Deutschland: 100-€-Goldmünzen, Serie "Meisterwerke der deutschen Literatur", 2023 - 2030

Der Adler ist schlank und rank wie eine Feder...
...oder wie ein Skelett:

Mich erinnert der Adler sehr an das ‚Tote Hosen‘-Logo, wie es wohl im Zeitraum der Platte ‚Unter falscher Flagge’ gestaltet wurde, hier noch als ‚Sitzendes Hundegerippe vor dem Grammophon‘ (EMI) auf dem unzensierten Cover zu sehen


Hoffentlich führt die Ähnlichkeit des Goldadlers mit dem Tote Hosen-Logo nicht auch zu einem Urheberrecht-Streit wie beim Kuna-Wiesel...oder besser doch?! :D
 
Das Thema dieser Münze (bzw. der ganzen Serie) ist für mich uninteressant, aber die Umsetzung – mit Goethe und Faust – sieht schon OK aus. Das Theater um den Bundesadler, das einige hier regelmäßig veranstalten, verstehe ich nicht so ganz. Für die Gestaltung des Wappentiers gibt es bestimmte Vorgaben, die die Designer umsetzen müssen, aber kein Muster, an das man sich sklavisch zu halten hätte. Und seit mindestens 50 Jahren regen sich manche darüber auf, dass der Münz-Adler nicht naturnah aussieht. Nicht dass ich sie alle gelungen fände ;) aber das gilt ebenso für die Bildseiten.

Die "Fiat Voluntas" liegt übrigens hier in der Gegend herum. Genauer: In Monheim-Baumberg, direkt südlich von Düsseldorf. Ist ein Museum, aber natürlich mit Hosen-Devotionalien an Bord. :cool:
 
Vielleicht sollten wir bei unseren deutschen Gedenkmünzen endlich vom Adler abkommen.
Als Alternative könnte ich mir einen Schwan gut vorstellen, da auch er viele Tugenden symbolisiert.
Natürlich besteht auch hier die Gefahr, daß er von den Künstlern verschandelt wird.
Bliebe also noch die Ente Donald Duck ...;)
 
Interessant, dass unsere beiden südlichen Nachbarn hier entgegengesetzte Wege beschritten haben. In der Schweiz ist die Wertseite für alle Sammlermünzen seit Mitte/Ende 2004 einheitlich; in Österreich werden seit 1989 bei höheren Nominalen beide Seiten "anlass-spezifisch" gestaltet. Bei den Münzen der Bundesrepublik gibt's eben einen, sagen wir mal, Middle-of-the-Road-Ansatz. :)

Die "Einheitswertseite" wie bei den neueren Schweizer Sondermünzen (oder bei fast allen DDR-Sammlerausgaben) gefällt mir nicht besonders gut. Bei den €2-Gedenkmünzen ist sie aus naheliegenden Gründen sinnvoll; für Sammlermünzen wäre auch eine Lösung denkbar, bei der ein recht kleiner Adler, der dann immer die gleiche Gestalt hat, neben anlassbezogene Elemente tritt. Aber genug abgeschwiffen ;) , das Thema ist vermutlich so alt wie die bundesdeutschen Sondermünzen spätestens seit Pettenkofer ...
 
Vielleicht sollten wir bei unseren deutschen Gedenkmünzen endlich vom Adler abkommen.
Als Alternative könnte ich mir einen Schwan gut vorstellen, da auch er viele Tugenden symbolisiert.
Natürlich besteht auch hier die Gefahr, daß er von den Künstlern verschandelt wird.
Bliebe also noch die Ente Donald Duck ...;)
Nicht den "mein lieber Schwan..."

Die Taube, kombiniert mit einer Ziege.
Symbolisiert: "Wer meckert, der fliegt!" :newwer:
 
Ich bin als KR-Sammler natürlich befangen; aber für die beiden Berliner Künstler
Friedrich Wilhelm Kullrich (kleiner Adler)
und Otto Schultz (großer Adler)
empfinde ich bis dato den allerhöchsten Respekt.
Diese Adler sind ästhetische Schönheiten.
Da kann ich nur zustimmen. Und wer nicht ganz so weit in die Vergangenheit schauen möchte - auch in der Weimarer Republik wurden Münzen mit sehenswerten Adlern geprägt.

Und seit mindestens 50 Jahren regen sich manche darüber auf, dass der Münz-Adler nicht naturnah aussieht. Nicht dass ich sie alle gelungen fände ;) aber das gilt ebenso für die Bildseiten.
Natürlich. "Allen" kann man es sowieso nicht recht machen. Das muss man auch nicht. Bei den Adlern bin ich aber auch kritischer als bei den Bildseiten. Ich glaube, das liegt einfach daran, dass ich den Künstlern bei der Bildseite etwas mehr künstlerische Freiheit "zugestehe". Das führt dann natürlich dazu, dass mir einige Motive besser als andere gefallen. Aber das ist irgendwie auch in Ordnung. Bei den Adlern finde ich aber, dass hier zu viel "herumexperimentiert" wird. Die Vorgaben für die Gestaltung spielen hier sicher auch eine Rolle.

in Österreich werden seit 1989 bei höheren Nominalen beide Seiten "anlass-spezifisch" gestaltet.
Das führt dann aber zu dem "Problem", dass man gar nicht weiß, welche Seite man nun in der Münzkassette "nach unten" legt. Das zumindest ist bei den deutschen Münzen in der Regel keine Frage. :)

Meine persönliche Top-Flop-Liste bei den Adlern führen weiterhin J 496 (10 Euro "50 Jahre Fernsehen" - diese Münze ist ja wegen der Bildseite ziemlich berüchtigt, aber die Wertseite hat es auch in sich ...) sowie J 428 (5 DM "100 Jahre Vollendung des Kölner Doms") an. Wenn diese Motive heute geprägt würden, dann müsste man wohl im Flyer vermerken, dass den beteiligten Tieren kein Leid geschehen ist. :)
 
Bliebe also noch die Ente Donald Duck ...;)
Seid gegrüßt und insbesonders Wolfgang!
Der Schwan geht gar nicht, der ist sakrosankt, du weißt wegen unserem Kieni;
aber der andere Vogel.................,
ich würde vorschlagen einfach nur eine 24 (Ente kross mit Bambus und Pilzen) ;)
Sonnige Grüße
Heinz-Rudolf
 
Seid gegrüßt und insbesonders Wolfgang!
Der Schwan geht gar nicht, der ist sakrosankt, du weißt wegen unserem Kieni;
Hallo Heinz-Rudolf

Das weiß ich natürlich.
Unser Kieni wollte ja damals sogar einen Schwanthaler prägen lassen, konnte sich aber mit seinem Wunsch nicht durchsetzen. ;)
 
Mit eurer Vermutung liegt ihr richtig. :) Die FAZ hat jetzt ein Gespräch mit dem Künstler Michael Otto veröffentlicht - leider hinter der Paywall, aber die entscheidende Info ist auch so lesbar.

"Auf der Münze haben wir nun Faust und Mephisto, die sich konträr gegenüberstehen. Mittendrin sind die Feder als Symbol für den Kontrakt zwischen beiden und der kleine Blutstropfen, mit dem er besiegelt worden ist. Und von rechts schaut das Gretchen rein, die ja die Leidtragende des Ganzen ist."
 
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