Albert, König von Sachsen

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Albert wurde am 23. April 1828 in Dresden geboren. Der Prinz erhielt, eine exzellente Ausbildung, die auf sein späteres Regierungsamt ausgerichtet war. Trotz dess universalen Bildungskonzepts ließ Prinz Albert jedoch schon früh seine Neigung und Begabung zum Soldatenberuf erkennen. Als Offizier nahm der Prinz an den bedeutenden Kriegshandlungen des 19. Jahrhunderts teil, wobei er sich durch Unerschrockenheit, außerge-wöhnlichen Mut, Tapferkeit und Geschick als Truppenführer auszeich-nete. Bereits mit elf Jahren führte er zum erstenmal das ihm schon wenige Wochen nach seiner Geburt übertragene Infanterieregiment. Von 1843 bis 1847 leistete Prinz Albert dann aktiven Militärdienst und schied zunächst als Hauptmann aus, um an der Universität Bonn Jura zu studieren. In den unruhigen Zeiten Ende der 40er Jahre des 19. Jahr-hunderts mußte er 1849 sein Studium abbrechen, um am ersten Deutsch-Dänischen Krieg teilzunehmen. Nach einigen Auslandsbesu-chen, die ihn unter anderem nach Rußland und Ungarn führten, erhielt er 1853, inzwischen zum Generalleutnant befördert, die 1. Sächsische Infanteriedivision.

Im selben Jahr heiratete er die schwedische Prinzessin Carola von Wasa in Dresden. Die beiden führten eine glückliche Ehe, die jedoch kinderlos blieb. Mit der Inthronisation seines Vaters Johann zum sächsischen König stieg Prinz Albert 1854 zum Kronprinzen auf. Auf seinen Reisen durch Europa traf er mit den bedeutenden Monarchen seiner Zeit zusammen. So nahm er an den Krönungsfeierlichkeiten König Wilhelm I. von Preußen teil, und mit Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn verband ihn seit der Jugendzeit eine echte Freundschaft.

Ende der 50er Jahre wurde der Kronprinz zum General befördert und mit dem Oberbefehl über die gesamte sächsische Armee betraut. Im Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 nahm Sachsen auf der Seite Österreichs teil. Trotz der vernichtenden Niederlage, die die sächsisch-österreichischen Truppen bei Königgrätz erlitten, zeichnete sich der Kronprinz auch in diesen Kämpfen erneut aus. Nach dem für Sachsen verlorenen Krieg wurde die sächsische Armee als 12. Armee-korps in das deutsche Bundesheer integriert, dessen kommandierender General der Kronprinz wurde. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 befand sich Albert wieder an der Spitze seiner Truppen. Hier kämpfte er bei Gravelotte und St. Privat, Beaumont und Sedan erfolgreich und begünstigte durch sein persönliches Beispiel (z.B. seine Freundschaft mit Moltke) die Integration der sächsischen und preußi-schen Truppen zu einer gesamtdeutschen Armee.
Im Sommer des Jahres 1871 kehrte Albert hochdekoriert aus Frank-reich zurück und zog, umjubelt von der Bevölkerung, in Dresden ein, wo er als Generalfeldmarschall von seinem Vater König Johann I. als besondere Auszeichnung den Marschallstab des polnischen Königs Johann Sobiesky erhielt, den dieser einem Wettiner Vorfahren 1683 im Türkenkrieg vor Wien geschenkt hatte.

Am 29. Oktober 1873 folgte Prinz Albert seinem verstorbenen Vater auf dem sächsischen Thron. Seine Möglichkeiten zur Landesführung und souveränen Bestimmung der sächsischen Politik schränkte die Deutsche Reichsgründung von 1871 stark ein. Dennoch entwickelte sich Sachsen in seiner über 30 Jahre währenden Regierungszeit zu einem wohlhabenden, wirtschaftlich und kulturell erfolgreichen Land, das in Technik, Handel, Industrie und Gewerbe zu hoher Blüte gelangte und diese positive Entwicklung auch auf die Kultur und die Wissenschaften übertrug.
So wurde etwa die Denkmalpflege in Sachsen gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begründet und großzügig unter-stützt. Zahlreiche repräsentative neue Bauten entstanden in Leipzig und Dresden, und beide Städte entwickelten sich zu Zentren des künstlerischen Lebens. Zu diesen Leistungen trug der fleißige, analy-tisch denkende König mit seinem Sinn für das Wichtige und seiner offenen, menschlich verbindlichen Art ganz wesentlich bei. Die durch die Industrialisierung aufkeimende soziale Unzufriedenheit in der Bevölkerung konnte durch die Persönlichkeit des Königs und seine tätige Unterstützung auch der ärmeren Bevölkerungsschichten abge-wendet werden. Der Stolz über die erbrachten Leistungen und der allgemeine Wohlstand des Landes taten ein übriges, um Zufriedenheit und Sicherheit in allen Bevölkerungskreisen zu erzeugen. Die besondere Aufmerksamkeit des Herrschers hatten jedoch seine Soldaten. Er ließ die für die damalige Zeit modernsten Kasernenanlagen in Deutschland errichten, die bis in die heutige Zeit hinein benutzt worden sind.

Hochverehrt starb König Albert I. am 19. Juni 1902 im Alter von 74 Jahren auf dem Gut Sibyllenort in Schlesien. Er wurde in der Grablege der Wettiner Fürsten in der Hofkirche in Dresden bestattet.

