie der Fall, die werden schon gekauft.
 
Ich finde schon, dass sich die 25 Guldfen für einen Vergleich anbieten. Wären sie unbeliebt, würden sie auf Auktionen liegenbleiben, ist aber so gut wie nie der Fall, die werden schon gekauft.

Sehe ich auch so, sonst würde sich der Wert Richtung Goldpreis entwickeln. Viele exotische bzw. ausländische Goldmünzen in dieser Auflagenhöhe werden zum Goldpreis gehandelt.

Ich finde nur, dass die Faktorbildung nicht pauschal gültig sein kann, z.B. musste das Danziger Goldstück nicht den 1. Weltkrieg überleben (Prägejahr 1930). Vermutlich auch nicht den 2. Weltkrieg und auch nicht die Weltwirtschaftskrise, da das Stück niemals ausgegeben worden ist.

mfg
 
Ich gehe davon aus, dass es wesentlich mehr Kaiserreichsammler als
Danzigsammler gibt.
Viele sammeln Kaiserreich bzw. Deutschland.
Danzig ist "nur" ein Nebengebiet. Die Ex-Vertrieben sind soweit sie noch
leben im Altersheim und die heutigen Danziger sind dort nach 1945
angesiedelte Polen, die vermutlich ein geringes Interesse an deutschen
Münzen haben.

Es gibt offensichlich weniger als 4000 Danzigsammler (zumindest solche, die zahlungskräfig/-willig genug sind für ein 25 Gulden Stück) sonst wären
solche Hortungsposten gar nicht möglich.
Oder kann sich jemand vorstellen, dass 21 Bremer Doppelkronen in einen Auktion vorkommen? Die Bremer liegen bei Sammlern.
Von den 25 Gulden liegen wohl etliche in Händlerbeständen, die versucht werden preisoptimal an den Sammler gebracht zu werden. Jetzt hat wohl ein Horter keine Lust mehr oder braucht dringend das Kapital und wirft 21 Stück auf ein mal auf den Markt.
Und nun macht man davon 10er Lots. Dieses Angebot zielt nicht auf Sammler sondern auf Händler/Wiederverkäufer.

Fazit: Für mich sind die beiden Münzen überhaupt nicht vergleichbar.
Wo ist das Problem? Es ist doch vollkommen wurst ob Kaisereichsammler Danzig sammeln oder der Schah von Persien. Es kommt beim vergleich doch nur auf die Häufigkeit an. Und wie ich schon mehrmals geschrieben habe, ist es mit der Vorsicht der Händlerangebote zu genießen. Wenn hier auf einen Schlag 20 Stücke auf einer Auktion angeboten werden, kann man das berücksichtigen. Die einzelnen Verkäufe der Händler sind eh nicht in den Auktionsergebnissen enthalten. Und das Horter anschließend die meisten Stücke in Auktionen geben, ist doch wohl eher die Ausnahme, denn die Gebühren dürften dieses Geschäft nicht gerade lukrativ machen.
 
Ich finde nur, dass die Faktorbildung nicht pauschal gültig sein kann, z.B. musste das Danziger Goldstück nicht den 1. Weltkrieg überleben (Prägejahr 1930). Vermutlich auch nicht den 2. Weltkrieg und auch nicht die Weltwirtschaftskrise, da das Stück niemals ausgegeben worden ist.

mfg
Das der Faktor nicht pauschalgültig sein kann ist vollkommen richtig. Aber genau deswegen bietet sich das Stück an. Da dieses Stück niemals in den Umlauf gekommen ist, sind die Stücke nicht durch die von dir beschrieben Umstände weniger geworden.
Was ich/wir machen ist Spekulation, keine Frage. Wir wissen ja auch nicht wirklich woher jetzt die ganzen Stücke kommen. Es fällt nur auf das die Münze so häufig angeboten wird und anscheinend auch verkauft wird. Durch die Annahme einiger Gegenbenheiten kann man halt einen Faktor errechnen, ich habe nie geschrieben das der richtig ist. Für mich spricht nur einiges dafür, andere sehen das anders. Das ist doch vollkommen ok.;)
 
Ich finde schon, dass sich die 25 Guldfen für einen Vergleich anbieten. Wären sie unbeliebt, würden sie auf Auktionen liegenbleiben, ist aber so gut wie nie der Fall, die werden schon gekauft.


Ich habe nicht behauptet, dass die Danziger unbeliebt sind.
Ich gehe aber davon aus, dass die Anzahl der Sammler geringer
ist als beim Reichsgold und deshalb die Münzen für Rückschlüsse
auf die noch vorhandene Restauflage nur sehr bedingt geignet sind.
 
