Gibt es "gefährliche" Fälschungen von Goldmünzen?

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Hallo,

ich hatte die Frage schon einmal in einem anderen Forum gestellt:

Gibt es "gefährliche" Fälschungen von Goldmünzen? Messing/Blei/??-Imitationen mit 20-30 % Untergewicht sehe ich als "nicht gefährlich" an (Genausowenig PP Nachprägungen aus 333er Gold, 10-mm-Ebay-Münzen....)

"Hausmann" ist natürlich bekannt!

Gemeint sind HALBWEGS gängige Münzen ab etwa 1600/1700 (keine Römer, Kelten, 10-fach Dukaten...)

Und vor allem: bitte keine Gerüchte, sondern eigene Erfahrungen oder SERIÖSE Quellen
 
Hallo,

ich hatte die Frage schon einmal in einem anderen Forum gestellt:

Gibt es "gefährliche" Fälschungen von Goldmünzen? Messing/Blei/??-Imitationen mit 20-30 % Untergewicht sehe ich als "nicht gefährlich" an (Genausowenig PP Nachprägungen aus 333er Gold, 10-mm-Ebay-Münzen....)

"Hausmann" ist natürlich bekannt!

Gemeint sind HALBWEGS gängige Münzen ab etwa 1600/1700 (keine Römer, Kelten, 10-fach Dukaten...)

Und vor allem: bitte keine Gerüchte, sondern eigene Erfahrungen oder SERIÖSE Quellen
Natürlich gibt es jede Menge gefährlicher Fälschungen von Goldmünzen.

Da kann man wohl innerhalb eines Postings nur kleine Teilaspekt dieser Problematik bzw. das eine oder andere eigene Erlebnis aufzeigen.

Meine letzte persönliche diesbezügliche Erfahrung war mit einer 20 Dollar Golden Eagle USA:

Die Maße (Gewicht & Durchmesser) stimmten in etwa, allerdings handelte es sich mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine zeitgenössische Fälschung (wohl aus Südamerika).

Der Goldanteil dürfte bei 500 / 1000 gelegen sein, das sich daraus ergebende geringere spezifische Gewicht wurde durch entsprechend mehr Dicke der Fälschung kaschiert.
Wobei als besondere Raffinesse die Höhe des Münzrandes korrekt war, allerdings der Höhenunterschied vom Randstab zur Münzoberfläche etwas geringer ausfiel als normal.

Wenn man also nicht genau diesen Höhenunterschied sowie vor allem auch das exakte Aussehen des Prägebildes einer Original 20 USD Golden Eagle Münze kennt bzw. präsent hat, dann hat man eine ausgezeichnete Chance auf so eine Fälschung hereinzufallen - selbst wenn man alle relevanten Münz-Maße gewissenhaft vor dem Erwerb überprüft... :rolleyes:

Den speziellen Aspekt welchen ich hier herausarbeiten wollte:
Goldmünzen werden also manchmal auch recht raffiniert wiederum durch Goldmünzen gefälscht - allerdings mit entsprechend niedrigeren Goldgehalt - sonst würde es ja für den Fälscher keinen Sinn machen.

Wobei es - der Vollständigkeit halber angemerkt - dann sehr wohl Sinn macht (aus Sicht des Fälschers zumindest), Goldmünzen durch Goldmünzen gleichen Goldgehalts zu fälschen, wenn die Originale einen Sammlerwert entsprechend deutlich über dem reinen Goldwert besitzen... ;)

Alexander
 
...also erkennbar war der Unterschied am "Höhenunterschied vom Randstab zur Münzoberfläche" - würde mich interessieren, wie man den genau messen kann (das ist ja sowieso allenfalls im zehntel-mm-Bereich, und der Randstab ist dazu noch überproportional von Abnutzung betroffen) und wie der Sollwert ist.

Aber in dem Fall: eine zeitgenössische, fast perfekte Fälschung mit immer noch 50 % Goldanteil ist wahrscheinlich für teurer als eine echte Münze
 
...also erkennbar war der Unterschied am "Höhenunterschied vom Randstab zur Münzoberfläche" - würde mich interessieren, wie man den genau messen kann (das ist ja sowieso allenfalls im zehntel-mm-Bereich, und der Randstab ist dazu noch überproportional von Abnutzung betroffen) und wie der Sollwert ist.

Aber in dem Fall: eine zeitgenössische, fast perfekte Fälschung mit immer noch 50 % Goldanteil ist wahrscheinlich für teurer als eine echte Münze
Eine ziemlich gute Fälschung ja, aber von fast perfekt habe ich nichts geschrieben - jedenfalls wirst Du kaum jemanden (Vernünftigen) finden welcher Dir mehr als den jeweiligen Goldwert dafür zahlt - im vorliegenden Fall also ca. 1/2 Gold-Unze.
Und bei einem Münztyp bei welchen bekanntermaßen recht viel gefälscht wird (wie im vorliegenden Fall) schon gar nicht... ;)

Zum Thema Höhe / Randstab:
ich wollte damit aufzeigen, auf welche Details man (auch) achten sollte, bzw. ich wollte einen Trick von vielen der einschlägigen Fälscher erwähnen.
Eine nähere technische Detail-Diskussion dazu finde ich an dieser Stelle ehrlich gesagt nicht notwendig - zumindest mir ist eine solche hier zu führen zu mühsam.

Alexander
 
Eine nähere technische Detail-Diskussion dazu finde ich an dieser Stelle ehrlich gesagt nicht notwendig
Für eine kleine Hilfestellung wird der Fabio wohl schon dankbar sein.
Fabio: würde mich interessieren, wie man den genau messen kann

Messlehre.jpg -Das ist nur eine der vielen Möglichkeiten, die billigste.
 