Quelle: Manfred Höfer - Die Kaiser und Könige der Deutschen

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Unten seht ihr ein Zweimarkstück, welches in Alberts Todesjahr 1902 geprägt wurde. Es handelt sich jedoch nicht um die „auf seinen Tod“ geprägte Denkmünze, sondern um die mit einer Auflage von 542.762 geprägte, reguläre Kursmünze.
 

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siepie schrieb:
Dieter, wenn u mir das früher gesagt hättest, hatte ich nicht alles von Hand abtippen müssen.
Hallo, wir leben im 21. Jahrhundert, da gibt es Scanner und OCR Software :)

Danke für den Beitrag ;)

Gruss,
jeggy
 
jeggy schrieb:
Hallo, wir leben im 21. Jahrhundert, da gibt es Scanner und OCR Software :)

Bevor ich das Buch auf den Scanner gelegt hab und das OCR-Prgramm gestartet hat, hab ich so was auch schon selbst abgetippt :gaehn:

@siepie: Danke für Deine Mühen und den Beitrag. Zu Schulzeiten in Geschichte immer 4- tut mir diese neue Kategorie schon gut. Zumal es hier ja auch interessant rübergebracht wird :)

Andi
 
andiCT schrieb:
Bevor ich das Buch auf den Scanner gelegt hab und das OCR-Prgramm gestartet hat, hab ich so was auch schon selbst abgetippt :gaehn:
Dann verfügst du wahrscheinlich über einen schlechte OCR-Software.
Und im Schnell- und Blindtippen würdest du wohl sehr wahrscheinlich gegen mich verlieren ;)
 
andiCT schrieb:
Bevor ich das Buch auf den Scanner gelegt hab und das OCR-Prgramm gestartet hat, hab ich so was auch schon selbst abgetippt :gaehn:

@siepie: Danke für Deine Mühen und den Beitrag. Zu Schulzeiten in Geschichte immer 4- tut mir diese neue Kategorie schon gut. Zumal es hier ja auch interessant rübergebracht wird :)

Andi
:confused: :confused:
Wozu gibt es "Paste & Copy", da braucht man doch weder einen Scanner dazu noch gar händisch abtippen ? :D

In jedem Fall aber ein toller Beitrag, die richtige Quelle finden muss ja auch erst mal finden... ;)

Alexander
 
Ich halte nichts von solchen kopierten Lexikon-Artikeln. Die kann jeder selbst in 2 Minuten ergoogeln.
Ohne Quellenangabe sind sie schon garnichts wert, abgesehen davon, daß es sich nicht gehört, sich mit fremden Federn zu schmücken.
Von Siepie habe ich schon viele schlaue Sachen gelesen; der hätte das nicht nötig.

Generell sind kopierte Artikel keine Bereicherung, sondern eine Verschmutzung des Internets. Derjenige, der den ursprünglichen Beitrag verfaßt hat, beschäftigt sich mit häufig dem Thema und kümmert sich um seine Seite. Wenn er neue Erkenntnisse hat, ergänzt er sie und korrigiert Fehler. In den Kopien bleiben alle Mängel stehen, weil die Abschreiber zu faul und zu doof sind, etwas Gescheites beizutragen.

Wenn Ihr schon dem Drang nicht widerstehen könnt, Internetbeiträge zu sammeln und hier einzustellen, dann macht es richtig: Faßt kurz zusammen, worum es geht und gebt den Link an. Sucht die Originalquelle und nicht die x-te Kopie.
 
@bukanier,
es handelt sich nicht um einen kopierten Internet-Artikel, sondern um einen Auszug aus einem Buch:
Quelle: Manfred Höfer - Die Kaiser und Könige der Deutschen
@alex11,
siepie wusste nicht, dass der Artikel bereits von auf einer anderen Seite abgetippt/texterkannt eingestellt wurde, also fällt das in diesem Fall weg. Klar, er hätte das vorher mittels eine Google-Suche nach einer Textphrase schnell feststellen können.

Gruss,
jeggy
 
jeggy schrieb:
@alex11,
siepie wusste nicht, dass der Artikel bereits von auf einer anderen Seite abgetippt/texterkannt eingestellt wurde, also fällt das in diesem Fall weg. Klar, er hätte das vorher mittels eine Google-Suche nach einer Textphrase schnell feststellen können.

Gruss,
jeggy
Alles klar... ;)

@ Bukanier
Ich kann Dein Posting zwar inhaltlich nachvollziehen, finde es aber doch etwas überhart.

Der Quellenhinweis war ja (von Anfang an) vorhanden.

Dass sich solche historische Grundinformationen noch substantiell ändern, davon ist eigentlich nicht auszugehen... :rolleyes:

Muß denn jeder das Rad neu erfinden ?

Ich finde solche Beiträge in jedem Fall interessant & lehrreich und mir ist es dabei auch ziemlich egal ob siepie das selber recherchiert hat oder eine seriöse Quelle zitiert - der entsprechende Quellen-Hinweis sollte dann natürlich nicht fehlen.

Allein schon die "richtige" Quelle zu finden, diese für uns bereitzustellen und das ganze dann mit den hübschen Münz-Bildern zu unterlegen, halte ich für etwas wofür wir dankbar sein und dem Autor keine Kritik entgegenbringen sollten.
Siepie hat sich in diesem Zusammenhang ja auch nicht als grosser Historiker "verkauft"... ;)

Wenn so ein "historischer" Beitrag einmal tatsächlich (hauptsächlich) der eigenen Recherche entsprungen sein sollte, dann natürlich doppelten Respekt - allerdings halte ich es für eher selten / unrealistisch dass man diesbezüglich ganz ohne Quellen auskommen kann... :rolleyes:

Alexander
 
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