(107) Severina: Bilder- und Diskussionsfaden

B555andi

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Ulpia Severina

geboren: nicht bekannt
gestorben: nicht bekannt

Kurzbiographie:
Severina war die Frau des Kaisers Aurelian, der von 270 bis 275 n.Chr. regierte. Es wird vermutet, dass sie eine Tochter des Kaisers Philippus I. Arabs und dessen Frau Otacilia Severa war.

Severina fand in den Geschichtsbüchern keinerlei Erwähnung. Ihre Existenz ist lediglich durch Münzen belegt, aus denen geschlossen wird, dass sie nach dem Tod ihres Mannes bis zur Kaisererhebung des Tacitus die Regierungsgeschäfte in eigenem Namen führte.

(Quellen:
- Wikipedia
- Ursula Kampmann: Die Münzen der römischen Kaiserzeit)
 
Zuletzt bearbeitet:
Severina
Antoninian

RIC: 4
Kampmann: 107.3
Prägestätte: Rom

Revers: Concordia
 

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Die Quellenlage ist wirklich sehr dünn. Dafür, dass sie (möglicher Weise) drei bis vier Monate alleine regiert und in der Zeit überwiegend die von ihr erhaltenen Münzen hat prägen lassen, sind ihre Prägungen gleichermaßen häufig und preiswert und, was Zirkulationsspuren angeht: oft wie neu. Das große Problem bei diesen Münzen ist, genau wie bei Aurelian, Tacitus und Probus, dass sie meist versilbert wurden und daher sehr anfällig für Korrosion und Lochfraß sind. Das macht es dann wiederum schwierig. Es soll auch Stücke aus Silber geben, jedoch vermute ich, das es in vielen Fällen nachträglich neuzeitlich versilberte Stücke sind.

PS: bessertes Foto des Severina-Antoninians angefügt. Die ockerfarbigen Verfärbungen (Vorderseite, Farbton ähnlich Bleimennige) deuten auf eine Versilberung mit Blei und Silbersalzen hin. Ähnlich, wie bei den späten Antoninianen (Pax-P-Serie) des Postumus.
 

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aus denen geschlossen wird, dass sie nach dem Tod ihres Mannes bis zur Kaisererhebung des Tacitus die Regierungsgeschäfte in eigenem Namen führte.
Interessante These. Ich dachte immer, die Römer hätten eine Abneigung gegen Herscherinnen. Kleopatra, Boudica, Katamandrua z. B werden alle als negative Beispiele dargestellt . Zenobia war eine Usupatorin, also sicher auch nicht so beliebt.
 
Der zweite Blick auf meine Neuerwerbung lässt Fragen aufkommen, zumal sehr viele Münzen der Severina diese Merkmale aufweisen.

Fast könnte man meinen, man hätte den Aurelian glatt rasiert und ihm eine Perücke übergezogen und ein Halsband verpasst, um den wegrasierten Bartansatz zu kaschieren.

Kann es sein, dass ähnlich wie bei Gordian III, dessen sehr frühe Antoniniane noch die Gesichtszüge des Balbianus (jedoch ohne Bart) andeuten, man nach der Ermordung des Aurelian für die Urwerkzeuge der Stempel der Severina Teile vom Urwerkzeug des Aurelian benutzt und dann hastig "angepasst" und schnell neue Stempel abgedrückt und nachgraviert hat? Den Oberlippenbart konten sie zwar glätten, aber eben nicht kaschieren, ohne alles neu gravieren zu müssen. Daher die sehr maskulinen Gesichtszüge.

Fest steht, dass es sehr schnell zugegangen sein muss und ganz schnell, ganz viel neues Geld geprägt wurde.
 

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Der zweite Blick auf meine Neuerwerbung lässt Fragen aufkommen, zumal sehr viele Münzen der Severina diese Merkmale aufweisen.

Fast könnte man meinen, man hätte den Aurelian glatt rasiert und ihm eine Perücke übergezogen und ein Halsband verpasst, um den wegrasierten Bartansatz zu kaschieren.

Kann es sein, dass ähnlich wie bei Gordian III, dessen sehr frühe Antoniniane noch die Gesichtszüge des Balbianus (jedoch ohne Bart) andeuten, man nach der Ermordung des Aurelian für die Urwerkzeuge der Stempel der Severina Teile vom Urwerkzeug des Aurelian benutzt und dann hastig "angepasst" und schnell neue Stempel abgedrückt und nachgraviert hat? Den Oberlippenbart konten sie zwar glätten, aber eben nicht kaschieren, ohne alles neu gravieren zu müssen. Daher die sehr maskulinen Gesichtszüge.

Fest steht, dass es sehr schnell zugegangen sein muss und ganz schnell, ganz viel neues Geld geprägt wurde.
Diese Übergangsprägungen finde ich immer spannend. Ich habe einen Trajan- Denar, auf dem er noch " ganz der Nerva " ist. Bei den Severinnen erkennt man durchaus individuelle Gesichtszüge, das ist bei Frau Aurelian nicht der Fall . Ich stimme deiner Vermutung, man sei einfach vom Portrait Aurelians ausgegangen , zu.
 
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