Was kann / soll / muß man tun, um keiner Goldmünzen-Fälschung aufzusitzen ?

Unterhalb eine kurze Zusammenstellung, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. ;)

Der erste & naheliegendste Schritt ist eine Überprüfung der physischen Maße im Vergleich zu den Daten eines Original-Stücks:

Durchmesser, Gewicht (auf Hunderstel Gramm), Dicke, Randstab-Höhe

Dadurch kann wohl schon ein hübscher Prozent-Satz an Fälschungen ausgesiebt werden.

Eine in diesen Bereich fallende fortgeschrittene Methode ist die Feststellung des spezifischen Gewichts mittels Tauchwägung - allerdings ist das keine ganz so einfach zu bewerkstelligende Prozedur.

Ganz wichtig ist nun die Überprüfung der Prägemerkmale wie Randgestaltung, Prägebild etc.
Hier empfiehlt sich - nach Möglichkeit - Fachliteratur und / oder einen Fachmann (z. B. Münzhändler) zu Rate zu ziehen, da wohl die meisten Sammler diesbezüglich keine ausreichenden Vorkenntnisse besitzen, speziell wenn es sich um ältere, nicht so häufige bzw. nicht so bekannte Goldmünzen handelt.
Hat das betreffende Stück (z. B. eine Goldmedaille) im Norm-Fall eine Punze ?
Wenn ja, dann sollte das vorliegende Kaufobjekt natürlich auch eine solche besitzen - alles andere wäre als ein deutliches Fälschungsmerkmal zu bewerten.
Wie ist die Münzoberfläche beschaffen ?
Ist sie rauher als normal bzw. sind gar Blasen zu erkennen, dann könnten das deutliche Hinweise in Richtung einer Gußfälschung sein.

Das sind einmal einige grundlegende Tipps.

Ganz allgemein würde ich empfehlen (außer man ist ein diesbezüglich äußerst versierter Sammler) zumindest alle nicht so gängigen Goldmünzen-Typen vor dem endgültigen Kauf von einem Münzhändler auf Herz & Nieren prüfen zu lassen.
Diese haben im Regelfall das notwendige KnowHow, um Fälschungen einigermaßen sicher identifizieren zu können.

Alexander
 
Eine moderne Fälschung gibt es vom 1917er Sovereign, Prägeort London. Dieser Jahrgang ging fast komplett in die USA zur Bezahlung von Kriegsgütern und wurde dort 1934 eingeschmolzen. Selbst der Erhaltungsgrad ss wird in GB mit 2.000 Pound (ca. 3.000 EURO) gehandelt. Die 1917er Prägungen aus den Kolonien haben nur den Goldwert (ca. 100 EUR). Die Fälschung ist wie folgt gefertigt:

London hat kein Münzzeichen, die Kolonien schon (C, M, P und S). Diese ohnehin kaum sichtbaren Münzzeichen zwischen den Pferdehufen auf der Rückseite wurden ausgeschliffen. Man hat nun also einen absolut echten Sovereign der jede Prüfung besteht - ausser dem ausgeschliffenen Münzzeichen. Um das zu sehen braucht man ein Mikroskop. Die Erkennung ist für Händler weniger ein Problem, aber für unerfahrene Käufer bei Internetauktionen. Mir wurde übrigens auch schon mal einer (vom Käufer) zur Prüfung angeboten. Er hatte übrigens bedeutend mehr als den Goldwert für seine Supergünstig-Schnäppchen-Rarität bezahlt.

Falls ihr mehr lesen wollt, auf meiner HP steht was. Bei den Nennwerten (dort 1 Pound) oder Sovereigens einsteigen, dort dann zu Georg V. durchklicken.
 
Auf deiner recht gehaltvollen und informativen, jedoch recht unübersichtlichen Homepage braucht man einige Zeit, bis man die Seite findet.

Hier ein Direktlink zu der erwähnten Seite: Sovereign Georg V.
 
Auf deiner ........ recht unübersichtlichen Homepage braucht man einige Zeit, bis man die Seite findet.

Ich weiss. Leider ist mir noch keine Idee gekommen wie ich die bislang über 7MB besser organisieren kann :wut:

Da ich auch kein Händler bin der auf zufriedene Kunden und Umsatz angewiesen ist, gehe ich nach dem Motto "Information vor Design". Sobald ich mit dem Inhalt fertig bin, wird der Aufbau definitiv geändert. Dann kommen auch Frames zum Einsatz. Nur ist es ungünstig mittendrin umzustellen. Ich hab ohnehin schon drei verschiedene Stile im Einsatz was auch schlecht ist. Wird aber derzeit alles umgearbeitet auf den Stil der Sovereign-Seiten.

Falls mir jemand eine vom Aufbau gute Seite weiss, nach der ich meine Infoseite struktuieren kann, könnt ihr mir ja mal den Link mailen. Kann durchaus auch was aus dem Autozubehör oder Teppichstoffbereich sein. Nur bedenkt bitte, eine Seite die 10 Einzelseiten umfasst ist immer übersichtlich. Ich glaube meine hat zwischenzeitlich schon deutlich über 100 - und da wird es langsam sehr schwierig das ohne Suchmaschine halbwegs übersichtlich zu gestalten :(

Nachtrag:
Derzeit ist meine Seite nach der Logik aufgebaut, das man ein Münze hat zu der man Infos sucht. Anhand der Abbildungen kan man sich dann durchklicken. Wenn man natürlich nur nach einem "Sovereign von 1917" sucht und nicht weis wie der Knilch auf der Vorderseite ausschaut wird es schon schwierig. Aber ich hoffe das sind die Ausnahmen
 
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