Die Geschichte von D 11 den Einschätzungen eines alten Reichsgoldhändlers nach ( Quelle : Hauszeitschrift, 197. Folge )

- eingelagert bei der Reichsbank in Berlin, Verbleib dort bis zum Kriegsende
- Erbeutet von der Roten Armee
- Von den Russen an die neugegründete Staatsbank der VR Polen übergeben
- zur Wendezeit " auf einmal " in die Hände eines US- amerikanischen Investors gelangt
- der Investor sucht in Deutschland nach Abnehmern für die D 11
- Auktionspreise für D 11 zu diesem Zeitpunkt bis zu 32.000 DM
- Einkaufspreis des Handels laut Reichsgoldhändler 12.000 DM pro D 11, Verkaufspreis zu dieser Zeit 14.000 DM mit Rechnung
- durch stetiges Angebot schneller Preisverfall bis auf 1850 Euro per 2005

Wenn die Zahlen so stimmen, muss D 11 eine Münze sein, an der der Handel alles andere als seine Freude gehabt hat, auch wenn die Händlerverkaufspreise heute wieder bei ca 2600 - 2900 Euro liegen.

Angenommen, alle 4000 Stk wurden 1990/ 91 für 12.000 DM pro Stück an den Mann ( die Männer ? ) gebracht, dann flossen 48.000.000 DM über den grossen Teich. Bei dem raschen Preisverfall muss es empfindliche Verluste gegeben haben. Ob das von den Beteiligten hier so ohne weiteres abgefedert werden konnte oder gab es Anfang der 90er Jahre eventuell Auffälligkeiten am deutschen Münzenmarkt, Pleiten und dergleichen ?
 
Die Geschichte von D 11 den Einschätzungen eines alten Reichsgoldhändlers nach ( Quelle : Hauszeitschrift, 197. Folge )
[...]
Wenn die Zahlen so stimmen, muss D 11 eine Münze sein, an der der Handel alles andere als seine Freude gehabt hat, auch wenn die Händlerverkaufspreise heute wieder bei ca 2600 - 2900 Euro liegen.
[...]

Es ist immer wieder eine Freude zu lesen, was Du so alles findest :)
Anbei die Preise aus dem Jaeger, wobei die Angabe im Jahr 2001 noch in DM erfolgte. Die erste Spalte sind die Preise in vz, die zweite Spalte in "st".

1957 1.000
1959 1.500
1962 "VII" (entspricht ca. 2.000 DM oder mehr)
1965 "VII" (entspricht ca. 2.000 DM oder mehr)
1967 "VII" (entspricht ca. 2.000 DM oder mehr)
1968 6.500
1969 8.000
1970 10.000
1974 20.000
1975 18.000 28.000
1979 20.000 25.000
1982 20.000 25.000
1987 18.000 23.000
1991 18.000 23.000
1997 18.000 23.000
2001 18.000 25.000
2002 3.500 5.000
2005 2.500 3.500
2007 2.300 3.800
2011 2.000 3.000
2013 2.500 3.200

Interessant ist, dass es erstmals im neuesten Jaeger eine Angabe in "ss" auftaucht (1.700 EUR). Wahrscheinlich haben genügend Sammler mit dieser Münze "gespielt", so dass eine höhere Bewertung nicht mehr erfolgen kann...

Beste Grüße,
JPN
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Großteil der 25 Gulden Danzig 1930 kommt in MS65 vor. Außerdem seit dieser Hort vor einigen Jahren gefunden worden ist, ist auch davon auszugehen, dass dies gefundenen Stücke in Spitzenerhaltung vorgelegen haben müssen.

Laut den Datenbanken von den Gradingfirmen wurde folgendes gegraded:

PCGS:
- MS63: 20
- MS64: 49
- MS65: 101
- MS66: 3

NGC:
- MS63: 33
- MS64: 230
- MS65: 1345
- MS66: 286
- MS67: 3

Mach zusammen, wenn man nur die Stücke ab MS63 zählt: 2070 Stück (Gesamtauflage 4000 Stück). Vorausgesetzt keine der Münzen wurde jeweils erneut von dem anderen Gradingunternehmen bewertet.

mfg

Danke für die Zahlen. Das bedeutet also zweierlei:
1. Es lohnt sich, ein geslabtes Exemplar in MS 65 zu kaufen
2. Ungeslabte Exemplare sollten deutlich billiger angeboten werden, als MS 65, da MS 65 der Standard für diese Münze zu sein scheint.

Allein das Vorkommen der gegradeten Exemplare bestätigt sie These, die wir im vergangenen Jahr aufgestellt haben, dass die überwiegende Zahl der Auflage von 4000 Stk noch existieren muss.
 
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