(98) Postumus: Bilder- und Diskussionsfaden

B555andi

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Marcus Cassianius Latinius Postumus

geboren: unbekannt
gestorben: 269 n.Chr.
Gründer und erster Kaiser (260-269) des Gallischen Sonderreiches

Kurzbiographie:
Über die Herkunft von Postumus ist nichts bekannt. Man vermutet, dass er aus bescheidenen Verhältnissen aus Gallien stammte und es in der Armee bis in die höchsten Positionen gebracht hat.

Da Kaiser Gallienus mit einem Sassanideneinfall im Osten des Reiches beschäftigt war, ließ er seinen Sohn, Saloninus, mit bewährten Beratern, unter denen sich auch Postumus befand, zum Schutz der bedrohten Grenze in Germanien zurück.

Nach einem bedeutenden Sieg über ins Reichsgebiet eingefallene Franken wollte das Heer die eroberte Beute unter sich aufteilen. Saloninus hingegen wollte sie der römischen Staatskasse zuführen. Darüber kam es zum Zerwürfnis, in dessen Folge Saloninus ermordet und Postumus zum Kaiser ausgerufen wurde.

Postumus wandte sich nun nicht (wie andere Ursupatoren) gegen die Zentralmacht in Italien; er errichtete vielmehr eine Art Sonderreich und beschränkte sich auf ein klar umgrenztes Teilgebiet des Reiches.

Postumus wurde von fast allen Provinzen Galliens, Hispaniens, Germaniens und Britanniens als Kaiser anerkannt. Zum Regierungssitz wurde Köln bestimmt.

Postumus führte 262 und 263 erfolgreiche Feldzüge gegen Alamannen sowie Franken und verbesserte die Grenzbefestigungen.

Im Jahr 269 erhob sich Laelianus, Befehlshaber der Truppen in Mainz, und ließ sich zum Kaiser ausrufen. Postumus konnte den Aufstand rasch niederschlagen, wobei Laelianus den Tod fand. Postumus verweigerte jedoch seinen siegreichen Soldaten die Plünderung der soeben eroberten Stadt Mainz, was in der damaligen Zeit einem Selbstmord gleichkam. Postumus wurde 269 von seinen eigenen Soldaten erschlagen.

(Quellen:
- Wikipedia
- Ursula Kampmann: Die Münzen der römischen Kaiserzeit)
 
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Postumus
Antoninian

RIC: 93
Kampmann: 98.81.2
Prägestätte: Köln

Revers: Mars nach rechts stehend
 

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Postumus
Antoninian

RIC: 55
Prägestätte: Lyon

Revers: Postumus nach links stehend
150-a.jpg 150-r.jpg
 
4-BS-Plattform, Nr. 134715890531. Schaut euch das mal an. Drei weitere solcher Lots har er zur Zeit im Angebot. Die Rückseiten sind teils sehr weit über dem Durchschnitt, teils extrem gut ausgeprägt - Ein Augenschmaus. Für mich ist (wie eigentlich immer beim Postumus) leider nichts dabei. Ich halte alle Stücke aufgrund der Vielzahl der verwendeten Vorderseitenstempel für echt und vermute einen gemeinsamen Kontext. Leider sind die Bilder der vier Lots von der Pixelanzahl zu gering , dennoch sehenswert.

Den hier angehangenen und wahrscheinlich unter Verwendung von Bleisalzen versilberte Bronze-Antoninian des Postumus habe ich vor ein paar Wochen auf der 2-BS-Plattform erworben. Ganz anders, als die "Billion- oder Silber-Antoniniane" aus der Bucht (die einen Silber- oder Billionkern haben (ich vermute letztes, weil es bei einigen frisch gereinigten und daher noch ungetönten, silberfarbenen Stücken im Bereich der erhabenen Details rötlich durchschimmert), der möglichrweise ebenfalls bereits in der Antike versilbert wurde, zum Beispiel auch durch Sieden in Urin, ist der Kern der hier abgebildeten Münze sehr wahrscheinlich aus nahezu reiner Bronze. Die Oberflächen der Pax-P-Ausgabe weisen (ähnlich wie die Pax-V-Ausgaben des Victorinus) auch eine völlig andere Charakteristik auf, als die der vorangegangenen Emissionen aus Silber oder Billion des Postumus. Gleich drei Fotos derselben Münze hänge ich an, weil auf jeden Foto einzelne Besonderheiten gut hervorkommen. Eine Kamera sieht bekanntlich ganz anders, als das menschlichte Auge. Der Einfluss des Lichtes und der Belichtung ist wirklich sehr hoch.

Hinweis: bei den "Silberantoninianen" gibt es auch neu versilberte Münzen. Sehr wahrscheinlich ist das meiner Ansicht nach (man sollte sich hier sehr vorsichtig ausdrücken) bei den sehr späten Ausgaben des Postumus wie bei den üblicher Weise als Bronze-Antoninianen angebotenen Münzen, z.B. der PAX-P-Ausagabe, der Fall. Wenn da eine Münze mit deutlichen Abnutzungsspuren und/oder Löchern ider spitz nach oben hin verlaufenden Buchstaben und vollem Silbersud daherkommt, dann ist das bei späteren Prägungen schon suspekt. Eine RFA-Analyse (kein Blei im "Silbersud" liefert dann Klarheit. Bei altversilberten Stücken ist wahrscheinlich immer mehr als 5 % Blei in der Versilberung.
 

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